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Lieber Phil Geld

06. Mai 2017 15:56; Akt: 06.05.2017 15:56 Print

Gemeinsamer Mietvertrag – wie komme ich da raus?

Verenas (29) Ex-Freund weigert sich, den gemeinsam unterzeichneten Mietvertrag zu kündigen. Was tun?

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Wer gemeinsam einen Mietvertrag unterzeichnet, kann ihn auch nur gemeinsam kündigen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich bin vor zwei Jahren mit meinem Freund in eine Mietwohnung gezogen. Nun haben wir uns getrennt, weshalb ich aus der Wohnung gezogen bin. Ich würde gern aus dem alten Vertrag raus, mein Freund weigert sich allerdings, die Kündigung zu unterschreiben. Was kann ich tun?

Umfrage
Waren Sie schon einmal in der gleichen Situation wie Verena?
6 %
31 %
4 %
59 %
Insgesamt 454 Teilnehmer

Liebe Verena

Unterzeichnen mehrere Personen einen Mietvertrag, spricht man von sogenannten Solidarmietern. Dadurch werden alle Unterzeichnenden zu gleichberechtigten Mietern. Das heisst, alle Solidarmieter haben dieselben Rechte, aber auch dieselben Pflichten. Jeder (Solidar-)Mieter ist gegenüber dem Vermieter verpflichtet, die vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Den Mietvertrag kündigen können ebenfalls nur alle Solidarmieter gemeinsam.

Da du und dein Ex-Freund den Vertrag gemeinsam unterzeichnet habt, übt ihr die Mietrechte und -pflichten gemeinsam aus. Deshalb könnt ihr die Wohnung auch nur gemeinsam kündigen. Um aus dem Mietvertrag zu kommen, müsste dein Ex-Freund den Vertrag ebenfalls kündigen und mit dem Vermieter einen neuen abschliessen.

Damit ergibt sich für ihn allerdings die Gefahr, dass der Vermieter mit ihm keinen neuen Mietvertrag eingeht. Denn der Vermieter ist grundsätzlich nicht verpflichtet, den Vertrag mit ihm als verbleibendem Mieter fortzusetzen. Eine Kündigung ist für deinen Ex-Freund daher mit Risiken verbunden. Ein Vermieter verweigert jedoch die Fortsetzung des Mietverhältnisses mit dem verbleibenden Mieter meist nur, wenn er mit dem verbleibenden Mieter schlechte Erfahrungen gemacht hat. Oder wenn Zweifel daran bestehen, ob dieser auch allein für die Miete aufkommen kann. Die Miete sollte grundsätzlich nicht mehr als ein Drittel des monatlichen Einkommens betragen.

Solange also der Vertrag von dir und deinem Ex-Freund nicht gemeinsam gekündigt ist, bleibst du Mieterin und haftest weiterhin solidarisch für sämtliche Forderungen aus dem Mietverhältnis.

Ich rate dir, das Gespräch mit deinem Vermieter zu suchen und ihn zu bitten, dich aus dem Mietvertrag zu entlassen und den Mietvertrag auf deinen Ex-Freund umzuschreiben. Viele Vermieter – leider aber nicht alle – stimmen einer solchen Vertragsüberschreibung zu. Zeigt sich der Vermieter nicht kooperativ und weigert sich dein Ex-Freund weiterhin, die Kündigung zu unterzeichnen, bleibt dir wohl nur der Gang zum Gericht. Dein Freund kann nur durch einen Richter gezwungen werden, sein Einverständnis zur Kündigung zu geben.

Bei weiteren Fragen kannst du dich an den Mieterinnen- und Mieterverband wenden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 06.05.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wenig hilfreich

    90% dieser Antwort waren Verena wohl bekannt, interessant wären aber die restlichen 10%: auf welche rechtliche Grundlagen würde sich ein Gericht stützen können, damit Verena aus dem Vertrag rauskommt, bzw. auf was soll sie klagen?

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  • tina am 06.05.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuer vertag

    ich hatte das auch mal. habe den vermieter angerufen, sachlage erklärt und ihn gebeten, ein neuer vertrag lautend auf meinen ex zu schreiben. das hat wunderbar geklappt.

