Zitate und Sprüche

09. November 2016 21:38; Akt: 09.11.2016 21:38 Print

So denkt der neue mächtigste Mann der Welt

Um markige Sprüche und Ankündigungen war der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump nur selten verlegen. Eine Auswahl.

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Donald Trump hat mit seinen Sprüchen immer wieder für Skandale gesorgt. Der heftigste: In einem 11 Jahre alten Video äusserte er sich abfällig über Frauen. «Als Star kannst du dir alles leisten, du kannst ihnen zwischen die Beine greifen" (You can do anything... grab them by the pussy).» Frauen weltweit liefen wegen der sexistischen Aussagen Sturm. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina machte Trump den körperbehinderten Journalisten Serge Kovaleski lächerlich: «Nun, dieser arme Kerl - man muss diesen Typen nur anschauen.» Danach äffte Trump die typischen Handbewegungen von Kovaleski nach, der unter Arthrogryposis leidet, einer angeborenen Gelenkversteifung. Trump über Hillary Clintons Warnung, ihm das US-Waffenarsenal anzuvertrauen: «Schlechter Auftritt der betrügerischen Hillary! Liest erbärmlich vom Teleprompter ab! Sie sieht nicht mal präsidiabel aus!» Trump im Juni mit Blick auf die E-Mail-Affäre um seine Rivalin: «Ich sage Ihnen eins: Hillary Clinton muss ins Gefängnis. Ehrlich, Leute - sie ist sowas von schuldig.» Trump über die Auszeichnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel als «Person des Jahres »2015 des Magazins «Time»: «Sie haben die Person gewählt, die Deutschland ruiniert.» Trump über seine eigene Popularität: «Ich könnte mitten auf der 5th Avenue stehen und auf jemanden schiessen und würde trotzdem keine Wähler verlieren.» Bei einer Besprechung mit seinen aussenpolitischen Beratern soll der Immobilien-Mogul gefragt haben: «Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?» Dreimal soll Trump vor wenigen Monaten wortwörtlich diese Frage gestellt haben. Das berichtete der Moderator Joe Scarborough am 3. August 2016 in seiner politischen Morgen-Talkshow «Morning Joe». Daraufhin herrschte ungläubige Stille im Studio. Das war nicht das erste Mal, dass Trump Fragwürdiges zur Atompolitik von sich gab. An einem Nukleargipfel im April 2016 schlug er vor, Japan und Südkorea gegen Nordkorea mit Atomwaffen auszustatten. Die anwesenden führenden Aussenpolitiker waren sprachlos. Auch hatte Trump angekündigt, dem Krieg in Syrien und der Terrormiliz Islamischer Staat mit Bomben ein Ende zu bereiten. Sein Rezept: «Ich weiss mehr über den IS als die Generäle. Glaubt mir. Ich würde die Scheisse aus ihnen herausbomben. Ich würde diese Kerle einfach zusammenbomben.» Die latente Terrorgefahr in den USA könnte laut Trump leicht beendet werden: «Bis wir dieses Problem eingrenzen können und dieses Problem verstehen können - und die gefährliche Bedrohung, die davon ausgeht - kann unser Land nicht das Opfer von abscheulichen Angriffen durch Menschen sein, die nur an den Jihad glauben.» Deshalb wollte Trump Muslimen generell die Einreise in die USA verwehren. Als Präsident wolle er auf Folter im Kampf gegen den Terror setzen. Er würde nicht nur das Waterboarding wieder einführen, «sondern auch noch sehr viel Schlimmeres». Aufsehen erregte seine Forderung vom August 2015, an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze eine Mauer errichten zu lassen: «Eine grosse, schöne, mächtige Mauer. Keiner baut Mauern besser als ich. Sie kann ein Tor haben, sie kann eine Tür haben. Mexiko muss für die Mauer bezahlen.» Ausserdem sollen illegale Immigranten ausgeschafft werden. «Wenn Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht ihre besten (...) Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und manche, nehme ich an, sind gute Leute» Trumps Geografiekenntnisse: Bei einem Wahlkampfauftritt in Atlanta bescheinigte er dem EU-Land Belgien, «eine wunderschöne Stadt» zu sein und über grossartige Gebäude zu verfügen. Er sei selbst schon einmal dort gewesen. Trump bildet sich viel auf seine finanzielle Unabhängigkeit ein: «Ich brauche kein Geld von irgendwem. Ich brauche die Lobbyisten nicht. Ich brauche die Spender nicht. Das ist mir egal. Ich bin wirklich reich.» Über Carly Fiorina, seine einstige Rivalin um die Kandidatur, lästerte Trump: «Seht euch dieses Gesicht an! Würde jemand dieses Gesicht wählen? Könnt ihr euch das vorstellen, das soll das Gesicht des nächsten Präsidenten sein? Ich meine, sie ist eine Frau, und ich sollte nichts Schlimmes über sie sagen. Aber wirklich, Leute, kommt schon. Ist das euer Ernst?» Sein Urteil über die Fox-News-Moderatorin Megy Kelly: «Ich respektiere sie nicht als Journalistin.» Zu ihren Fragen während einer TV-Debatte sagte Trump: «Aus ihren Augen kam Blut, Blut lief überall aus ihr heraus.» Legendär sind Trumps zahlreiche Entgleisungen auf Twitter. Hier eine Auswahl: «Wenn Hillary Clinton ihren Ehemann nicht befriedigen kann, was lässt sie glauben, dass sie Amerika befriedigen kann?». Wenige Minuten später löschte er den Eintrag. Trump zum Vorstandschef von T-Mobile USA, John Legere: «Der Dienst von T-Mobile ist schrecklich. Warum kannst du das nicht ändern? Ich will kein T-Mobile in meinen Gebäuden!». Was danach folgte, war eine tagelange Twitter-Diskussion auf tiefstem Niveau. Nach dem Hurrikan Sandy Ende Oktober 2012 gab Donald Trump an: «Keiner der Trump-Gebäude, nicht einmal die am Hudson River, hatten Stromausfall. Ein Beweis für die Qualität der Bausysteme.» Trump hat seiner Meinung nach viele Kernkompetenzen, auch was das Mediengeschäft angeht: «Die Today-Show sollte mich fragen, wer die Show moderieren soll. Ich kenne mich mit Zuschauerzahlen besser aus als jeder andere.» Hier twitterte Trump, als ob er sich um die Benzin-Preise kümmern müsse: «So hoch wie noch nie. Werft Obama raus!» Gegen Barack Obama und dessen angebliche Vetternwirtschaft: «Es ist Donnerstag. Wie viel Geld hat Obama heute schon in die Öko-Projekte seiner Kollegen investiert?» «Schon lustig, wie Leute über mich reden dürfen, aber ich nicht über sie.» Ein Ratschlag für die britische Popsängerin Katy Perry, als diese noch den US-Musiker John Mayer datete: «Ich mag John Mayer nicht. Er geht mit Frauen aus und erzählt darüber. Pass auf, Katy!» «Mein Twitter-Konto ist mittlerweile so mächtig geworden, dass ich meine Feinde dazu bringen kann, die Wahrheit zu sagen», gibt Trump an. So viel hält Donald Trump von Windenergie: «Windräder haben nicht nur Millionen Vögel getötet, sondern killen auch die Finanzen mehrerer Länder.»

