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Lieber Phil Geld

29. Mai 2016 16:27; Akt: 29.05.2016 16:27 Print

Darf ich meine Freundin bei mir wohnen lassen?

Sandra (25) möchte ihre Freundin für vier Monate bei sich in der Wohnung aufnehmen. Darf sie das?

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Das Aufnehmen von Gästen gehört zum Gebrauchsrecht des Mieters. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Eine Freundin muss demnächst in der Nähe meines Wohnortes ein Praktikum absolvieren. Da sie nicht täglich pendeln kann, habe ich ihr angeboten, dass sie bei mir und meinem Freund wohnen kann. Wir leben in einer 3,5-Zimmerwohnung. In unserem Mietvertrag steht, dass die Wohnung lediglich für zwei Personen gedacht ist. Kann sie trotzdem während dieser vier Monate bei uns wohnen?

Liebe Sandra

Gemäss Art. 253 OR ist der Vermieter verpflichtet, dem Mieter eine Sache zum Gebrauch zu überlassen. Aus diesem Gebrauchsrecht folgt unter anderem das Recht des Mieters, Gäste in seiner Wohnung aufzunehmen.

Als Gast gilt rechtlich gesehen allerdings nur, wer keinerlei geldwerte Leistungen – auch keine symbolischen Geldbeträge oder Arbeitsleistungen – für die Wohnungsbenutzung erbringt. Werden dennoch Leistungen erbracht, liegt ein Untermietverhältnis vor (vgl. dazu auch das Merkblatt des Mieterverbands). Als Untermieter gilt, wer mit dem Vermieter keinen Mietvertrag unterzeichnet hat, aber regelmässig Miete an den Hauptmieter bezahlt. Das Mietverhältnis besteht nur zwischen dem Vermieter und dem Hauptmieter.

Der Vermieter kann dem Mieter das Aufnehmen eines Gastes grundsätzlich nicht verbieten. Er kann jedoch einschreiten, falls sich der Gast nicht an die Hausordnung hält und/oder die üblichen Rücksichtspflichten missachtet und dabei Hausbewohner oder Nachbarn gestört werden. Auch muss der Vermieter eine Überbelegung der Wohnung nicht dulden. In deinem Fall wäre aber wohl kaum von einer Überbelegung der Wohnung auszugehen, wenn in einer 3,5-Zimmerwohnung vorübergehend drei Personen wohnen.

Grundsätzlich muss der Vermieter über das kostenlose Logieren von Personen nicht informiert werden. Dennoch ist es aber nicht verkehrt, den Vermieter über den Sachverhalt zu informieren – insbesondere darüber, dass es sich nicht um eine Untervermietung handelt.

Da zum Vermieter kein vertragliches Verhältnis besteht, kann sich der Gast auf keine mietrechtlichen Schutzbestimmungen berufen und kann somit auch jederzeit aus der Wohnung gewiesen werden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 29.05.2016 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zermatt

    Habe ein Studio an einem Portugiesen vermietet, es wohnen 6 drin. Und so ist es in ganz Zermatt, als Besitzer darf ich anscheinend nicht künden. Habe einen Dedektiv beauftragt.

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  • Sb am 29.05.2016 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar doch

    Ist logisch! Als Gast kannst du deine Schwester oder Kollegin auch ein Jahr da wohnen lassen. Du verlangst einfach keine Miete und schluss. Die ganze Schweiz verparagraphen ist wirklich nur schitt.!!

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  • Urs Vetterli am 29.05.2016 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Bei uns in Wil wohnenin einer 4 Zi-Wonung 7 Pers,und das sind jetzt 3 Fam,beide Frauen Schwanger,und da müssen alle 6 Wohnungen hohe Nebenkosten zahlen,da das der Verwaltung egal ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs Vetterli am 29.05.2016 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Bei uns in Wil wohnenin einer 4 Zi-Wonung 7 Pers,und das sind jetzt 3 Fam,beide Frauen Schwanger,und da müssen alle 6 Wohnungen hohe Nebenkosten zahlen,da das der Verwaltung egal ist.

    • Sabrina am 30.05.2016 00:50 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht wirklich

      Warum müsst Ihr mehr Nebenkosten bezahlen? Heizen werden sie sicher nicht mehr als wenn sie nur zu zweit wohnen würden, eher im gegenteil, mehr Leute = wärmer = weniger heizen. Wasser und Strom wird nach Verbrauch abgerechnet (Zähler). Deine Überlegung hinkt

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  • antonzum am 29.05.2016 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr Viel Geld weiß zwar oft viel

    Aber hier liegt er falsch. Ohne Entgelt kann ich jederzeit jemanden bei mir wohnen lassen und brauche den Vermieter nicht zu informieren.

    • Advocatus Diaboli am 29.05.2016 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      Herr Antonzum kann nicht lesen.

      Wenn man den Beitrag vollständig gelesen hätte, dann wäre einem aufgefallen, dass darin folgendes steht: "Grundsätzlich muss der Vermieter über das kostenlose Logieren von Personen nicht informiert werden." Aber man kann es natürlich auch ignorieren und im Kommentar den Besserwisser spielen.

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  • kathrin_sophie am 29.05.2016 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4 Monate sind zu lang

    um einfach als Gast in einer Wohnung zu leben. Würde den Mieter informieren, um Erlaubnis fragen und die Person sollte sich als Wochenaufenthalter (sollte Sie am Wochenende nach Hause gehen) anmelden oder ganz anmelden auf der Gemeinde. So gibt es am praktisch keine Probleme auch nicht mit den Nachbarn wenn diese vlt finden die Person könnte illegal dort leben....

  • Sb am 29.05.2016 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar doch

    Ist logisch! Als Gast kannst du deine Schwester oder Kollegin auch ein Jahr da wohnen lassen. Du verlangst einfach keine Miete und schluss. Die ganze Schweiz verparagraphen ist wirklich nur schitt.!!

    • Guguus am 29.05.2016 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sb

      aber nur so lange, als die Person in der Schweiz einen rechtmäßigen Wohnsitz hat, an dem der Lebensmittelpunkt ist. Z.B. 5 Tage in Zürich leben und 2 Tage in Basel würde heißen, dass er in Zürich gemeldet sein muss.

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  • Vermieter am 29.05.2016 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illegal

    Nicht ganz korrekt was uns Phil erzählt. Zudem muss der Mieter informiert werden, weil der neue Mitbewohner bei der Gemeinde gemeldet werden muss. Genau wegen diesen sogenannten Pseudo-Besuchen haben wir Mittlerweile sehr viele Zuwanderer die illegal in der Schweiz leben. Bürger aus nicht EU-Ländern haben nur ein dreimonatiges Aufenthaltsrecht.

    • m.g. am 29.05.2016 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vermieter

      oje. das stimmt nun wirklich nicht. "die maximale aufenthaltsdauer ist je nach land festgelegt und kann mit visum auch einmal 24 monate oder mehr sein. das bestimmt letztendlich die fremdenpolizei. dies hat aber am ende des tages nur insofern mit dem vermieter zu tun, dass dieser nachweisen muss dass niemand illegales in den Räumlichkeiten lebt. weitergehende kompetenzen hat dieser jedoch nicht. das visum muss gültig sein. es ist ihnen überlassen uns das zuzustellen" zitat aus dem email an unsere verwaltung als ich anfragte ob unsere schwiegermutter aus lateinamerika 6 monate bei uns sein kann.

    • a.b. am 29.05.2016 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vermieter

      die anmeldung bei der gemeinde ist sache des mieters.

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