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Lieber Phil Geld

25. April 2017 10:01; Akt: 25.04.2017 10:01 Print

Unverschuldete Minusstunden – was tun?

Théos (38) Chef kann ihm zu wenig Arbeit zuweisen, deshalb sammeln sich immer mehr Minusstunden an. Was kann er tun?

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Für unfreiwillig angefallene Minusstunden kann ein Arbeitnehmer grundsätzlich nicht haftbar gemacht werden. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Mein Chef kürzt mir regelmässig meine Arbeitszeiten und schreibt mir teilweise am Vorabend via Whatsapp, dass ich am nächsten Tag nicht zu erscheinen habe. So komme ich natürlich niemals auf meine Stunden und es sammeln sich Minusstunden an. Was kann ich tun? Muss ich diese Stunden aufarbeiten? Wie sieht es mit meinem Lohn aus?

Umfrage
Wie sieht es an Ihrem Arbeitsplatz aus? Machen Sie eher Über- oder Minusstunden?
49 %
23 %
28 %
Insgesamt 1349 Teilnehmer

Lieber Théo

Für unfreiwillig angefallene Minusstunden kann ein Arbeitnehmer grundsätzlich nicht haftbar gemacht werden. Ist dein Arbeitgeber schuld daran, dass du nicht arbeiten kannst, obwohl du willst, liegt rechtlich gesehen ein Annahmeverzug des Arbeitgebers vor (Art. 324 OR). In diesem Fall hat der Arbeitgeber gemäss Art. 324 OR weiterhin den vollen Lohn zu bezahlen, ohne dass der Arbeitnehmer zur Nachleistung verpflichtet ist. Kann dir dein Arbeitgeber keine Arbeit zuweisen, darf er dich zwar nach Hause schicken oder dir frei geben. Er muss dir aber dennoch den vollen Lohn bezahlen. Auch kann er dich nicht verpflichten, zu einem späteren Zeitpunkt die Stunden nachzuarbeiten.

Kann dir dein Arbeitgeber über längere Zeit nicht genügend Arbeit zuweisen, müsste er grundsätzlich eine Änderung der Arbeitsbedingungen vornehmen, sprich: dein Arbeitspensum verkürzen. Dazu müsste er dir einen Vorschlag unterbreiten, den du annehmen oder aber auch ablehnen kannst. Bist du mit dem Vorschlag einverstanden, so steht einer Vertragsänderung grundsätzlich nichts im Weg. Bist du jedoch mit dem Vorschlag nicht einverstanden, weil er deine Situation verschlechtert, kann der Arbeitgeber versuchen, eine sogenannte Änderungskündigung durchzusetzen.

Bei einer Änderungskündigung wird dein Arbeitsvertrag ordentlich unter Einhaltung der Kündigungsfristen aufgelöst. Zusammen mit der Kündigung wird dir ein neuer Arbeitsvertrag mit geänderten Bedingungen angeboten. Dir steht es frei, den neuen Vertrag anzunehmen oder nicht. Bist du mit dem neuen Arbeitsvertrag nicht einverstanden, so handelt es sich um eine ordentliche Kündigung. Dein Arbeitsverhältnis wird nach Ablauf der Kündigungsfrist aufgelöst. Du verlierst deine Stelle.

Ich rate dir, deinen Chef schriftlich auf die von dir unverschuldeten Minusstunden hinzuweisen und ihm weiterhin deine Arbeitskraft anzubieten. Sollte es zu einer strittigen Situation kommen, hast du als Arbeitnehmer nämlich zu beweisen, dass du hättest arbeiten wollen, aber keine Arbeit erhalten hast.

Freundlich grüsst
Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thesi am 25.04.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht seriös beantwortet?

    Phil Geld hat gar nicht differenziert, wie die Anstellungsbedingungen sind. Ich bin mir nicht sicher ob das auch beim Stichwort JAHRESARBEITSZEIT so stimmt. Bei der Jahresarbeitszeit ist z. Bsp. rechnerisch auch eine durchschnittliche 40-Stunden-Woche zum Arbeiten erforderlich. Die effektive Arbeitsleistung ist je nach Saison aber höher oder tiefer...