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  • PendLer am 06.05.2017 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde das meinem ex so erklären:

    Das gemeinsame bewohnen der whg erfolgte aus rechtlicher sicht in form der einfachen gesellschaft. Diese e.G. wird aufgelöst, wenn deren zweck nicht (mehr) erreicht werden kann, was bei einer trennung der fall ist. Die auflösung der e.G. hat zur folge, dass alle rechtsverhältnisse erledigt werden, wozu alle mitglieder der e.G. (also beide bewohner) von gesetzes wegen hand bieten müssen. Weigert sich dein ex, die kündigung zu unterzeichnen, klagst du auf zustimmung zur kündigung. Die kosten trägt die unterliegende partei (verm. dein ex). Dies sollte ihn zur unterzeichnung motivieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Meggs am 07.05.2017 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In die Wunde stochern

    Na nimm mal den neuen Freund eine Nacht in die Wohnung mit und lass es im Gästezimmer krachen, dann würde er wünschen das du ausziehst.

  • Rosal am 07.05.2017 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie mehr mit unterschreiben

    Es gibt keine Möglichkeit aus dem Mietvertrag rauszukommen, wenn der Ex nicht unterschreibt. Habe das selber mitgemacht und mußte 2 Jahre vor Gericht kämpfen. Wünsche dir alles Gute und gute Nerven.

  • Zuger am 07.05.2017 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überholte Aussage

    Unglaublich, dass hier pauschale Aussagen gemacht werden; Maximal ein Drittel des Einkommens für die Miete ausgeben. Im Kanton Zug gibt es dafür ein schäbiges WG-Zimmer und im Emmental ein ganzes Haus...!

    • MichiZug am 07.05.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zuger

      Es kommt immer auf die Ansprüche am. In Menzingen z.B. bekommt man halt auch viel mehr als in der Stadt Zug

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  • Colundro am 06.05.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über 10 Jahre...

    Ich bin vor über 10 Jahren ausgezogen und habe einfach nicht mehr bezahlt. Ex wohnt immer noch dort und die Miete bezahlt. Bin heute noch im Vertrag. Habe den Vermieter und die Ex mehrmals schriftlich gebeten mich rauszulassen, hat nicht gefruchtet. Solange ich nichts höre, kann ich damit leben. Schon verrückt wenn ixh überlege...

    • Colundro am 06.05.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Colundro

      Also ich meinte die Ex hat immer brav Miete bezahlt nicht ich

    • Igel am 06.05.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Colundro

      Ihnen hätte ich schon längst die Betreibung geschickt. Und vor Gericht müssten Sie die unbezahlten Monate mit Zins zurückzahlen. Wer einen Vertrag hat muss diesen erfüllen.

    • Böbö am 06.05.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      tia,

      solange nichts passiert werden Sie von den beiden Parteien auch nix hören. Wenn die EX aber Zahlungsunfähig wird und zb. die Miete nicht bezahlt, wird sich der Vermieter halt einfach vertrauensvoll an Sie wenden. Das selbe bei Haftpflichtschäden am Mietobjekt, hoffentlich weiss Ihre Haftpflichtversicherung davon, den sonst wird sie sich weigern Schäden zu übernehmen. Und Sie sind halt immer noch Mieter in der Wohnung Ihrer EX und der Vermiter ist ersteinmal im Recht.

    • Erenel am 07.05.2017 06:24 Report Diesen Beitrag melden

      @ Igel

      Wer lesen kann ist klar im Vorteil. und @ Colundro; wie bereits böbö geschrieben hat... Du meinst ja, solange du nichts hörst... Das Problem ist, dass WENN du dann mal was hörst, ist es vermutlich schon 5 NACH Zwölf...

    • Igel am 07.05.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erenel

      Soweit würde es bei mir gar nicht kommen. Einen Monat zu spät und ich würde reagieren. Ich muss meine Verpflichtungen auch einhalten.Einfach so nicht mehr bezahlen? Der Bartli weiss wo der Most ist. Aber heute ist es ja Mode sich Klammheimlich aus der Verantwortung zu entziehen.

    • MichiZug am 07.05.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Colundro

      Du hast auch Nerven Junge. Wenn den Ex will bist du definitiv am A....

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  • TimTom am 06.05.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Radau und ade

    Ich empfehle: Vermieter anfragen, ob Überschreibung auf Ex möglich ist. Falls nicht, ziehst du wieder ein, machst permanent Lärm und Dreck, dass sich die Nachbarn beschweren, bis euch der Vermieter kündet.

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