Tesla vs Clarkson

01. April 2011 14:32; Akt: 01.04.2011 15:14 Print

Ökoflitzer sorgt für Ärger bei «Top Gear»Ökoflitzer sorgt für Ärger bei «Top Gear»

Nur wenige Wochen nachdem Top Gear 112 Millionen Mexikaner beleidigt hat, wird die berühmteste Auto-TV-Show der Welt von einem amerikanischen Autohersteller verklagt.

«Top Gear»-Tesla-Bericht, Dezember 2008.
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Tesla Motors Inc., Hersteller des Elektro-Sportautos gleichen Namens, hat nun bei der britischen Rundfunkanstalt BBC Klage eingereicht wegen angeblicher Falschdarstellung und Fälschung eines Testrennens.

In dem Testbericht, der inzwischen mehr als zwei Jahre zurückliegt, musste der Tesla-Zweisitzer auf der «Top Gear»-Testrennstrecke gegen einen Lotus Elise antreten - ein sinnvoller Vergleich, basiert doch das Tesla-Design auf dem britischen Sportwagen. Ausserdem wird der Tesla Roadster, so die Modellbezeichnung, von Lotus selbst in Ostengland hergestellt.

Schneller, aber kurzer Spass

Während das Elektroauto den ohnehin schon flinken Elise beim «Top Gear»-Beschleunigungsrennen wortwörtlich im Regen stehen lässt, kommt er nach einiger Zeit zum Stehen, da der Akku leer ist. Zu sehen ist, wie der Tesla in die Garage gestossen wird, kommentiert von Moderator Jeremy Clarkson: «Schade, dass es im echten Leben immer noch nicht zu funktionieren scheint.»

Tesla Motors behauptet nun in ihrer Klage, diese Szenen seien inszeniert, gar gefälscht. Auch die spätere Darstellung im «Top Gear»-Bericht, wonach die Bremsen defekt wären, soll falsch sein.

Defekt im Drehbuch

Auf die angebliche Diffamierung aufmerksam gemacht wurde Tesla durch ihren Sales Manager für das Vereinigte Königreich. Dieser behauptet, bereits vor dem BBC-Dreh zwei Drehbücher für den Testbericht bei der BBC eingesehen zu haben. Eines der Skripte endete mit demselben Schlusskommentar Clarksons: «Schade, dass es im echten Leben immer noch nicht zu funktionieren scheint.» Im anderen Drehbuch wurde just die Szene beschrieben, in der das Elektroauto in die Garage gestossen wird.

Tesla hat nun Klage eingereicht, nachdem die angeblichen Fehler und Falschdarstellungen bei Wiederholungen und auf «Top Gear»-Verkaufs-DVDs nicht korrigiert oder entfernt wurden. «'Top Gear' hat absichtlich und/oder grob fahrlässig potentielle Käufer in die Irre geführt», so die Klagebegründung. Teslas Ruf sei dadurch «schwer beschädigt».

Der flatulente Flitzer

Ein Sprecher der Rundfunkanstalt BBC sagte gestern der Tageszeitung «Daily Mail»: «Wir bestätigen, dass wir die Information bekommen haben, dass Tesla juristische Schritte gegen die BBC eingeleitet hat».

Dieser neuste Skandal kommt nur wenige Wochen nachdem der mexikanische Botschafter in Grossbritannien vom «Top Gear»-Moderatorenteam eine Entschuldigung für ihre «ausländerfeindliche» und «beleidigende» Bemerkungen verlangte. Moderator Richard Hammond hatte – im Scherz – Mexikaner als «faul, nutzlos und flatulent» bezeichnet. Kollege Clarkson hatte sinniert, man müsse keine Beschwerden vom mexikanischen Botschafter befürchten, da dieser schon längstens vor dem Fernseher eingeschlafen sei.

(obi)

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