Mercedes SLS AMG

08. August 2010 23:43; Akt: 08.08.2010 23:47 Print

Der Muscle Car aus Stuttgart

Schwäbische Gemütlichkeit? Denkste: Der Mercedes SLS AMG polarisiert mit seiner aggressiven Optik und seinem brachialen Sound.

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Ein Auto wie ein Erdbeben: Der Mercedes-Benz SLS AMG sorgt ab 280 000 Franken für Aufsehen auf Schweizer Strassen. Runde Sache: Beim Flügeltürer setzt Mercedes auf Details wie die AMG-Bremsen, die runden Lüfter oder die beleuchteten Hochtöner.

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Der Flügeltürer ist zurück: Mehr als 50 Jahre nach der Premiere des 300 SL hat Mercedes den SLS AMG lanciert. Mit Alu-Karosse und Flügeltüren wie einst, aber mit aggressivem Design – der SLS erinnert in seinen Proportionen an einen US-Muscle-Car – und neuster Technik. So schlägt unter der endlos langen Haube das bekannte 6,3-Liter-V8-Herz von AMG. Das leistet 571 PS und bringt den SLS in nur 3,8 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 317 km/h – dann macht ein Begrenzer Schluss.

Doch das Halleluja im SLS beginnt nicht erst auf den deutschen Autobahnen, sondern bei der Ausfahrt in und um Zürich: Wo andere Autos fast lautlos durch die Quartiere rollen, poltern aus den Auspuffrohren des Flügeltürers düstere, aber rhythmische Melodien. Metalli­ca auf Rädern.

Dabei gibt sich der SLS lammfromm, wenn man auf der üppigen Mittelkonsole den Fahrmodus «C» wie «Comfort» gewählt hat. Doch mit jedem Dreh wird der Sportler schärfer und spätestens im manuellen Modus fühlt man sich wie in einem Formel-1-Auto, wenn die Schaltanzeige im Cockpit hoch- und runterflackert.

Doch der SLS muss gar nicht bewegt werden, um zu glänzen: Wer vor seinem Stammlokal parkiert und die Flügeltüren lautlos hochgleiten lässt, ist der Star des Tages. Apropos glänzen: Unser Testauto war in den matten «Alubeam»-Lack gekleidet – und der kostet 17 915 Franken Aufpreis.

Schlechtes Gewissen? Nicht mehr lange: Mercedes arbeitet mit Vollgas am Elektro-SLS.