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«Ich werde eine grosse Mauer bauen – und niemand baut Mauern besser als ich, glauben Sie mir – und ich baue sie sehr kostengünstig. Ich werde eine grosse, grosse Mauer an unserer südlichen Grenze bauen, und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen.»

«Wenn wir keine Grenzen haben, haben wir kein Land. Wir müssen eine Mauer bauen, die illegale Einwanderer aussperrt.»

Terror

«Der IS verdient sein Geld mit Öl. Ich werde die Scheisse aus ihnen herausbomben, Pipelines und Raffinerien in die Luft jagen.»

«Moscheen müssen in den Vereinigten Staaten streng überwacht werden.»

«Die andere Sache mit den Terroristen ist die, dass man ihre Familien ausschalten muss, wenn man sie zu fassen bekommt.»

«Wir werden den Islamischen Staat loswerden. Wir werden sie schnell loswerden.»

Bildungssystem

«Bildung muss auf lokalem Niveau stattfinden. Ich werde den aktuellen Bildungsplan beenden. Er ist ein Desaster. Bildung wird unsere oberste Priorität werden.»

Waffen/Militär

«Ich werde unser Militär so gross, so mächtig und so stark machen, dass sich niemand mit uns anlegt.»

«Wir werden unseren zweiten Verfassungszusatz schützen. Wenn ich Präsident werde, könnt ihr auf mich zählen. Ich lasse nicht zu, dass man uns unsere Waffen wegnimmt!»

«Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um niemals in der Position zu sein, Atomwaffen nutzen zu müssen, weil das eine komplett andere Geschichte ist.»

Amerika im Allgemeinen

«Ich werde unser Land vereinen. Wir werden vereint sein, wir werden eins sein, wir werden wieder glücklich sein.»

«Amerika war grossartig zu mir, ich will grossartig zu Amerika sein. Ich will uns wieder auf den richtigen Kurs bringen und Amerika wieder grossartig machen.»

Arbeitsplätze

«Ich schaffe Arbeitsplätze. Ich werde der grösste Arbeitsplatz-Beschaffer in der Geschichte Amerikas sein.»

Wirtschaft

«Mehr als 19 Billionen US-Dollar Schulden sind eine vernichtende Bürde für junge Amerikaner. Mit unseren Steuerplänen werden die Steuern für alle gesenkt.»

