Lampo

25. Januar 2009 21:28; Akt: 25.01.2009 22:27 Print

Schweiz steht unter StromSchweiz steht unter Strom

Eine Tessiner Ideenschmiede will Mindset und Tesla Konkurrenz machen.

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Auch die Schweiz steht unter Strom: Nachdem am Vierwaldstättersee bereits der ehemalige VW-Chefdesigner Murat Günak mit Hochdruck an einem Elektroauto arbeitet, das unter dem Namen Mindset vom nächsten Jahr an die Lücke zwischen Verzichtsautos wie dem Reva G-Wiz und grünen Luxusmodellen wie dem Tesla Roadster schlies­sen soll, hat nun auch eine Ideenschmiede aus dem Tessin einen neuen Stromsportler angekündigt: Mit dem
Cabrio Lampo wollen die Tessiner die Skeptiker auf den Beginn der elektrischen Revolution einschwören.

Angetrieben wird der offene Sportler, dessen Kehrseite an eine Mischung aus Chevrolet Camaro und Opel GT erinnert, von je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. Zusammen erreichen die beiden Stromer 268 PS und ein maximales Drehmoment von 440 Nm, das wie immer bei Elektromotoren bereits ab der ersten Umdrehung zur Verfügung steht – mit einem normalen Porsche wird man gegen die saubere Flunder deshalb beim Ampelspurt kaum eine Chance haben.

Gespeist werden die Elektromotoren aus einem Lithium-Ionen-Akku, dessen Kapazität von 35 Kilowattstunden (kWh) für einen Aktionsradius von etwa 200 Kilometern ausreichen soll. Danach muss der Wagen zum Tanken an die Steckdose. Weil die Tessiner nicht nur auf der Strasse sauber bleiben wollen, sondern ihnen die gesamte Energiebilanz des Wagens am Herzen liegt, haben sie auch noch eine sonnenbetriebene Ladesta­tion entwickelt. Die Solaranlage produziert im Idealfall rund 18  000 kWh pro Jahr und liefert damit Strom für mehr als 50 000 Kilometer. So spart man gegenüber Benzin und Diesel nicht nur Geld, sondern jedes Jahr auch bis zu zwölf Tonnen CO2!

Zwar ist Protoscar anders als Mindset nicht so vermessen, gleich von einer Serienfertigung mit mehreren Tausend Fahrzeugen pro Jahr zu schwärmen, und will mit dem sonnigen Stromsportler allenfalls Werbung für elektrische Antriebe sowie intelligente Ladesysteme machen. Doch wird der Lampo deshalb noch lange kein Papiertiger: Spätestens im Mai in Norwegen wollen die Schweizer beweisen, dass ihr Auto tatsächlich fahren kann: Für die gross angelegte Elektro-Rallye von Oslo nach Stavanger haben sie sich deshalb schon einmal eine Startnummer besorgt.