Generationenwechsel

15. November 2012 05:03; Akt: 15.11.2012 08:20 Print

Xi Jinping ist der neue Leader der Kommunisten

Die Kommunistische Partei Chinas hat Vizepräsident Xi Jinping zu ihrem neuen Generalsekretär ernannt. Das Zentralkomitee hatte den 59-Jährigen zum Nachfolger von Hu Jintao gewählt.

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Das Zentralkomitee der chinesischen Kommunisten hat am 15. November 2012 Xi Jinping zum neuen Parteichef ernannt. Im neuen Jahr Xi Jinping auch neuer Staatschef des mächtigen Chinas werden. Er löst somit Hu Jintao an der Spitze ab, der aus altersgründen ausscheidet. Das Politbüro ist von neun auf sieben Mitglieder geschrumpft. Hier präsentieren sich neuen Köpfe. Na, na, ist der 18. Parteitag der Kommunistischen Partei wirklich soo langweilig? Ab dem 8. November 2012 trifft sich hier die Parteielite, um die künftige Führunsriege zu bestimmen. Unter dem Blick von Mao Zedong (im Bild), dem Begründer der Volksrepublik, wird unter anderem der 5. Staatspräsident ernannt. In der «Grossen Halle des Volkes» hält der abtretende Präsident Hu Jintao eine Ansprache an seine Parteikollegen. Die Halle ist gross, aber nicht annähernd gross genug für die insgesamt 78 Millionen Partei-Mitglieder. Sicherheitspersonal darf hingegen nicht fehlen. Momentan scheint die Lage unter Kontrolle, lediglich ein Sicherheitsbeamter sitzt auf seinem Platz, links im Bild. Ankunft der Delegierten der Volksbefreiungsarmee. Die 2200 Abgeordneten wollen natürlich Tee. Vor dem Gebäude warten Hostessen in Reih und Glied ... ... doch die Ordnung ist nicht von Dauer. Uniformen machen Männer bekanntlich attraktiver. Diese Sicherheitsleute haben nicht das Glück, von chinesischen Schönheiten umringt zu sein. Sie patroullieren abseits um die «Grosse Halle des Volkes». Deren begrenztes Platzangebot zwingt die Behörden zur Bereitstellung von Public-Viewing. Am Ende wird die Macht von Hu Jintao auf Xi Jinping übergehen und dann heisst es: Bis in fünf Jahren. Hu Jintao auf allen Kanälen: Ein Mann raucht nach dem Abendessen eine Zigarette in seinem Haus in Peking und versorgt sich mit den neusten Verheissungen des Parteitags.

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Chinas Kommunisten haben mit der Ernennung von Vize-Präsident Xi Jinping zum neuen Parteichef einen historischen Machtwechsel eingeleitet. Untermauert wurde die Personalie am Donnerstag nach amtlichen Angaben mit der Beförderung Xis zum Militärchef.

Wie die Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtete, wurde Vize- Regierungschef Li Keqiang in den innersten Parteizirkel befördert, der nunmehr aus sieben statt neun Mitgliedern besteht. Xi dürfte mit der Ernennung zum Chef der Kommunistischen Partei Chinas nun auch für das Amt des Staatschefs gesetzt sein und Präsident Hu Jintao ablösen.

Xi dankte der Partei für das in ihn gesetzte Vertrauen. Er und sein Team sähen sich einer «enormen Verantwortung» gegenüber, sagte er nach der Vorstellung seiner sechs Kollegen, die mit ihm den künftigen mächtigen Ständigen Ausschuss des Politbüros bilden. Er werde alles daran setzen, dem Volk ein «besseres Leben» zu ermöglichen, sagte der 59-Jährige.

Bekämpfung der Korruption

Der derzeitige Stellvertreter von Wen Jiabao, Li Keqiang, dürfte diesen mit seiner Beförderung beerben. Die beiden an die Spitze der Partei beförderten Politiker werden nach den Gepflogenheiten voraussichtlich vom Volkskongress im März mit ihren Aufgaben betraut und dürften zehn Jahre im Amt bleiben.

