BLOG
Phil GeldPhil Geld

Immer knapp bei Kasse? Finanzexperte Phil Geld weiss, wie Sie Ende Monat mehr auf der hohen Kante haben. Der Geldratgeber von 20 Minuten Online gibt Spartipps, entlarvt Abzockerangebote und weiss Rat in Versicherungsfragen.

Zurück zur Blog Übersicht

Lieber Phil Geld

17. November 2013 13:59; Akt: 18.11.2013 13:24 Print

Kann mich der Vermieter vor die Tür setzen?

Anita (23) konnte die Miete nicht bezahlen. Kann der Vermieter nun ihre Wohnung zwangsräumen lassen?

storybild

Erst wenn all diese Fristen ungenutzt abgelaufen sind, beginnt das Ausweisungs- bzw. Räumungsverfahren. (Bild: Colourbox)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Lieber Phil Geld
Ich stecke finanziell in der Klemme. Meine letzte Miete konnte ich nicht bezahlen. Und ich sehe auch nicht, wo ich in den nächsten Tagen das Geld auftreiben könnte. Muss ich jetzt damit rechnen, dass der Vermieter meine Wohnung räumt und ich mich samt Möbeln auf der Strasse wiederfinde?

Liebe Anita

Wildwestmethoden sind im Umgang mit Mietern nicht erlaubt. Du hast noch ein paar Wochen Zeit, um das Geld aufzutreiben. Der Vermieter hat zwar ein ausserordentliches Kündigungsrecht, wenn du den geschuldeten Betrag nicht zahlst. Doch er hat sich dabei an minimale Formen und Fristen zu halten.

Als Erstes muss er dir schriftlich eine Zahlungsfrist von mindestens 30 Tagen ansetzen und in diesem Schreiben ausdrücklich mitteilen, dass er dir bei ungenutztem Ablauf dieser Frist die Wohnung kündigt. Dieses Schreiben ist nur dann formell korrekt, wenn darin auch der geschuldete Betrag aufgeführt ist. Wenn du den in der Regel eingeschriebenen Brief nicht in Empfang nimmst, laufen die angesetzten 30 Tage erst nach dem Ablauf der postalischen Abholfrist von 7 Tagen.

Falls du innerhalb der gesetzten Frist nicht bezahlst, kann man dir mit einer Kündigungsfrist von mindestens 30 Tagen auf ein Monatsende kündigen. Dieses Kündigungsschreiben muss auf einem eigens für solche Fälle existierenden amtlichen Formular erfolgen. Andernfalls ist die Kündigung ungültig.

Bei Verheirateten müssen die Zahlungsfristansetzung wie auch das Kündigungsschreiben in einem separaten Brief auch an den Partner geschickt werden. Dasselbe gilt im Fall von registrierten Partnerschaften. Erst wenn all diese Fristen ungenutzt abgelaufen sind, beginnt das Ausweisungs- bzw. Räumungsverfahren.

Dazu muss der Vermieter beim zuständigen Gericht am Ort des Wohnobjekts ein Ausweisungsbegehren und einen Antrag für einen Vollstreckungsentscheid stellen. Der Richter kann dann in einem Ausweisungsentscheid anordnen, dass der Mieter die Wohnung innert einer kurzen Frist zu räumen hat. Mit dem Vollstreckungsentscheid wird dann mit amtlicher Unterstützung der Mieter aus der Wohnung ausgewiesen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Builder am 17.11.2013 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Prinzip von Transparenz und Offenheit

    In meiner Funktion als Stiftungsrat war ich lange als Vermieter tätig. Säumige Mieter kosteten uns viel Aufwand und Zeit. Ich musste oft Lösungen mit solchen Mietern suchen. Dabei galt bei mir das Prinzip von Transparenz und Offenheit. Säumigen Mietern bot ich immer den Dialog an. Ich suchte das Gespräch und erörtete mit ihm das Zahlungsproblem. In den meisten Fällen fanden wir eine Lösung, die keinen Mietzinsverlust mit sich brachten. Wer jedoch den Dialog verweigerte, dem wurde verfahrenskorrekt gekündigt. Mein Fazit: Der Dialog hat sich, gesamtrechnerisch betrachtet, voll und ganz gelohnt.

    einklappen einklappen
  • Who Cares am 17.11.2013 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Rat

    Die Empfehlung, eingeschriebene Briefe nicht abzuholen ist nicht sehr schlau, hilft das weder einer einvernehmlichen Lösung noch dem Problem als solches.

    einklappen einklappen
  • Marco am 17.11.2013 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildwest.....

    Leider ist es so, wie in der Antwort. Nach meiner Meinung ist aber genau das WildWest! Der Vermieter hat ja vermutlich keine Verpflichtungen. Noch besser wäre, wenn ein Vermieter als Arbeitgeber die Löhne deswegen nicht mehr zahlen könnte. Ein Vermieter ist keine soziale Institution. Bei einem guten Mietverhältnis könnte man vielleicht mit dem Vermieter redem - man möge staunen, was reden bringen kann. Vermutlich ist das aber in diesem Fall nicht so.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ulli am 18.11.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mieten zu hoch?

    Wer hier behauptet, schweizer Mieten seien zu hoch, hat sich noch nie üeber die Mieten in London informiert: Unter 2000 Franken findest Du keine vernünftige Wohnung. Und das ist selbstverstaendlich nicht in bester Lage und auch nicht ansatzweise mit schweizer oder deutschen Qualitätsstandards zu vergleichen. Wohnungen die in der Schweiz um die 1500Sfr kosten liegen hier weit über 3000!!

  • Jakob am 18.11.2013 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nun...

    Mit 23 und knapp bei Kasse, verwundert niemand...

  • Köbi am 18.11.2013 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizern helfen

    Melden sie sich heute sofort beim Schweizerfersehen die sammeln heute Geld für das Ausland. Vielleicht helfen sie Ihnen mit ein paar Tausender damit Sie in der Wohnung bleiben können. Könnte ja sein dass Sie Glück haben.

  • Th.M. am 18.11.2013 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht über seine Verhältnisse leben

    Es ist einfach eine bodenlose Frechheit, wie man als Mieter dem Vermieter praktisch nach belieben auf der Nase herum treten kann mit dem ach so gut gemeinten Mieterschutz. Man soll sich doch mal in die Lage des Vermieters stellen. Würdet Ihr es toll finden, euer selbst erarbeitetes Eigentum anderen um Sonst zur Verfügung zu stellen und in diesen Fällen meist noch das Objekt nach all dem Kampf in einem verheerenden Zustand zurück zu bekommen.

  • Dingo am 18.11.2013 06:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das wirklich so?

    Funktioniert die Welt wirklich so? Kann man da nicht anrufen, es erklären und nächsten Monat einfach 2x Miete zahlen? Klar ist es ärgerlich, aber auch der Vermieter sollte ein Mensch sein oder nicht? Solange dies nicht dauernd vorkommt, könnte man ein bischen Verständnis doch wohl erwarten. Zumal die Mietpreise ja mal sowieso schon total überrissen sind.

Ihre Frage an Phil Geld
Blog Archiv

Durchsuchen Sie das Monatsarchiv von Phil Geld.

Monat
Anzeigen
Blog Suche

Nach einer Phil-Geld-Story suchen.

Volltextsuche
Suchen