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Lieber Phil Geld

12. April 2016 09:45; Akt: 12.04.2016 09:45 Print

Kann ich bei Rückgabe des Kleides Bargeld verlangen?

Aisha (28) hat ein Kleid gekauft. Nun möchte sie es zurückgeben. Die Verkäuferin verweigert die Rücknahme gegen Bargeldauszahlung. Darf sie das?

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Rechtlich gesehen können Verkäufer bei Rückgaben die Herausgabe von Geld verweigern. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Ich habe kürzlich ein Kleid gekauft. Kurz nach dem Kauf habe ich das Kleid wieder retourniert und mein Geld zurückverlangt, da ich in der Zwischenzeit ein schöneres gefunden hatte. Die Verkäuferin verweigerte mir allerdings die Herausgabe von Bargeld und meinte, sie könne mir lediglich einen Gutschein ausstellen. Muss ich das so hinnehmen?

Liebe Aisha

Ja, rechtlich gesehen kann die Verkäuferin die Herausgabe von Bargeld verweigern. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) kommt ein Vertrag gültig zustande, wenn sich die Parteien über alle wesentlichen Vertragspunkte – bei einem Kaufvertrag sind es Kaufpreis und Kaufgegenstand – übereinstimmend geäussert haben. Im Grundsatz sind gültig zustande gekommene Verträge einzuhalten. Das Gesetz sieht weder ein Rücktrittsrecht noch ein Recht auf Umtausch, Ausstellung eines Gutscheins oder Rückgabe von Bargeld vor.

Einzige Ausnahme besteht bei sogenannten Haustürgeschäften. Der Konsument, der zu Hause, am Arbeitsplatz, auf offener Strasse oder neu auch am Telefon zum Abschluss eines Kaufvertrags überrumpelt wird, hat seit 1. Januar 2016 das Recht, innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurückzutreten (vgl. Art. 40e Abs. 2 OR). Die Widerrufsfrist von 14 Tagen beginnt, sobald der Kunde den Vertrag angenommen hat und vom Anbieter die gemäss Art. 40d OR notwendigen Informationen für die Ausübung des Widerrufsrechts erhalten hat. Der Widerruf ist seit 1. Januar 2016 an keine Form mehr gebunden (Art. 40e Abs. 1 OR).

Heutzutage räumen viele Anbieter ihren Kunden in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen innerhalb einer bestimmten Frist ein Widerrufs- oder Rücktrittsrecht ein. Ein solches Widerrufs- oder Rücktrittsrecht seitens des Anbieters ist jedoch freiwillig und stellt reine Kundenfreundlichkeit beziehungsweise Kulanz dar.

Auch wird teilweise eine sogenannte Ausstiegsklausel festgehalten. Dem Kunden wird damit ermöglicht, unter Bezahlung eines bestimmten Geldbetrages – meist ein gewisser Prozentsatz des Kaufpreises – vom Vertrag zurückzutreten. Gemäss der Stiftung für Konsumentenschutz SKS ist eine solche Vereinbarung eines sogenannten Reuegeldes bei Sachen des täglichen Gebrauchs allerdings kaum anzutreffen. Erfahrungsgemäss kommen Anbieter ihren Kunden entgegen, indem sie die Ware zurücknehmen und ihnen einen Gutschein ausstellen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 12.04.2016 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry aber

    "Habe in der Zwischenzeit etwas besseres gefunden".Kann ja kaum das Problem des Ladens sein!

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  • Supaheld am 12.04.2016 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Wahrscheinlich für die eine Party gekauft und danach wieder zurück. So muss man auch kein Kleidungsstück 2x tragen.

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  • Peter Schwarz am 12.04.2016 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Charakter ?

