Nach USA

16. Mai 2018 10:55; Akt: 16.05.2018 10:55 Print

Guatemala eröffnet Botschaft in Jerusalem

Die USA haben am Montag offiziell ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt – zur Freude von Israel und unter grossem Protest der Palästinenser.

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Die Gewalt im Gazastreifen eskaliert: Die Zahl der Toten und Verletzten steigt. Die US-Präsidententochter Ivanka Trump und der US-Finanzminister Steven Mnuchin enthüllten unter massiven Sicherheitsvorkehrungen und in Anwesenheuit von 800 Gästen eine Tafel und Siegel an dem bisherigen Konsulatsgebäude. Derweil ... ... kam es im Gazastreifen zu gewalttätigen Protesten, bei denen nach palästinensischen Angaben mindestens 41 Palästinenser getötet und hunderte weitere verletzt wurden. Trump selbst reiste nicht nach Jerusalem. Er erklärte in einer Videobotschaft aus Washington, die während der Eröffnungszeremonie am Montag übertragen wurde, sein Land bleibe einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten verpflichtet. Er betonte, wie «jede andere souveräne Nation» habe Israel das Recht, über den Sitz seiner Hauptstadt zu entscheiden. «Unsere größte Hoffnung ist der Frieden», so Trump weiter. Das israelische Militär hatte Palästinenser zuvor beim Gazastreifen mit Flugblättern gewarnt, sich fernzuhalten: «Halte Dich fern vom Sicherheitszaun, terroristischen Aufrührern und gewalttätigen Demonstranten!». Auf anderen Flugblättern heisst es: «Erlaube es der Hamas nicht, Dich auf zynische Weise als ihre Marionette zu missbrauchen» oder «Rette Dich selbst und setze lieber darauf, Dir eine gute Zukunft aufzubauen!» Die Warnungen fruchteten nicht, wie aktuelle Bilder aus dem Grenzgebiet zeigen. 41 Palästinenser wurden gemäss palästinenischen Behörden von israelischen Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen erschossen. Mehr als 900 Personen wurden verletzt. Am Sonntag hatte die im Gazastreifen herrschende Hamas Israel am Sonntag zur Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Gebiets am Mittelmeer aufgerufen. Die Hamas wird von Israel, EU und USA als Terrororganisation eingestuft und hat sich die Zerstörung des Staates Israel auf die Fahne geschrieben. Hunderte Personen wurden allein heute bei Zusammenstössen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel verwundet. Seit Ende März sind bei gewaltsamen Konfrontationen von Palästinensern mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze 55 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden (im Bild: Ein Mann ruht sich aus, neben sich Molotow-Cocktails). Der Zeitpunkt der Botschaftseinweihung in Jerusalem wird von vielen auch deswegen als Provokation gesehen, weil morgen die Palästinenser den Tag der Nakba (Katastrophe) begehen. An diesem Tag erinnern sie an Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Das Terrornetzwerk Al-Kaida drohte den USA mit Konsequenzen wegen der Botschafts-Verlegung: Der Chef des Terrornetzwerks, Aiman al-Sawahiri, rief Muslime vor der US-Botschaftseröffnung zum Jihad gegen die USA auf. Trumps Entscheidung habe gezeigt, dass Verhandlungen und «Beschwichtigungen» den Palästinensern nichts gebracht hätten, sagte al-Sawahiri. Er rief seine Anhänger auf, zu den Waffen zu greifen. Der Status Jerusalems ist einer der grössten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates. Gemäss einer Umfrage des israelischen Demokratie-Instituts befürworten fast zwei Drittel der Israelis die Verlegung der US-Botschaft. «Das ist kein Traum, das ist Realität», sagte Bürgermeister Nir Barkat als er Anfang letzter Woche die neuen Strassenschilder zur US-Botschaft anbringen liess. Der Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem ist zunächst nur ein symbolischer. Von 1000 Mitarbeitern in Tel Aviv werden nur 50 dort arbeiten.

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