Also doch!

25. November 2016 13:41; Akt: 25.11.2016 13:42 Print

Moskau betrieb massiv Propaganda für Trump

Tausende russische Internet-Trolle und Botnetze haben im US-Wahlkampf Stimmung gegen Hillary Clinton gemacht – und für Donald Trump. Das fanden Forscher heraus.

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Was lange vermutet wurde, haben zwei unabhängige Forscherteams jetzt nachgewiesen: Während des US-Wahlkampfs ist von Russland aus massiv Propaganda gegen Hillary Clinton und für Donald Trump betrieben worden. Die Wissenschaftler haben untersucht, wie und in welchem Ausmass Tausende Botnetze, menschliche Trolle, Websites und Social-Media-Accounts falsche Nachrichten verbreiteten oder die Reichweite rechter US-Seiten vervielfachten.

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«Sie wollen vor allem das Vertrauen in die US-Regierung untergraben», zitiert die «Washington Post» Clint Watts vom Foreign Policy Research Institute. Zusammen mit zwei Kollegen untersuchte er die russische Propaganda seit 2014. Auf dem Blog «War on the Rocks» hat das Forscher-Trio seine Ergebnisse vorgestellt.

Ein Nutzer, viele Accounts

Es gebe zwar keinen Weg festzustellen, ob die russische Propagandakampagne entscheidend für den Wahlerfolg Donald Trumps gewesen sei, so die Forscher. In jedem Fall sei sie aber Teil einer sehr effektiven Strategie gewesen, Misstrauen gegen die US-Demokratie zu schüren.

Eine zweite Forschergruppe namens PropOrNot liefert konkrete Zahlen. Die Experten nutzten Analyse-Tools, um zum Beispiel den Ursprung bestimmter Tweets zu ermitteln oder die Verbindungen zwischen Social-Media-Konten aufzuzeigen, die synchronisiert Nachrichten verschicken. In vielen Fällen zeigte es sich, dass hinter zahlreichen Accounts ein und derselbe Nutzer steckte.

PropOrNot identifizierte während des US-Wahlkampfes mehr als 200 Websites als regelmässige Verteiler russischer Propaganda. Mindestens 15 Millionen Amerikaner haben demnach diese Seiten besucht. Auf Facebook sei die Reichweite von Artikeln, die über die russische Desinformationskampagne verbreitet wurden, noch grösser gewesen, berichtet die «Post»: Die Texte seien schätzungsweise 213 Millionen Mal angeklickt worden. Oft basierten die Artikel auf den staatlichen russischen Medien «RT» und «Sputnik».

«Schrei in einen Hurrikan»

Die Bemühungen aus Russland seien derart schnell und koordiniert gewesen, dass die Fake-News traditionelle US-Nachrichtenmedien oftmals ausgestochen hätten. Nach Clintons Schwächeanfall am 11. September sei einer der ersten und aufsehenerregendsten Tweets zu ihrem Gesundheitszustand von russischen Botnetzen und Trollen verbreitet worden, schreiben die Autoren.

Als im August ein Artikel von «The Daily Beast» erschien, der eine weit verbreitete Falschmeldung über Clintons Gesundheitszustand entlarvte, wurde dieser auf Facebook nur 1700-mal angeklickt und fand im Netz insgesamt rund 30'000 User. Zum Vergleich: Die Version, die über russische Propaganda-Verteilnetze verbreitet wurde, erreichte 90'000 Facebook-Nutzer und wurde mehr als acht Millionen Mal gelesen. Für die PropOrNot-Forscher gleicht der «Daily Beast»-Text einem «Schrei in einen Hurrikan» aus falschen Nachrichten aus Russland.

Wenig entgegenzusetzen

Ähnliche Verbreitung fanden den Experten zufolge Meldungen über angeblich bezahlte Anti-Trump-Demonstranten oder geplante US-Militärschläge, die man Russland in die Schuhe schieben wolle. Ein PropOrNot-Mitglied, das aus Angst vor russischen Hackern anonym bleiben will, sagte der Zeitung: «Es war, als ob Russland einen riesigen Lobby-Feldzug für die Trump-Kampagne gestartet hätte – und es hat funktioniert.»

Die Forscher befürchten, dass die US-Regierung ausländischer Propaganda nur wenig entgegenzusetzen hat. Gleichzeitig hoffen sie, dass ihre Untersuchungsergebnisse die Verantwortlichen wachrütteln. Moskau hatte in der Vergangenheit immer wieder bestritten, in irgendeiner Art und Weise Einfluss auf den US-Wahlkampf zu nehmen.

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joonas am 25.11.2016 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Für wen wurde Propaganda betrieben?

    Ich hatte eher den Eindruck dass in ganz Amerika & Europa massiv Propaganda für Hillary Clinton und gegen Donald Trump betrieben wurde.

    einklappen einklappen
  • Fredi am 25.11.2016 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Apropos Manipulation

    Aber von Google zu Gunsten Hillary spriecht niemand, nicht wahr? Akzeptiert es einfach!

  • Andreas am 25.11.2016 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schmunzel

    Wenn das wahr ist, dann hätten die Russen die Amerikaner mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Ironie des Schicksals :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kopfschüttler am 25.11.2016 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die spinnen die Käseblätter

    Hab ich irgendwas verpasst? In fast sämtlichen Medien Fernseh, Radio, Zeitungen etc... wurde massivst Werbung für Hillary gemacht und Hetze gegen Trump. Also wen hier jemand einen wesentlichen Beitrag zum Wahlsieg von Trump trägt, dann sind es eben genau diese, weil sie mit ihren Kampagnen, weit über das Ziel hinausgeschossen sind. Wie heisst es so schon: Zuviel des Guten, ist schädlich. Sucht die Schuld nicht bei irgendwelchen Staaten, sondern in euren übereifrigen Redaktionen.

  • Eidgenössischer Eider am 25.11.2016 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in Amerika aktiv

    Das krasse ist, dass 20 Minuten diesen Artikel veröffentlicht, aber sich nicht fragt, weshalb auf dieser Seite die Kommentare und die zugehörigen Thumbs up oder down immer in so einem krassen Missverhältnis pro Putin sind. Wäre es repräsentativ, dann müssten 80% der 20min Leser Putin-Fans sein. Ich kann im Alltag aber Anfragen wen ich will und kein Schweizer findet Putin gut.

  • Pit69 am 25.11.2016 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dringendes schulfach.

    Da politik kein fach mehr in der schule ist,denke ich das die meisten übervordert sind ihre meinung zu bilden. nur arena und dienstag clup reicht dafür nicht aus. besser die bibelstunde dafür nutzen.

  • rocky53 am 25.11.2016 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    flopps

    gab mal mauer zwischen ost und west,das system ist seit fall gestört,weis noch an krisensitzung in firma,hiess es wird nichts mehr sein wies war,und recht hatten sie. gut ist mauer weg aber gewinner sind nicht das volk von ostseite war,auch fall von udssr hat volk nichts gebracht nur bachab

  • Laura Stern am 25.11.2016 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn sich Wähler

    so sehr beeinflussen lassen, dann haben sie das Ergebnis auch verdient ;)