«Huffington Post»-Artikel

15. April 2017 19:04; Akt: 15.04.2017 19:04 Print

Weisse Männer sollen nicht mehr wählen dürfen

Der weisse Mann ist an allem schuld. So könnte man die These von Shelley Garland zusammenfassen. Sie will ihm deshalb das Wahlrecht entziehen.

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Weisse Anhänger von Donald Trump feiern den neu gewählten US-Präsidenten. (Bild: Keystone/AP/Evan Vucci)

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Ohne die Stimmen der «rücksichtlosen weissen Männer» hätte es keinen Brexit gegeben, keine Weltwirtschaftskrise und wäre Donald Trump nicht gewählt worden. Auch den Kapitalismus und die Ausbeutung der Armen gäbe es nicht. Das behauptet Shelley Garland in einem vielbeachteten, mittlerweile aber gelöschten Beitrag auf der südafrikanischen Online-Ausgabe der «Huffington Post».

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Laut der angeblichen Aktivistin und Feministin verhindern die weissen Männer den Fortschritt. «Es ist Zeit, ihnen die Kontrolle über die Welt zu entreissen.» Ihr Rezept: Kein Wahlrecht für weisse Männer für 20 Jahre, «um den Einfluss des reaktionären und neoliberalen Ideologien zu schwächen».

Das möge zwar unfair und ungerecht anmuten, schreibt sie am Ende ihres Essays, aber: Weissen Männern zu erlauben, weiterhin politisch und wirtschaftlich die wichtigen Entscheide zu treffen, «ist die grössere Ungerechtigkeit».

Verfasserin scheint nicht zu existieren

Die «Huffington Post» hat später einer Artikel publiziert, in dem erklärt wird, dass der Blog inzwischen von der Seite entfernt wurde. Offenbar konnte die Identität der Verfasserin nicht bestätigt werden.

Die Inhalte würden nun dem Ombudsmann der südafrikanischen Presse vorgelegt. Man sehe sich zwar dem Kodex verpflichtet, der die freie Meinungsäusserung respektiert, dies aber nur unter gewissen Bedingungen und Verpflichtungen. «Wir diskutieren nun, wie unsere Qualitätskontrolle verbessert werden kann», schreibt die «Huffington Post».

Flut von wütenden Reaktionen

Via «Fox News» und dem ultrarechten ehemaligen Breitbart-Blogger Milo Yiannopoulos hat sich der Artikel schnell in den sozialen Medien verbreitet. Und einen Shitstorm ausgelöst: Viele halten die Thesen für nichts anders als schwer rassistisch.

Die «Huffington Post» erhielt laut eigenen Angaben einen Flut von gehässigen Nachrichten und Kommentaren. Das Portal veröffentlichte nun einen Folgeartikel, in dem es heisst: «Garlands zugrunde liegende Analyse über die ungleichmässige Verteilung von Reichtum und Macht in der Welt ist Standard in der feministischen Theorie. Sie wird schon seit Jahrzehnten auf vielfältige Weise von feministischen Schriftstellern und Theoretikern vertreten.» Die meisten Kritiker hätten den Artikel offenbar nicht oder nicht richtig gelesen.

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