    Was wäre, wenn eine Firma den von mir gekauften Artikel zurückverlangen würde oder jemandem weiterverkaufen würde ? Warum erwartet man von einer Firma den Anstand, den man selber nicht hat ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kerrigan am 12.04.2016 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sowas

    Ich weiss nicht woher dieses Verhalten kommt. Leute kaufen ohne zu probieren einen Sack voll Klamotten und nächste Woche kommt die Hälfte wieder zurück. Falsche Grösse, doofe Farbe, gefällt mir doch nicht, war mir zu teuer, irgendwie falsch fürs Wetter, etc. Ich habs noch so gelernt: Probier es an, kauf es, behalt es. Brings nur zurück wenn es einen Defekt hat den du nicht selbst schnell beheben kannst.

  • Sepp am 12.04.2016 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    fordere die Bekanntgabe der Regeln!

    ich kaufe ab sofort nur noch gegen Bekanntgabe der Regeln! "Gemäss Art. BLABLA kommt ein Vertrag gültig zustande, wenn sich die Parteien über alle wesentlichen Vertragspunkte PREIS + ARTIKEL einig werden. Preis + Artikel reicht aber nicht aus! Gebt klar die Regel bekannt: Rückgabe NEIN / Ja - uznter welchen Bedingungen!

    • Eni am 12.04.2016 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp

      Da gibt Ihnen jede Verkäuferin Auskunft darüber. Sowieso; ein gekauftes Auto kann man auch nicht retour geben, weil es einem nach 1 Tag nicht mehr gefällt.

    • Cucu am 13.04.2016 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp

      Die Bekanntgabe der Regeln bringen selten was, da die Regeln einseitig bestimmt werden. Man kauft oder kauft nicht - mehr Wahl ist nicht gegeben.

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  • Fashionista am 12.04.2016 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    und vermutlich schon getragen

    Und vermutlich hat sie es auch noch einmal im Ausgang getragen um sich das Geld zu sparen. Ist ja heute gang und gäbe. Ich finde dieses Verhalten widerlich!

  • Fredy am 12.04.2016 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Geld zurück ist heute üblich...

    Es gibt Situationen wo man jemandem etwas schenken will. Man kauft aber vor allem als Mann fast immer das Falsche:-) Der Beschenkten gefällt es nicht, da bin ich als Käufer froh, wenn ich das Teil zurückgeben kann und mein Geld wiederbekomme. Was soll ich mit einem Gutschein anfangen? Mir einen BH kaufen? Genau:-) Meistens sieht man aber Plakate bei den Unkleidekabinen, man könne es auch zu Hause anprobieren und innert 4 Wochen umtauschen/ zurückgeben. Hier erwarte ich dann natürlich das Geld zurück.

    • Frau Scacchi am 13.04.2016 17:34 Report Diesen Beitrag melden

      Mir einen BH kaufen?

      Kannst ja auch ein Höschen nehmen mit dem Gutschein.

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  • Katrin am 12.04.2016 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regeln & aufklärung

    Die Filiale kann selber entscheiden wie, was & wann man Bargeld zurück erstatt. Bei uns ist es so wenn man die etikette und Kassenbon wieder mitbringt innerhalb 4 wochen bekommt man das Geld zurück. :) verlauft die Frist bekommt man einen Gutschein weil die Ware nicht mehr denn gleichen Wert hat! Fehlt der Kassenbon und die etikette bekommt man sicher nicht Geld zurück. Wir können aus Sicherheitsgründen das nicht erstatten weil, der Kunde es vielleicht gestohlen hat oder es mehr als 4 wochen getragen hat. Defekte ware nehmen wir zurück mit guter begründung! Die Filiale entscheidet nicht der Kunde :)

    • Seppu am 12.04.2016 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      und weiter-verkaufen als neu

      und das zurückgegebene wird dann wiedr weiter-verkauft als "neu", wenn man es nicht sieht...was? :-/

    • Kerrigan am 12.04.2016 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seppu

      Genaugenommen ist jeder Artikel im Laden Secondhand und nicht neu, da er ständig dort anprobiert wird. Teilweise hats an de Stücken mehr Bakterien dran als auf den Kleidern im Secondhand Laden. Deshalb vor dem Tragen waschen.

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