Australiens Naturwunder

16. November 2012 11:00; Akt: 16.11.2012 15:33 Print

Verbesserter Schutz für das Great Barrier Reef

Rund um Australien hat die Regierung die Meeresschutzgebiete massiv ausgebaut. Um die Küsten zu schützen, wurde an einigen Orten auch das Bohren nach Öl und Gas verboten.

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Grösstes Korallenriff der Welt in Gefahr: Im Verlauf von 27 Jahren hat sich der Korallenbestand im 2300 Kilometer langen Barrier Reef halbiert, wie eine Langzeitstudie des Australischen Instituts für Meereskunde belegt. Ursachen des Rückgangs: Ein Grossteil der Zerstörungen rührt von schweren Stürme (48 Prozent) und Befall mit Dornenkronen-Seesternen (42 Prozent) her. Nicht hausgemachte Schäden: Infolge der globalen Erwärmung war das Great Barrier Reef in den Jahren 1998 und 2002 stark vom Massenkorallenbleichen betroffen. Im Jahr 2002 waren 60 bis 95 Prozent des Riffs geschädigt. Einzigartiges Ökosystem: Das Great Barrier Reef ist die grösste von Lebewesen geschaffene Struktur der Erde. Beeindruckende Dimensionen: Die Fläche des Great Barrier Reef beträgt etwa Quadratkilometer. Grosse Vielfalt: Im Great Barrier finden sich 359 Steinkorallenarten, 80 Arten von Weichkorallen und Seefedern. Heimat Millionen von Lebewesen: Über 1500 Fischarten, 1500 Schwammarten, 4000 Arten von Weichtieren, 800 Arten von Stachelhäutern wie zum Beispiel Seesternen sowie 500 verschiedene Arten von Seetang leben im Riff. Sechs von insgesamt sieben weltweit vorkommenden Arten von Meeresschildkröten leben vor der australischen Küste. Darunter sind auch die vom Aussterben bedrohten unechten Karettschildkröten und die pazifischen Suppenschildkröten, die das Riff zur Eiablage nutzen. Inselhüter gesucht: 2009 vergab Australien befristet einen Job als Pfleger das Great Barrier Reef, nicht zuletzt um auf die Problematiken aufmerksam zu machen.

Eine Studie hat im September aufgedeckt, dass das Ökosystem vor der australischen Küste stark gelitten hat.

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Australien hat seine Meeresschutzgebiete rund um den ganzen Kontinent am Freitag massiv ausgeweitet. Die Regierung stellte zusätzlich 2,3 Millionen Quadratkilometer Meer unter Schutz.

Damit ist der kommerzielle Fischfang in einem Areal von 3,1 Millionen Quadratkilometern künftig deutlich eingeschränkt. In manchen Gebieten darf auch nicht nach Öl oder Gas gebohrt werden.

Fischer werden entschädigt

«Australien wird damit die weltweit führende Nation im Meeresschutz», sagte Umweltminister Tony Burke am Freitag. Besonders am 2600 Kilometer langen Great Barrier Reef vor der Ostküste wird das Schutzgebiet massiv ausgeweitet.

Die Regierung will Fischer, die in den Gebieten nicht mehr fischen können, mit insgesamt 100 Millionen australischen Dollar (rund 81 Millionen Franken) entschädigen.

(Video: youtube.com/NationalGeographic)

(rme/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuela Hunziker am 16.11.2012 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Wir waren gerade vor 1 Woche schnorcheln am Great Barrier Reef. Es war einfach wunderschön! Finde es gut und sehr wichtig, dass die Menschheit beginnt umzudenken...

  • Heinz B. am 16.11.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerisch

    sehr schön, aber was ist mit den weissen Haien in Western Australia? Die sollen plötzlich abgenallt werden. Die Australier lassen sich gerne als Vorbilder feiern, was dann aber dabei raus kommt, ist meistens anders. Der Schutz muss auch durchgesetzt werden. Wenns es aber um ein paar Touristen mehr oder weniger geht, zählt der Schutz des Meeres und dessen Bewohner nichts mehr. Jedenfalls will Western Austarla die weissen Haie, eine geschützte Art, zum Abschuss freigeben.

    • Sharkproject am 16.11.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Zustimmung

      Richtig, das hat schon einen schalen Beigeschmack.

    • T. am 16.11.2012 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Haie sind nicht kuschelig 

      Sehe ich auch so. Haie haben keine leuchtenden Farben und sehen auch nicht kuschelig aus. Wer diese Kriterien nicht erfüllt hat halt keine Lobby. Das wird uns mal teuer zu stehen kommen.

    • Tim Erlanger am 16.11.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      Na na, mal nicht so schwarz sehen

      Australien ist immerhin auch das einzige Land, welches sich in jenen Meerenund bis zur Antarktis hinunter mit seiner Küstenwache gegen illegale Fischerei einsetzt. Ohne diese teuren und riskanten Einsätze gäbe es gewisse Fischarten schon längst nicht mehr.

    • Sea Shepherd Switzerland Fan am 16.11.2012 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hoffnung

      Dies stösst bei sehr vielen Australiern auf viel Ablehnung und ich denke nicht das sich das wirklich etablieren wird ( das abschiessen von Haien)

    einklappen einklappen
  • Pitsch am 16.11.2012 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wechselkurs

    Toller Bericht - kleine Korrektur: AUD 100 Mio entsprechen zur Zeit rund CHF 98 Mio (nicht CHF 81 Mio.)

  • Anna am 16.11.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Super gemacht Australien! Bin sehr stolz auf diese Entscheidung!

  • Domino am 16.11.2012 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild für andere Nationen

    Schade das es kein Umwelt-Dominoeffekt gibt, wie es dies zum Beispiel bei kommunistischen Diktaturen der fall war! Aber schön das eine Nation mal ein grosses (!) Zeichen setzt.