Aussenministerium

30. November 2017 16:11; Akt: 30.11.2017 23:32 Print

Weisses Haus dementiert Ablösung von Tillerson

US-Aussenminister Rex Tillerson soll abgelöst werden, hiess es in einem Bericht der «New York Times». An seine Stelle solle in den kommenden Wochen CIA-Direktor Mike Pompeo rücken.

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Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums hat die Medienberichte über eine baldige Ablösung von Aussenminister Rex Tillerson als unzutreffend zurückgewiesen. Die «New York Times» hatte unter Berufung auf ranghohe Behördenvertreter berichtet, Tillerson soll durch den amtierenden CIA-Chef Mike Pompeo ersetzt werden.

Der Stabschef des Weissen Hauses, John Kelly, habe am Morgen seine Amtskollegin im Aussenministerium, Margaret Peterlin, informiert, dass ein entsprechender Bericht der «New York Times» nicht zutreffe, erklärte Aussenministeriums-Sprecherin Heather Nauert. Im Bericht hatte es geheissen, Kelly habe einen Plan zur Ablösung Tillersons vorbereitet.

Tillerson soll Arbeit fortsetzen

Tillerson habe die Berichte beiseite gewischt, sagte Nauert. Er werde in der nächsten Woche wie geplant nach Europa reisen, und in Brüssel mit den NATO-Aussenministern sowie mit den 28 Aussenministern der Europäischen Union zusammentreffen. Anschliessend werde er in Wien am Treffen der OSZE-Aussenminister teilnehmen, bevor er nach Paris weiterreise, um dort politische Gespräche zu führen, in denen es unter anderem um die Sahel-Zone, Syrien und Libyen sowie um Nordkorea gehen soll.

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, wich einer Frage aus, ob Präsident Donald Trump noch Vertrauen in seinen Aussenminister habe. Sie sagte, wenn der Präsident kein Vertrauen mehr hätte, wäre Tillerson nicht mehr im Amt. «Seine Zukunft besteht darin, seine harte Arbeit als Aussenminister fortzusetzen», sagte Sanders.

Verhältnis angespannt

Das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Tillerson gilt seit langem als angespannt. Die beiden Politiker vertreten bei zahlreichen aussenpolitischen Themen unterschiedliche Positionen.

Seit Monaten wird über Tillersons Zukunft spekuliert. Anfang November sagte Trump dem Sender Fox News, er wisse nicht, ob er den Ex-Chef des Ölkonzerns Exxonmobil für die gesamte Amtszeit auf dem Posten belassen werde. Er sei nicht glücklich darüber, dass einige im Aussenministerium seine Politik nicht unterstützten, beklagte sich Trump.

Im Nordkorea-Konflikt hatte Trump seinem Aussenminister wegen dessen diplomatischer Bemühungen Zeitverschwendung vorgeworfen. Der US-Fernsehsender NBC berichtete wiederum, Tillerson habe Trump nach einer Sitzung im Verteidigungsministerium als «Deppen» bezeichnet. Ob Trump der Neubesetzung des Ministeramtes bereits zugestimmt habe, sei unklar, berichtete die «New York Times» weiter. Eine Stellungnahme des Weissen Hauses war auf Anfrage von internationalen Agenturen zunächst nicht zu erhalten.

(kaf/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.St. am 30.11.2017 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr für die ganze Welt

    Dieser Präsident hat eine Schraube locker. Da war Ghadaffi noch berechenbarer.

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  • wjp1 am 30.11.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump wird in die Geschichte eingehen

    Weil er nachdem er alle "fired" hat nur noch sich selber feuern kann . Das dürfte einmalig sein .

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  • Jimmy am 30.11.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie

    Das wäre ja ein Ding. Ich frage mich dann schon in wie weit das der Vorstellung einer Demokratie entspricht...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Human Comment am 01.12.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstzerstörung

    die Massenmedien zerstören sich selbst. Zum Glück funktioniert die menschliche Selbstregulierung noch: Jugendliche konsumieren diesen Schwachsinn nur noch selten - wenn überhaupt. Wären sie bloss bei der Wahrheit geblieben. Auch SRG: Nobillag wird garantiert angenommen

  • Papageno am 01.12.2017 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Je suis la paix, ich bin Frieden

    Trump ist auch der Oberbefehlshaber der NATO. Ich fürchte er weiss nicht, dass man Kriege nicht gewinnen, sondern nur verhindern kann. Die Friedensbewegung muss sichtbar werden!

  • Der Stadthalter am 30.11.2017 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was passiert hier?

    Ok! Trump ist der Präsident, er hat bald alle von seinem Kabinett ausgewechselt. Was hat dieser President bis jetzt erreicht? Bitte um Mr. Trump, zeigen Sie ihre Ergebnisse! Sollte es welche geben, haben sie die bereits vergessen? Amerika sollte ein vorzeige-Modell sein! Mr. Trump, Sie sind ineffizient und dies für die ganze Welt!

    • noidea am 01.12.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      keine Ahnung

      es gibt Leute, die Trump aus einem Grund gewählt haben. Zum Beispiel die Leute in Detroit und Umgebung. Und hey, das sind nicht nur Weisse, im Gegenteil

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  • Rüedu am 30.11.2017 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nachvollziehbar

    Einen politisch völlig Unbedarften zum Aussenminister zu machen, war wie immer eine trumpsche Fehlenscheidung, Loyalität über Kompetenz zu stellen (Da sind noch mehr: De Vos, Munchin, Ross, Mc Mahon etc.) CEO Denken eines durch die Privatwirtschaft geprägten, dessen grösste "Leistung" der Abbau rund eines Drittel aller Stellen im diplomatischen Dienst in Erinnerung bleiben wird. Nun einen Hardliner wie Pompeo, und die Konfrontation mit Iran und Nordkorea ist Tatsache.

    • Steinwerfer am 01.12.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rüedu

      Hmmm... Bisher habe ich das Gefühl, dass Tillerson (obwohl Politneuling) deutlich mehr auf dem Kasten hat als sein "Chef". Zumindest agiert Tillerson wesentlich überlegter als Trumpel.. So mein Eindruck.

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  • P.O.Liticus am 30.11.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dran denken

    In USA hat Trump immer noch grossen Zuspruch. Auch von hoch intelligenten Leuten. Mein Geschäftspartner in Memphis, Tennessee, lobt ihn als Anpacker, mit den Argumenten: Schafft Arbeitsplätze, die Börse steigt, die Wirtschaft dreht rund. Mein Partner kann nicht verstehen, dass Trump so schlecht gemacht wird in Europa. Meine anderen Freunde an der Ostküste denken eher so, wie wir. Sie meinen aber, Frau Clinton wäre die noch schlimmere Alternative.

    • Cartman1993 am 01.12.2017 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.O.Liticus

      Hoch intelligente Menschen? was ist das für sie, bzw. wie würden sie das definieren?

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