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Lieber Phil Geld

02. April 2013 10:55; Akt: 02.04.2013 11:18 Print

Neue Stelle vor Ablauf der Kündigungsfrist?

Peter (27) müsste einen neuen Job noch vor Ende der ordentlichen Kündigungsfrist antreten. Sein alter Chef will ihn nicht gehen lassen. Was riskiert Peter, wenn er die Stelle dennoch antritt?

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Ein Arbeitsvertrag kann grundsätzlich jederzeit im gemeinsamen Einvernehmen aufgelöst werden. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Am 2. Februar habe ich schriftlich und mündlich bei meinem Arbeitgeber auf Ende März gekündigt. Das liegt leider nicht in den vereinbarten drei Monaten Kündigungsfrist. Aber ich muss die weitaus besser bezahlte Stelle zwingend Anfang April antreten. Mein Arbeitgeber hat mir gesagt, dass er mir keine Steine in den Weg legen wolle, und dass wir eine Lösung finden. Zwei Wochen vor Antritt der neuen Arbeitsstelle sagte er mir, er könne mich nicht gehen lassen. Habe ich eine Möglichkeit diese «Antwort» anzufechten und wie hoch würde eine Busse ausfallen?

Lieber Peter

Verträge muss man einhalten und somit auch die Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag. Wenn du nicht mehr zur Arbeit erscheinst, ohne vorher unter Einhaltung der Fristen gekündigt zu haben, hat dein Chef gemäss Obligationenrecht Art. 337d ein Recht auf eine Entschädigung. Als Erstes darf er dir als Pauschalentschädigung ein Viertel eines Monatslohns direkt von der Lohnzahlung abziehen.

Zudem kann er innert 30 Tagen nach deinem Abgang Ersatz für einen allfällig entstandenen Schaden einfordern. Allerdings muss auch tatsächlich ein Schaden entstanden sein. Inseratekosten für die Wiederbesetzung wären auch bei fristgerechter Kündigung angefallen und gelten darum nicht als wirklicher Schaden.

Kann aber der alte Arbeitgeber nachweisen, dass er wegen deiner vorzeitigen Kündigung etwa Termine nicht mehr einhalten oder Aufträge nicht annehmen kann, dann würde das berechtigte Ersatzforderungen nach sich ziehen. Für die Abschätzung des Schadenersatz-Risikos kommt es also auch auf deine Funktion in der Firma an.

Ein Arbeitsvertrag kann grundsätzlich jederzeit im gemeinsamen Einvernehmen aufgelöst werden. Der sauberste Weg besteht darin, dass in einem solchen Fall ein einfacher Aufhebungsvertrag aufgesetzt wird.

Als dein Chef dir sagte, er wolle dir keine Steine in den Weg legen, durftest du in Treu und Glauben davon ausgehen, dass er einer vorzeitigen Auflösung zustimmt. Da er aber nicht sofort mit dir eine schriftliche Auflösungsvereinbarung aufsetzte, musst du jetzt beweisen, dass er dir damals eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrages in Aussicht gestellt hat. Artikel 8 des Zivilgesetzbuches sagt klar, dass die Beweislast denjenigen trifft, der aus behaupteten Tatsachen Rechte ableiten will. In deinem Fall dürfte das nicht einfach werden.

Die Tatsache, dass dein Chef später noch seine Meinung änderte, ist hässlich. Versuch dennoch, dich mit ihm gut zu stellen. Es geht nicht nur darum, zu verhindern, dass es zu Schadenersatzforderungen mit möglicherweise einem teuren gerichtlichen Nachspiel kommt. Dein Chef muss dir noch ein Arbeitszeugnis ausstellen und darf dort deinen Abgang vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist vermerken. So weit sollte es nicht kommen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Hess am 02.04.2013 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    neuer Arbeitgeber

    von mir aus muesste der neue Arbeitgeber fuer den zustanden gekommene Schaden haften und ihn sozusagen freikaufen (Zahlung an alten Arbeitgeber). Verstehe nicht dass dem Angestellten vom Lohn abgezogen wird. Schliesslich will ihn der neue Arbeitgeber sofort.

