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Lieber Phil Geld

06. Juni 2016 09:47; Akt: 06.06.2016 09:47 Print

Darf der Vermieter den Mietzins erhöhen?

Bennys (29) Vermieter hat eine Mietzinserhöhung von 15 Prozent angekündigt, obwohl keine grösseren Arbeiten anstehen. Ist das erlaubt?

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Der Vermieter darf den Mietzins nur bei Vorliegen bestimmter Gründe erhöhen. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Mein Vermieter hat mir verkündet, dass in Kürze eine Mietzinserhöhung von rund 15 Prozent stattfinden wird. In der Wohnung werden jedoch keine grösseren Arbeiten vorgenommen. Einzig der Parkett im Wohnzimmer wird abgeschliffen. Und in einem Zimmer wird ein alter Teppich durch Laminat ersetzt. Ist die Mietzinserhöhung erlaubt?

Lieber Benny

Das Mietrecht erlaubt es Vermietern, unter gegebenen Umständen den Mietzins anzuheben. Erhöhungen des Referenzzinssatzes sind die praktisch am bedeutendsten Kostensteigerungen, die auf den Mietzins überwälzt werden dürfen. Allerdings hat der Mieter im Gegenzug ein Anrecht darauf, bei sinkendem Referenzzinssatz eine Mietzinsreduktion zu fordern. Deshalb stellt sich für dich zuallererst die Frage, ob der Vermieter dir in der Vergangenheit die entsprechenden Reduktionen gewährt hat. In diesem Fall wäre die von deinem Vermieter gewünschte Mietzinserhöhung ohnehin unzulässig.

Nebst dem Referenzzinssatz können Mehrleistungen des Vermieters zur Mietzinserhöhung berechtigten. Als Mehrleistungen werden die Vergrösserung der Mietsache zusätzliche Nebenleistungen sowie Investitionen für wertvermehrende Verbesserungen angesehen.

In aller Regel darf der Mietzins erhöht werden, wenn der Mieter nach den Umbauarbeiten über einen zusätzlichen Komfort verfügt. Dieser ist gelegentlich beim Einbau eines grösseren Kühlschranks oder Fenstern besserer Qualität, bei Ersetzen eines Teppichs durch einen Parkettboden oder einer besser isolierenden Hausfassade gegeben. Bei Reparaturen oder Ersetzen von Geräten in gleicher Qualität handelt es sich lediglich um Instandhaltungsarbeiten, die nicht auf den Mieter überwälzt werden dürfen. So gehört auch das Abschleifen deines Parketts zum Unterhalt und kann nicht als eine wertvermehrende Investition deines Vermieters angesehen werden.

Das Ersetzen eines Teppich- durch einen Laminatboden kann laut dem Mieterverband nur dann zu einer Wertvermehrung führen, wenn ein sehr billiger Teppich durch sehr hochwertiges Laminat ersetzt wird. Das zeigt ein Blick in die vom Mieterverband und dem Hauseigentümerverband gemeinsam herausgegebene paritätische Lebensdauertabelle, in der die Richtpreise für den Ersatz von Teppichen (Nadelfilz 60 CHF pro Quadratmeter) und Laminatböden (bis 90 CHF pro Quadratmeter) zu finden sind. Der Aufschlag des monatlichen Mietzinses würde sich jedoch auch dann nur im einstelligen Frankenbereich bewegen, wenn die Qualität des neuen Bodenbelags bedeutend höher wäre. Eine Mietzinserhöhung von rund 15 Prozent wäre sicherlich deutlich über dem Mass des Erlaubten.

Für eine ausführliche Beratung rate ich dir, dich an den Mieterverband zu wenden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Schmied am 06.06.2016 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bin selbst Vermieter

    Falls es wirklich 15% sind unbedingt zur Mieteschlichtungsstelle. Falls es 1.5% sind und die Geschichte mit dem Ref-Zinssatz korrekt gehandhabt wurde, kann er sich den Gang sparen.

  • CP85 am 06.06.2016 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kommafehler?

    Sollten es vielleicht 1,5 % sein und nicht 15? 15 % habe ich noch nie gehört. Nicht einmal nach umfangreichen Umbauten/Sanierungen. Aber heutzutage scheint ja schon fast alles möglich zu sein.

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  • Mr Wash am 06.06.2016 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Logik-Fehler in der Antwort?

    Phil Geld schreibt: "stellt sich ... die Frage, ob der Vermieter dir in der Vergangenheit die entsprechenden Reduktionen gewährt hat. In diesem Fall wäre die von deinem Vermieter gewünschte Mietzinserhöhung ohnehin unzulässig." Das heisst, wenn der Vermieter früher die Miete reduziert hat, kann er sie jetzt NICHT erhöhen??? Das kann ich kaum glauben... Genau umgekehrt (Erhöhung unzulässig, wenn früher KEINE Reduktion gewährt wurde) würde es Sinn ergeben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • suterbeatrice am 07.06.2016 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    frau

    Wir wohnen in einem Industriegebiet wobei das ganze Industrie mit Wohnungen und Garten unserem Vermieter gehört . Wir haben noch einen zweiten Ausgang im Garten wobei ich mich frage , ob hier jeder x beliebige durchlaufen darf. An der Gartetür steht Privatareal. Sogar unser Vermieter läuftdurch den Garten. Wobei wir nocheine Eingangstüre auf der Strassenseite haben. Müssen wir uns das allea gefallen lassen wenn die ewl kommt oder der Heizungsmonteur und uns durch den Garten läuft. Wobei unser Vermieter für die Haupttüre einen Schlüssel hat Was können wir zwei Parteien tun?

  • Thea am 07.06.2016 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz

    Das stimmt nicht , gemäss Gesetz darf der Vermieter nur 10% den Mietzins erhöhen

  • fabian m am 07.06.2016 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schiefe Balkone

    Wenn ich mir die schiefen Balkone in den Bildern anschaue, dann muessten die Mieter fuer Ihren Mut bezahlt werden, dort zu leben und nicht noch Miete bezahlen!

  • Dan the Man am 06.06.2016 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähhmm

    Und was ist mit der kostendeckenden Bruttorendite, der allgemeinen Kostensteigerung und der Orts- und Quartiersüblichkeit (zugegebenermassen schwierig zu beweisen)? All diese Punkte werden ja nicht einmal in Betracht gezogen...

  • B. S. am 06.06.2016 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal ne Frage

    Wie sieht's aus, wenn als Grund: Anpassung an die Ortsüblichen Mietzinsen steht?

    • Fabi am 06.06.2016 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mal ne Antwort

      Also wenn der ref sinkt dann ist dies die standart ausrede, genauso wie zu wenig gelüftet bei schimmel. Nur dann muss er laut MV ( hab nachgefragt) mind. 3 vergleichbare wohnung finden mit selben standart, sprich grösse, ausbaustanart, öv anbindung, schulen etc. dies hat bisher 0% in der CH ein vermieter geschafft. Stand 2013. also die ausrede geht nicht

    • Mr.Big am 07.06.2016 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B. S.

      jup, Fabi hat recht. Die ortsüblichen Gegebenheiten müssen nachgewiesen werden, was schwierig werden dürfte. Sonst den Vermieter einfach mal vor die Schlichtungsbehörde zerren, das ist kostenlos.

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