08. März 2017 05:44; Akt: 08.03.2017 13:16 Print

«Gummi und Stahl interessiert die Jugend nicht»

Der deutsche «Autopapst» Ferdinand Dudenhöffer checkt den am Donnerstag beginnenden Genfer Auto-Salon.

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Ferdinand Dudenhöffer, der «Auto-Papst».

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Ferdinand Dudenhöffer, wie wichtig ist diese Messe für die Automobilindustrie?
Genf ist eine der ganz grossen und wichtigen Messen, neben Shanghai, Frankfurt oder Detroit. Nach Genf gehen alle sehr gerne. Denn hier startet der Auto-Frühling in Europa.

Umfrage
Wie muss sich der Genfer Auto-Salon – die Geneva International Motor Show - verändern, damit er so attraktiv bleibt wie heute?
37 %
32 %
7 %
24 %
Insgesamt 561 Teilnehmer

Weshalb gilt der Genfer Salon noch immer als einzigartig?
In Genf zeigt man Exklusives, Hochwertiges, Innovatives – Genf steht für Avantgarde und Emotionen. Aber gleichzeitig steht Genf auch für Demokratie.

Wieso für Demokratie?
Weil alle Hersteller in Genf ähnliche Standflächen haben. Es herrscht kein Gigantismus. Die Autos stehen im Mittelpunkt und nicht die riesigen Standbauten.

Bis vor wenigen Jahren bezeichnete man die Messen in Detroit, Genf, Frankfurt, Paris und Tokio die «Big Five». Wer Medienpräsenz erreichen wollte, musste bei diesen Messen dabei sein. Ist das heute auch noch so?
Einige Automessen werden ausgetauscht durch Computermessen. Die CES in Las Vegas ist heute deutlich wichtiger als Paris oder Detroit. Porsche hat sich Detroit «erspart», Ford hat in Paris gefehlt und Nissan wird man vergeblich in Frankfurt suchen. Das Auto ändert sich radikal und da braucht es für die traditionelle Automesse schon neue Wege.

Sie haben die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas erwähnt, aber auch an dem eben zu Ende gegangen Mobile World Congress in Barcelona nahmen viele Marken teil. Macht diese Präsenz Sinn für die Automobilhersteller?
Ja, und das war erst der Anfang. Wir werden erleben, dass die CES, die Berliner Funkausstellung oder Spielemessen wie die Gamescom in Köln den «altehrwürdigen» Automessen den Rang ablaufen. Die Jugend ist eher bei virtuellen Abenteuern und mit Gummi und Stahl nicht mehr allzu stark zu beeindrucken.

Muss Genf um seinen Status als eine der internationalen Top-Messen fürchten?
Nein, Genf bleibt eine Top-Messe! Aber dass in diesem Jahr beispielsweise Tesla fehlt, das ist schon ein Manko. Dennoch muss Genf nicht um seinen Status fürchten. Aber für Paris und Tokio wird die Luft dünner.

Und in welche Richtung müsste sich die Geneva International Motor Show ihrer Meinung nach entwickeln?
Es fehlen die Apples, Googles und UBER dieser Welt. Auch Genf braucht meiner Ansicht nach mehr virtuelle Abenteuer!

Da die meisten Neuheiten ja schon im Vorfeld der GIMS enthüllt wurden, können Sie sicher schon ein Fazit ziehen?
Genf bringt ein «Festival der SUV» und spiegelt die Lust der Autokäufer auf Emotionen: Der Velar von Range Rover, Alfa mit dem Stelvio, Citroën mit einem DS 7 Crossland. Und dann natürlich die Avantgarde. Nirgends stehen so viele Ferrari, Porsche Sport Turismos, Pagani Roadster, Lamborghini, Rolls-Royce, Jaguar, Landrover, Bentleys, Bugatti, Mercedes-AMG-Sondereditionen so eng zusammen wie in Genf.

Und neue Trends?
Es bleibt beim Elektroauto und dem autonomen Fahren.

Trotzdem: Auf welche Neuheit sind Sie ganz besonders gespannt?
Der Porsche Panamera Turismo und der Range Rover Velar könnten spannend sein. Und natürlich ein bisschen Ferrari mit dem 812 Superfast.

Und welches Auto würden Sie persönlich direkt aus der Halle fahren?
Das Tesla Model 3, wenn es in Genf stehen würde. Aber da muss man wohl so oder so noch ein bisschen warten. Denn Elon Musk nimmt es mit der Zeit nicht ganz so ernst.

Interview: Dieter Liechti

(lie)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcus Severus am 07.03.2017 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Wahl

    Dass ein "Autopapst" unter all den Traumwagen den nicht existenten Tesla Modell 3 mitnehmen würde, finde ich doch noch interessant. Die meisten Autofans sind der Elektromobilität gegenüber doch noch recht wenig aufgeschlossen

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  • dev am 07.03.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    diesmal ohne mich

    jedes jahr das selbe. zu viele leute, die gleichen autos, verstopfte strassen.

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  • Audifanboy am 07.03.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Aaaaaautooooos!!!

    Ich freu mich schon so!! Morgen in einer Woche ist es so weit. Auch ich werde das erste Mal den Genfer Autosalon besuchen. Ich bin 18 btw. Hab ich schon gesagt das ich mich riesig freue!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Perrer am 10.03.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falschaussage

    Guten Tag Die Titelaussage stimm ja sowas von nicht... War gestern dort... die Mehrheit der Zuschauer waren Junge..... Da sieht man wieder, dass dieser Typ sehr viel Ahnung hat....

  • Point Man am 08.03.2017 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    300SL

    Wow ein W198?? Von allen Autos dort würde mich der Oldie am meisten Interessieren.

    • Pack Man am 11.03.2017 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Point Man

      Ich geh nochnächste Woche nach Genf und schiess Dir ein Foto.Hatte in einem anderen Artikel über tuning dein Komentar auf den Punkt man gebracht,aber wurde nicht gedruckt.Hoffentlich bekommst Du dein Picture;)

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  • emf949 am 08.03.2017 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papst der Autoreligion?

    Wie soll man sagen : Automobilismus? Automobilist? Dann hätte diese Religion mehr Anhänger als die etablierten Religionen. Nächste Frage : gibt es ein so selbst genannter Papst für die Smartphone?

  • Innerschweizer am 08.03.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Die Jungen haben kein grosses Interesse mehr an Autos? In welchem parallelen Universum lebt den der?

    • Travelin am 08.03.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Innerschweizer

      Zum Glück haben wir noch die "Balkis", sonst würde die Aussage vielleicht noch stimmen ;-)

    • manu am 08.03.2017 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      zumindest nicht an verbrennern

      ich gebe der branche noch 3 jahre, danach werde ich ein elektrofahrzeug kaufen, so wie es aussieht mangels echten alternativen einen tesla.

    • Walter Hasler am 10.03.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @manu

      Vielleicht gibt es den Tesla in drei Jahren gar nicht mehr.

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  • Wolfgang am 08.03.2017 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Autopapst

    Dieser sogenannte Autopapst hat bisher eine Quote von 100 % mit Fehleinschätzungen. In Deutschland hört dem schon keiner mehr zu

    • Ein Mann am 08.03.2017 14:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Wolfgang

      Wollte ich auch gerade eben schreiben. Warum gibt man diesem Quacksalber noch eine Plattform.

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