    • benG am 04.04.2013 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      Antrittsprämie

      Das kann der Jobwechsler von seiner Antrittsprämie auch selbst finanzieren. :)

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  • schlaubi am 02.04.2013 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorschlag

    Wie wärs mit krankschreiben lassen?

    • Beni S. am 03.04.2013 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      Lies mal das OR! Nicht sehr schlaubi!

      Ein sehr, sehr, dummer Vorschlag. Bei Krankheit (mit Zeugnis) verlängert sich die Kündigungsfrist nach um die krank geschriebene Zeit.

    • Mike Egger am 03.04.2013 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      Geile Idee

      Durch Krankheit oder Unfall während der Kündigungsfrist wird diese einfach um so länger und wie immer auf Ende eines Monats. Sprich 1 Woche Krank = 4 Wochen länger beim alten Arbeitgeber! gemäss OR

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  • Bäckermeister am 02.04.2013 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt

    Viele die Klagen hier stehn auf der Seite des Arbeitnehmers. Seht aber mal meine Seite, die des Arbeitgebers. Unsere MA im Stundenlohn hat fristlos gekündigt. Ohne Grund. Weil sie eben eine angeblich bessere Stelle gefunden hat mit mehr Lohn-muss sie sofort wechseln. Was kann ich also einfordern? Nichts! Denn im Stundenlohn verdient sie ja anyway nichts mehr. Mir fehlt aber eine Arbeitskraft. Umgekehrt könnte ich als Arbeitnehmer Klage einreichen wegen ungerechtfertigter fristloser Kündigung. Das würde für die Firma unendlich teuer werden. Wo also schützt hier das Gesetz meine Rechte?

    • Maya am 03.04.2013 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Studenlohn ADE!

      Warum haben Sie denn diese Arbeitnehmerin im Stundenlohn angestellt? Wohl kaum, um ihr einen normalen und guten Lohn bezahlen zu müssen. Man kann eben den fünfer und das Weggli angeblich nicht gleichzeitig haben. Stellen Sie doch nächstes Mal die Angestellte zu einem normalen Lohn mit Ferien und 13. Monatslohn ein und Sie werden sehen - diese wird dann nicht fristlos kündigen. Wenn Sie sogar noch etwas nett sind, haben Sie eine motivierte Arbeitnehmerin, die sich richtig für Sie einsetzen wird!

    • Markus am 03.04.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Selber Schuld...

      Da liegen Sie leider falsch denn wenn Sie einen Arbeitnehmer im Stundenlohn angestellt haben, kann dieser egal wie lange diese Person schon in Ihrem Betrieb tätig war jederzeit innerhalb einer Woche ohne Grund kündigen. Dies ist halt das Risiko welches Sie eingehen, denn Sie können ja einen Stundenlöhner auch innerhalb einer Woche wieder loswerden. Und gleichzeitig haben Sie ja auch keine Krankentage usw. zahlen müssen. Ich habe früher jahrelang im Stundenlohn gearbeitet und konnte nur 2 Wochen Ferien machen im Jahr und musste immer in der Ungewissheit leben.

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  • David am 02.04.2013 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fristlos

    Dass dein Chef nicht Wort hält und dich behalten will ist fies. Dass du nicht fristlos verschwinden kannst, nur weil du eine besser bezahlte Stelle in Aussicht hast, ist aber klar. Dein Chef darf dich ja auch nicht einfach fristlos entlassen, nur weil er einen günstigeren Arbeiter in Aussicht hat.

  • Peter Minder am 02.04.2013 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Phil Geld soll mal lesen lernen!

    Lieber Phil Geld. In der Frage steht nirgendwo, dass er ihm einen vorzeitigen Abgang gewährt. Er schreibt ja noch, "wir finden eine Lösung". Dies ist meiner Meinung nach keine Zusage, sondern heisst soviel wie: Wir besprechen das nochmals, eventuell kannst du schon nach 2 anstatt 3 Monaten gehen. Bitte die Fragen richtig durchlesen!

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