«Xi ist ein grossartiger Präsident»

10. November 2017 00:07; Akt: 10.11.2017 03:26 Print

USA und China machen Milliardengeschäfte

Donald Trump ist bei Xi Jinping zu Gast. Nach einem hitzigen Wahlkampf übt er sich in Zurückhaltung.

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«Wir waren uns einig, nicht das gescheiterte Vorgehen der Vergangenheit zu wiederholen»: US-Präsident Donald Trump mit Xi Jinping. (9. November 2017) (Bild: Keystone/Andy Wong/AP)

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Nach monatelanger Kritik am hohen Handelsdefizit mit China sucht US-Präsident Donald Trump nun den Schulterschluss mit der Führung in Peking. Beim ersten Besuch von Trump in China wurden Wirtschaftsabkommen im Umfang von mehr als 250 Milliarden US-Dollar geschlossen.

«Wir waren uns einig, nicht das gescheiterte Vorgehen der Vergangenheit zu wiederholen», sagte Trump. Trump kritisierte dabei erneut Chinas Überschuss im Handel mit den USA, machte dafür aber zur sichtlichen Freude von Xi Jinping nicht Peking, sondern seinen Vorgänger Barack Obama verantwortlich.

Wichtige Gas- und Flugzeug-Deals

In Handelsfragen zeigte sich Trump versöhnlich, nachdem zuvor in Anwesenheit beider Präsidenten in der Grossen Halle des Volkes 15 Wirtschaftsvereinbarungen unterzeichnet worden waren. Zu den Vereinbarungen gehörten feste Verträge, aber auch nur Absichts- oder Rahmenerklärungen.

Eine der wichtigsten Vereinbarungen betrifft einen Gasdeal mit drei chinesischen Staatsunternehmen zur Förderung von Flüssiggas im US-Bundesstaat Alaska im Volumen von bis zu 43 Milliarden Euro. China sagte zudem den Kauf von 300 Flugzeugen des US-Herstellers Boeing für rund 37 Milliarden Dollar zu.

«Zusammenarbeit ist der einzige Weg»

In den Gesprächen mit Xi Jinping sagte Trump, ihm sei bewusst, dass die USA ihre Wirtschaftspolitik ändern müssten, «weil sie im Handel so weit hinter China herhinken, und, um ehrlich zu sein, hinter vielen anderen Ländern». Aber die USA wollten den Handel gerecht machen, so dass beide Länder davon profitierten.

Xi Jinping verwies auf die Gemeinsamkeiten der zwei grössten Volkswirtschaften, die wichtige Motoren für das globale Wachstum seien. «Zusammenarbeit ist der einzige Weg.»

Er bekräftigte die Zusage, eine weitere Marktöffnung zu verfolgen. Die amerikanische wie die europäische Handelskammer kritisieren aber vielmehr Rückschritte. Seit Jahren zugesagte marktwirtschaftliche Reformen blieben bisher aus.

Probleme mit Nordkorea lösen

Im Konflikt über Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm rief Trump seinen Gastgeber Xi Jinping zu verstärkten Anstrengungen auf. «China kann das Problem sehr einfach und schnell lösen.» Xi Jinping sei ein «grossartiger Präsident». Die USA und China könnten gemeinsam Probleme mit «grossen Gefahren» lösen. «Wir sind in der Lage, die Weltprobleme über viele, viele kommende Jahre zu lösen.»

Xi Jinping sagte, beide Länder hätten ihr «festes Bekenntnis» zur atomaren Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel und der Umsetzung der UNO-Resolutionen gegen Pyongyang bekräftigt. Er betonte erneut, dass China sich für eine Verhandlungslösung ausspreche. Xi Jinping berichtete, beide Seiten hätten auch vereinbart, den Austausch und Dialog ihrer Streitkräfte «auf verschiedenen Ebenen» auszubauen.

Aussenminister Rex Tillerson sagte, China sei den Vereinigten Staaten sehr dankbar für deren klare Position zu Nordkorea. Xi Jinping habe zum Ausdruck gebracht, dass die Auswirkungen der Sanktionen in Nordkorea eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würden. Es gebe Erkenntnisse, dass die Sanktionen in Nordkorea langsam Wirkung zeigten.

Differenzen und «herzliche Gefühle»

Die besonders hervorgehobene Einigkeit konnte indes nicht verbergen, dass es weiterhin eine Reihe ernsthafter Differenzen zwischen den USA und China gibt. So habe es einen «offenen Meinungsaustausch» zum Südchinesischen Meer gegeben, sagte Tillerson.

China beansprucht das gesamte Seegebiet, durch das jedes Jahr Waren im Wert von rund drei Billionen Dollar transportiert werden. Dazu baut China künstliche Inseln zu Militärposten aus. Ansprüche auf Teile dieses Gebietes machen aber auch Brunei, Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Vietnam geltend.

Trump lobte derweil sein gutes persönliches Verhältnis zu Xi Jinping. Er empfinde «herzliche Gefühle». «Ich denke, wir werden grossartige Dinge für China und die USA leisten.» Am Abend gab Xi Jinping ein Staatsbankett für Trump und seine Frau Melania. Der US-Präsident reist am Freitag weiter nach Vietnam. Im Küstenort Da Nang nimmt er an dem jährlichen Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) teil.

(mch/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Irre mit dem Smartphone am 10.11.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gold das glänzt

    Die Chinesen haben begriffen wie Trump tickt. Gebt ihm einen Deal, den er als Erfolg verkaufen kann und der Rest wird zur Nebensache. Was Amerika first mit chinesischen Firmen zu tun hat, die Gasfelder vor Alaska ausbeuten, bleibt nicht die einzige Frage.

  • Sabai am 10.11.2017 01:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie reden miteinander

    Wenigstens reden sie miteinander, das Resultat werden wir leider erst in den nächsten Jahre sehen, wie Umweltschutz, Wirtschaft und Menschenrechte.

  • romeosail am 10.11.2017 04:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump

    ist wie das Wetter, weiss er selber dass er der Widerspruch in Person ist?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 11.11.2017 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Krass

  • Angelina am 11.11.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    rumrederei wie sehr oft

    ganz ehrlich, so langweilige Rederei. von herzliche Gefühle, Erkenntnis, es ist was zu sehen, es nimmt Wirkung bla bla bla rumrederei. ist nicht wert zu lesen

  • Acuaria am 11.11.2017 03:18 Report Diesen Beitrag melden

    Dealmaker

    Trump ist doch wirklich ein Volltrottel. Der Deal betr. Boeing ist schon seit Jahren im Gang, Alaska Gas "verkaufen" ist kein toller Erfolg. Der Rest sind nur Absichtserklärungen. Ein roter Teppich, feines Essen, Militärdefilee und Trump ist glücklich. Dasselbe mit Golfspielen in Japan. Die Asiaten wissen genau wie sie Trump hofieren müssen, damit dieser meint er sei der Grösste. Katastrophal dieser grösste Negotiator and Dealmaker aller Zeiten.

  • BK11215 am 10.11.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Donald the man without a spine Trump

    Köstlich die Gesichtsausdrücke.

  • afa 2017 am 10.11.2017 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    well done D.T

    Und wer leidet weiter und hst nichts von all dem geld? Ach ja, ca 90% der gesammten Menschheit.

    • ert am 11.11.2017 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @afa 2017

      sori! Aber die NKs sind mir egal!!!!!! Wer nicht hören will muss fühlen! Uns geht es gut!

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