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  • Ein Leser am 25.04.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Beides kompensieren

    Ich hatte extrem viel Überstunden habe diese kompensiert als nicht viel los war. Natürlich gibt es immer Vorgesetzte die meinen wenn man 1h früher geht so kompensiert man die Überstunden. Eigentlich ein Blödsinn, schliesslich hat man so oder so den Arbeitsweg, Mittagessen und wenn man bei viel Arbeit früher geht bringt es dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer nichts. Lieber gerade ein ganzen Tag frei geben. In vielen Firmen kann man beobachten, das viele ganz viel Minusstunden haben und die anderen ganze viel Plusstunden.

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  • m.h. am 25.04.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzlich

    Grundsätzlich ein geben und nehmen in der Hochsaison baut man auf und wenn nicht viel los ist baut man ab. Ist es aber generel zuwenig ist es die Schuld des Arbeitgebers

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ronny am 26.04.2017 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stundenlohn

    genau aus diesem Grund stelle ich Personal nur im Stundenlohn an...Problem gelöst

  • Dave am 26.04.2017 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht haben und Arm werden

    Lieber Phil Geld Manche Arbeit ist mit saisonalen Schwankungen verbunden. Ohne die Bereitschaft, Überstunden zu leisten und wieder zu kompensieren, müsste der Arbeitgeber andere Lösungen suchen. Die Arbeit würde ausgelagert und von Teilzeitarbeitskräften auf Abruf gemacht. Oder die Mitarbeiter würden in eine Pseudo-Selbständigkeit geschickt oder nur noch befristet auf ein paar Monate eingestellt. Es gibt genügend Personal aus dem Ausland, das bei unsren hohen Löhnen bereit ist, flexibel zu arbeiten. Eine juristische Umsetzung dieser Paragraphen des Arbeitsrechts führt zu Arbeitslosigkeit.

  • Typhoeus am 25.04.2017 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minusstunden gibt es doch eigentlich

    nur in Staatsbetrieben, Parteizentralen, Kirchen und auf Friedhöfen.

    • Jo Blocher am 26.04.2017 06:08 Report Diesen Beitrag melden

      ...und bei Leuten,

      die mitten an einem Arbeitstag Zeit haben, solche Kommentare von sich zu geben.

    • Tussi am 26.04.2017 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      Komisch

      dass dieser Staat dann funktioniert und viele hier Leben wollen. Vom nichts tun?

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  • Investment Banker am 25.04.2017 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Polemik

    Überstunden sind etwas Selbstverständliches. Jeder Arbeitnehmer ist in der Pflicht diese zu leisten. In der heutigen Zeit muss man froh sein einen Jobbzu haben.

    • e2no am 25.04.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

      falscher Job!?

      Kommt ganz auf den Job an und die Bedürfnisse die man hat. Mir ist Zeit wichtiger als Geld..

    • Jenny am 25.04.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      Zeit wichtiger als Geld...

      ... das muss man sich aber auch erstmal leisten können!

    • Büezer am 25.04.2017 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Jenny

      noch besser, das muss man erst erkennen können, dass Zeit besser ist. (kommt mit dem Alter) Leisten ist oft einteilen können.

    einklappen einklappen
  • Rolf am 25.04.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitgeber

    Grundsätzlich ist immer noch der Arbeitgeber verantwortlich das die Arbeiter genügend Arbeit haben. Doch sollte das nicht mehr gehen, dann ist die frage an die COs was tut Ihr eigentlich den ganzen Tag. Und am ende garniert Ihr wieder. Und es ist eine schwache Leistung die Schuld dem Arbeiter zu weissen.

    • Lumpenotto am 25.04.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      Da spricht jemand aus Erfahrung

    einklappen einklappen
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