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Unter General-Verdacht
13. November 2012 12:25; Akt: 13.11.2012 15:06 Print
Wer ist Jill Kelley?
Im Skandal um den Rücktritt von CIA-Chef David Petraeus rückt eine Frau immer mehr ins Zentrum: Jill Kelley. Die Partylöwin aus Florida bringt nun auch General John Allen in Bedrängnis.
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Die Affäre um den zurückgetretenen CIA-Chef David Petraeus zieht weitere Kreise. Wie das US-Verteidigungsministerium bekanntgab, wird wegen «unangemessener Kommunikation» gegen den US-Oberkommandierenden in Afghanistan, General John Allen, ermittelt. Es geht um Mails, die der General an Jill Kelley, eine Freundin von David Petraeus, geschickt hat. Wie früher bereits bekannt wurde, hat Kelley auch Drohmails von Petraeus' Ex-Geliebten und Biografin Paula Broadwell erhalten. Doch wer ist Jill Kelley? Ist sie Nebenbuhlerin, Vertraute, Animierdame? Laufen bei ihr alle Fäden der dubiosen Geschichte zusammen?
Bildstrecken CIA-SkandaleJill Kelley war die Partylöwin von South Tampa, Florida. Als sie mit ihrem Ehemann Scott, einem erfolgreichen Onkologen, von Pennsylvania nach South Tampa umzog, gab sie alles, um Teil der High Society zu werden. Sie organisierte Partys, Galas und Fashionshows, deren Erlöse sie dem amerikanischen Roten Kreuz oder Tampas Kunstmuseum spendete. Jill arbeitete unentgeltlich, sie war eine sogenannte Volunteer. Doch irgendwie fasste sie dennoch nie richtig Fuss in diesen elitären Kreisen, schreibt die «Tampa Bay Times».
«Grossartige Mutter, unglaubliche Hausfrau»
Deshalb wandte sie sich der Militärszene zu. Vielleicht liessen sich dort eher gesellschaftliche Meriten abholen, vielleicht würde sie, die schöne dunkle Brünette bei wilden Marines besser ankommen als in der ehrbaren Society. Nur wenige Meilen von ihrem Zuhause befindet sich der Luftwaffenstützpunkt MacDill, auf dem das US-Zentralkommando und das Kommando der US-Spezialkräfte (Joint Special Operatios command JSOC) stationiert sind. Das JSOC ist eine mysteriöse Einheit, die geheime Aktionen gegen den Terrorismus durchführt, wie «The Daily Beast» festhält. Auf der Liste steht auch die Operation im libyschen Bengasi vom vergangenen August.
Jill wurde zur ehrenamtlichen sozialen Vertrauensperson. Die Soldaten und Offiziere gingen regelmässig bei den Kelleys ein und aus – auch David Petraeus, der damalige Führer der Einheit US Central Command in MacDill, dessen Familie bald zum engen Freundeskreis der Kelleys gehörte. «Jill war eine umwerfende Klientin», sagt Linda Baldwin im «Tampa Bay Times». Baldwin ist die Besitzerin der Catering-Firma «Events by Amore», die für das Buffet bei den Militärpartys der Kelleys verantwortlich war. «Sie machte so viel für das Militär, war eine grossartige Mutter und unglaubliche Hausfrau», so Baldwin weiter. «Sie gab alles fürs Militär.»
Auf zu grossem Fuss gelebt
Wenn man Bekannten glaubt, vergöttert Jill ihren Ehemann Scott, von dem sie oft als Dr. Kelley spricht. Die beiden haben drei Kinder. Jill wiederum hat eine Zwillingsschwester und wuchs mit zwei weiteren Geschwistern in Philadelphia auf. Ihre Eltern wanderten Mitte der 70er Jahre aus dem Libanon aus und eröffneten in Philadelphia ein orientalisches Restaurant.
Einzig ein Gerichtsfall scheint die Freuden der Kelleys 2011 etwas getrübt zu haben. Sie schuldeten der Central Bank 2,2 Millionen Dollar. In der Folge mussten sie ein Büro in der Madson Street in Tampa verkaufen. Dabei stellte sich heraus, dass dies nicht der erste Gerichtsfall der Kelleys war – sie hatten sich mit Landkäufen und Catering-Aufträgen arg ins Minus geritten. Anders gesagt: Die Kelleys lebten in Florida auf zu grossem Fuss.
30 000 Seiten Dokumente ausgetauscht
Im vergangenen Sommer erhielt die 37-jährige Partylöwin anonyme E-Mails. Jill Kelley gab die Mails an einen Freund weiter, der beim FBI arbeitet. Als Absender entpuppte sich Paula Broadwell, die Ex-Geliebte des zurückgetretenen CIA-Chefs Petraeus. Der FBI-Freund wurde von den weiteren Ermittlungen ausgeschlossen – angeblich weil er zu besessen von den Mails war, wie das «Wall Street Journal» zu berichten weiss. So habe er selber einmal Jill ein Foto von sich halbnackt geschickt.
Was genau US-General John Allen mit der Geliebten von David Petraeus verbindet, muss abgeklärt werden. Allen dementierte, dass Sex im Spiel sei. Fakt ist, dass die beiden zwischen 2010 und 2012 bis
PR-Managerin als schlechtes Omen
Die Kelleys feierten gerade den Geburtstag ihrer Tochter, als sie die Nachricht von Petraeus’ Rücktritt erreichte. Sie haben einen Anwalt genommen und die auf Krisen spezialisierte PR-Managerin Judy Smith angeheuert. Smith war einst für Monica Lewinsky beauftragt worden. Wenn das kein schlechtes Omen ist.
(kub)

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