Ferrari zerlegt

19. November 2009 17:13; Akt: 19.11.2009 17:41 Print

Ferrari abgeschossen - «beim Promoevent»Ferrari abgeschossen - «beim Promoevent»

Wenn Porsches und Ferraris durch dichten Stadtverkehr jagen und dabei Unfälle bauen, handelt es sich oft um illegale Rennen. Nicht aber in Sofia, als ein Ferrari mit Schweizer Nummer vor laufender Kamera zerlegt wurde. Da wars «ein Promo-Event» des Zigaretten-Herstellers Philip Morris.

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Der YouTube-Clip zeigt mehrere Ferraris und einen Porsche, die rasant in der bulgarischen Hauptstadt unterwegs sind. Bei einer Rechtsskurve schiesst ein Porsche plötzlich nach vorne, einer der Ferrarilenker verliert die Herrschaft über das Fahrzeug. Der rote Renner gerät mitten im dichten Verkehr auf die andere Fahrbahn und streift einen entgegenkommenden Bagger. Der Blechschaden ist erheblich, verletzt wird aber niemand.

Raser in Luxusschlitten, die im fernen Sofia ein illegales Rennen veranstalten, wären hier kaum eine Meldung wert. Doch der feuerrote Ferrari California, der den Unfall baute, ist mit einer Schweizer Nummer unterwegs. Das Auto ist im Kanton Neuenburg eingelöst. Die Nummer führt aber nicht zu Carl Hirschmann, oder einem sonstigen Millionärssohn, sondern zum Zigaretten-Multi Philip Morris. Der Wagen ist auf die Firma mit Sitz in Neuenburg zugelassen.

Der Unfall ereignete sich am 6. November 2009, wie Philip Moris auf Anfrage von 20 Minuten Online erklärte. Am Steuer des Firmenwagens habe aber kein Kadermitglied oder sonst ein Angestellter von Philip Morris gesessen, sondern ein Mitarbeiter einer bulgarischen Promoagentur.

Nimmt der Zigaretten-Multi jetzt aus Promogründen an illegalen Rennen mit Luxusschlitten teil, um seine Raucherwaren unter die Leute zu bringen? Philip Morris erklärt nur, dass der Ferrari extra für den Event nach Bulgarien transportiert wurde. Auf die Nachfragen, worum es sich bei dem Event genau handelte, und weshalb der Philip Morris-Ferrari in schneller Reihe mit anderen Sportwagen durch Sofia donnerte, wollte man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht äussern. Beim Schweizer Produktionsstandort des Zigarettenmultis nimmt man den Vorfall aber sehr ernst. Philip Morris hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung der Sache eingeleitet.

Und so sah der Ferrari nach dem Crash aus

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(atk/voi)