«Wir müssen unsere Firmen hier halten.»

«Ich werde (das transpazifische Handelsabkommen) TPP nicht unterzeichnen, und ich werde unseren NAFTA-Partnern sagen, dass wir umgehend über die Bedingungen des Abkommens verhandeln müssen, um bessere Konditionen für unsere Arbeiter auszuhandeln.»

Gesundheitssystem

«Eines ist sicher: (Das Gesundheitssystem) Obamacare werde ich als Erstes wieder abschaffen.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 08.11.2016 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    Fragend

    Ich frag mich immer noch, wie kann es sein, dass sämtliche Umfragen so knapp ausfallen, wenn an den Trump Rallies etwa 10x soviele Leute erscheinen und Hillary sogar mit Pharrell oder Madonna als Act kaum Publikum findet?

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  • Gebelesener am 08.11.2016 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich vorbei mit dem Wirbel

    Wurde als CH-Leser regelrecht überladen mit US-Wahlkampf. Bin ich froh hat diese Heuscherei ein Ende.

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  • Ernst Ruetimann , Trang am 08.11.2016 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Hans was Heiri ......

    Gewinne wer will ! In vier Jahren sind wieder Wahlen mit hoffentlich endlich faehigeren Kandidaten .-

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nachdenker am 11.11.2016 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unsichere Zeiten

    Die Wahl Trumps bedeutet mehr Unsicherheit in Europa, da der amerikanische Schutz zurückgefahren wird.

  • C. Geisseler am 10.11.2016 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden sehen...

    Es kann ja sein, dass unter Trump der Druck auf die CH- Banken gestoppt wird und auch die doppelte Besteuerung von US/CH-Doppelbürger aufhört. Obama hat in seinen 8 Jahren die Schweiz nie und nimmer in Schutz genommen oder unterstützt.

    • Böser Eugen am 10.11.2016 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      wenn #AmericaFirst Programm sein soll

      ....was erwarten Sie denn überhaupt? Von den USA in Schutz genommen zu werden? - beklagen Sie sich in Bern, wo unser Etablishment fuhrwerkt. Oder wählen Sie entsprechend.

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  • Blonder Löwe am 10.11.2016 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Kurve gekratzt!

    Wie kann man nur so gemein über Trump's vergangenen Wahlkampf berichten, seine Äusserungen wurden doch eh alle nur gefälscht. Nur gut waren genug Amerikaner rechtzeitig so intelligent, dass sie dies gerade noch bemerkt haben.

    • Checker am 10.11.2016 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Nun.

      Würden Sie Englisch sprechen wüssten Sie, dass seine Äusserungen nicht gefälscht wurden. Aber da haben wir es wieder.. Bildung und Trump Anhänger, gelle?!

    • Babalu am 10.11.2016 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Checker

      Wenn man nicht immer alles so nimmt wie es gesagt wird könnte man evtl auch zwischen den Zeilen lesen aber die Logik der Anti-Trump Anhänger lässt halt zu wünschen übrig...

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  • HP am 10.11.2016 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffen und beten

    Ich hoffe, dass er seine Wahlversprechen einhalten kann! Leute wie er könnten auch wir gebrauchen!

    • Gustaff am 10.11.2016 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HP

      Du meinst sicher "wie ihn?" Da haben wir es ja schon!

    • Gustaff am 10.11.2016 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HP

      Genau! Da hilft nur Beten!

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  • Igel am 10.11.2016 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Also bin Ehrlich. Wenn Trump ein solcher Schuldenjonglierer ist im Privaten. Dann wird Er das auch mit Amerika Tun. Trump hat seine eingefleischte Einstellung welche Er nicht verlassen kann. Amerika wird in dem Falle noch schlechter zugerichtet.

    • Gustaff am 10.11.2016 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Igel

      Und ich garantiere, dass sich seine Wähler ihr eigenes Grab geschaufelt haben. (Sie sind allerdings zu dumm, um das zu merken.)

    • jk am 10.11.2016 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gustaff

      Nach dem gestrigen Tag sollte niemand mehr irgendwelche Untergangs-Prognosen machen.. 1. kommt es anders 2. als man denkt. Bin überzeugt, dass diese Veränderung an der Zeit und gut ist.

    • Böser Eugen am 10.11.2016 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Schuldenjonglierer?

      Die Clintons waren am Ende der Legislaturen von Raping Bill bankrott. Die Gelder der ClintonFoundation gingen nie nach Haiti zu den Erdbebenopfern, sondern wurden privat verjubelt (die UN hat die CF zur Hilfsorganisation erklärt...). Wenn die geleakten Emails doch mal noch vom FBI untersucht werden dürfen, wandert die gesamte Clinton Crew inklusive Obama hinter Gitter. Im Kongress soll man ja bereits Anträge gestellt haben.

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