Neue Hinweise auf Mord

24. November 2012 12:18; Akt: 24.11.2012 15:04 Print

Wurden Präsident Özal vier Giftstoffe verabreicht?

Vor 20 Jahren starb der türkische Präsident Özal. Herzversagen, hiess es. Jetzt aber stiessen Ermittler bei der Obuktion des Leichnams auf Gift wie Strychnin, Polonium und DDT.

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Turgut Özal im Januar 1993 kurz vor seinem Tod.

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Bereits im November spekulierten türkische Medien, dass der türkische Präsident Özal vergiftet worden sein könnte. Die Zeitung «Bugün» berichtete, bei einer Autopsie der sterblichen Überreste Özals seien «Spuren von Strychnin» gefunden worden, unter anderem im Knochenmark der Leiche. Das Gift könnte Özal in ein Getränk gemischt worden sein, spekulierte das Blatt damals.

Jetzt gibt es offenbar weitere Ermittlungsergebnisse. «Today`s Zaman» berichtet am Samstag unter Berufung auf Mitarbeiter des mit der Untersuchung beauftragten Forensischen Institutes ATK, es seien vier Giftstoffe gefunden worden – darunter ein zehnfach erhöhter Wert des Giftes DDT sowie Spuren des radioaktiven Stoffes Polonium. Polonium sei demnach genutzt worden, um den Körper des Präsidenten zunächst zu schwächen.

Staatsanwälte gehen Hinweisen auf eine mögliche Ermordung des Politikers nach, nachdem Zeugen über verdächtige Umstände des Todes berichtet hatten. Özal war von 1989 bis zu seinem Tode im April 1993 Staatspräsident. Als Todesursache war Herzversagen genannt worden.

Özal hatte sich mit dem mächtigen Militär angelegt

Auch Özals Familie geht von einem Mord aus und fordert eine Aufklärung möglicher Hintergründe, nachdem der Leichnam 1993 nicht untersucht worden war.

Mit Reformen hatte der nicht unumstrittene Özal seinem Land wirtschaftliches Wachstum beschert.
Er legte sich mit der damals fast allmächtigen türkischen Armee an und gab Signale für eine Aufweichung der harten Haltung in der Kurdenfrage.

(sda)