Angesichts zahlreicher Affären in der jüngeren Vergangenheit war auch die Korruptionsbekämpfung bei dem Parteitag ein wichtiges Thema. Xi sagte dazu am Donnerstag, die Kommunistische Partei sei mit «gravierenden Herausforderungen» konfrontiert, darunter mit der Korruption sowie mit einer überbordenden Bürokratie.

Der scheidende Präsident Hu Jintao hatte zum Parteitagsbeginn in der vergangenen Woche grössere Anstrengungen im Kampf gegen die Korruption gefordert. Wenn das Problem nicht in den Griff gebracht werde, könne dies zum «Kollaps von Partei und Staat» führen, warnte Hu.

Einigkeit über Wirtschaftsreformen

Einigkeit besteht in der politischen Führung Chinas darüber, dass das Riesenland Wirtschaftsreformen angehen muss, um den Lebensstandard vieler unzufriedener Bürger zu verbessern. China verzeichnet zwar nach wie vor deutliche Wachstumsraten, allerdings fallen diese nicht mehr so hoch aus wie noch vor wenigen Jahren.

Die 2200 Delegierten der Kommunistischen Partei hatten ihren 18. Parteitag am Mittwoch in einem Meer von roten Fahnen mit der sozialistischen Kampfhymne «Die Internationale» abgeschlossen. Wie der scheidende Präsident Hu mitteilte, wurden bei dem Treffen die rund 200 Mitglieder des Zentralkomitees der Partei gewählt, das wiederum die Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros bestimmten.

Erster Gratulant zur Beförderung zum Parteichef war Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un. Er gratuliere der Kommunistischen Partei Chinas zum «erfolgreichen Parteitag» und Xi zur Wahl, wurde der Machthaber von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Kim betonte die «traditionelle Freundschaft» beider Länder. China ist Nordkoreas wichtigster Verbündeter und der grösste Unterstützer des verarmten abgeschotteten Landes.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rudi am 15.11.2012 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin spannender als der

    Immerhin spannender als der US Wahlkampf. In China regiert ja noch die Parteil und nicht der Geldadel. Über das wie darf man jedoch geteilter Meinung sein.

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  • Alex am 15.11.2012 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Dasselbe

    Aha, bei den Linken heisst es "Leader". Warum nicht "Führer"? Weil die Linken natürlich die Guten sind ... all die Verschleppten und Gefolterten wissen es wohl besser ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rudi am 15.11.2012 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin spannender als der

    Immerhin spannender als der US Wahlkampf. In China regiert ja noch die Parteil und nicht der Geldadel. Über das wie darf man jedoch geteilter Meinung sein.

    • john doe am 15.11.2012 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      partei=geldadel

      im gegensatz zu china kann in den usa ein einfacher staatsangestellter präsident werden...

    • Andy Kägi am 15.11.2012 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Oh Gott -.-'

      Wie man noch immer so naiv sein kann - als würde noch immer das Geld regieren. Wir sehen es ja in der Schweiz: Hier wir den Reichen ja fast am Laufband das Geld aus den Taschen gezogen. Natürlich immer im Namen der Gesellschaft. Ihr Name «Rudi» lässt zum Glück darauf hinweisen, dass Sie einer älteren Generation angehören.

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  • Alex am 15.11.2012 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Dasselbe

    Aha, bei den Linken heisst es "Leader". Warum nicht "Führer"? Weil die Linken natürlich die Guten sind ... all die Verschleppten und Gefolterten wissen es wohl besser ...

    • Peter am 15.11.2012 08:16 Report Diesen Beitrag melden

      links?

      Links? China hat sich zu einer kapitalistischen Grossmacht gemausert!

    • Linker am 15.11.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      Sie denken, dass...

      die 20min Redaktion glühende Anhänger der KP sind? Also bitte! Dann haben sie die verschiedenen Artikel schlicht nie gelesen.

    • Alex am 15.11.2012 10:21 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Links

      Tut mir leid, Peter, das sind nach wie vor Kommunisten. Bitte Augen auf!

    • frage am 15.11.2012 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      ok und was ist daran falsch?

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