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Lieber Phil Geld

27. Dezember 2016 11:40; Akt: 27.12.2016 11:40 Print

Teilzeitarbeit – Anspruch auf Mutterschaftsurlaub?

Verena (35) arbeitet Teilzeit. Sie bekommt bald ein Kind und fragt sich, ob sie auch als Teilzeitangestellte Anspruch auf Mutterschaftsurlaub hat.

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Auch teilzeitbeschäftigte Mütter haben Anspruch auf Mutterschaftsurlaub. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Ich werde Anfang nächsten Jahres Mutter. Zurzeit arbeite ich als Teilzeitangestellte. Habe ich in diesem Anstellungsverhältnis auch Anspruch auf Mutterschaftsurlaub?

Umfrage
Wie lange haben Sie nach der Geburt Ihres Kindes nicht gearbeitet?
32 %
10 %
58 %
Insgesamt 1028 Teilnehmer

Liebe Verena

Nach Art. 329f OR hat die Arbeitnehmerin nach der Niederkunft einen gesetzlichen Anspruch auf einen Mutterschaftsurlaub von mindestens 14 Wochen. Zweck des Mutterschaftsurlaubs ist es, die Arbeitnehmerin in der Anfangsphase nach der Niederkunft zu entlasten. Sie ist von ihrer Arbeitspflicht befreit und darf der Arbeit fernbleiben.

Frauen, die bis zur Geburt ihres Kindes eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, beziehungsweise im Zeitpunkt der Niederkunft in einem Arbeitsverhältnis stehen, haben gemäss Art. 16b des Erwerbsersatzgesetzes (EOG) Anspruch auf Mutterschaftsurlaub. Ein Anspruch besteht folglich auch dann, wenn Teilzeit gearbeitet wird.

Der Anspruch auf Mutterschaftsurlaub besteht nach dem Wortlaut von Art. 329f OR «nach der Niederkunft». Das bedeutet: Der Mutterschaftsurlaub beginnt grundsätzlich am Tag der Niederkunft. Bei längeren Spitalaufenthalten des neugeborenen Kindes kann die Arbeitnehmerin den Mutterschaftsurlaub ausnahmsweise aufschieben, bis das Kind nach Hause kommt. Auch im Fall einer Totgeburt besteht ein Anspruch auf Mutterschaftsurlaub, sofern die Schwangerschaft mindestens 23 Wochen gedauert hat (Art. 23 lit. b EOV). Der Anspruch besteht während 14 Wochen (98 Kalendertagen) ab dessen Beginn. Nimmt die Mutter allerdings ihre Arbeitstätigkeit vorzeitig wieder auf (Vollzeit oder Teilzeit), endet der Mutterschaftsurlaub zu diesem Zeitpunkt (Art. 16d EOG).

Beim Mutterschaftsurlaub handelt es sich um ein Recht und keine Pflicht. Das heisst: Es besteht (ausserhalb des arbeitsgesetzlichen Arbeitsverbots gemäss Art. 35a Abs. 3 ArG, wobei bis zum Ende der achten Woche nach der Niederkunft ein zwingendes Arbeitsverbot besteht) keine Pflicht zum Bezug des Mutterschaftsurlaubs. Die Arbeitnehmerin kann folglich ganz oder teilweise darauf verzichten, den Mutterschaftsurlaub anzutreten. Ein im Voraus erklärter Verzicht ist allerdings unwirksam.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vater_mit_Kind am 27.12.2016 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundere mich

    Wird anfangs Jahr Mutter und hat diese Frage noch nicht geklärt?

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  • Kenny T. am 27.12.2016 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Spannung?

    Mal ehrlich, so einen simplen Sachverhalt hätte man auch googeln oder jemanden aus dem HR fragen können - wenn man davon betroffen ist, hat man ja zwangsläufig die Möglichkeit dazu... Finde viele Artikel der Rubrik Phil Geld eigentlich noch spannend, diesen hätte sich die Redaktion jedoch sparen oder einen komplexeren präsentieren können.

  • Werner Wenger am 27.12.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besonders bei Teilzeit wichtig.

    Diese Frage kann in einer ordentlich organisierten Firma, die Grösse oder die Art des Betriebes spielt kein Rolle, mit der für das Personal verantwortlichen Person besprochen werden. Als Kassier eines Tageselternvereins habe ich dies mit Teilzeit-Tagesmüttern regeln dürfen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Me am 28.12.2016 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Me5

    Hallo zusammen- weiss jemand wie das ist wenn man im stundenlohn (unregelmässiger monatslohn) abläuft? Danke fuer feedback

    • nad am 28.12.2016 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Me

      dann wird die durchnittliche Arbeitszeit berechnet.

    • Me am 28.12.2016 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nad

      Danke! Weist du von welcherzeitperiode? Ich befuerchte dass meim chef, sobald er kenntisse von der schwangerschaft hat mir weniger arbeitgeben wird, falls der verdienst zb. 6 monate vor niederkunft berechnet.

    • Angel in blue Jeans am 28.12.2016 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Me

      Informiere dich beim RAV.

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  • Angel in blue Jeans am 28.12.2016 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    entweder oder

    Entweder Eltern werden und alles selber finanzieren. Oder Kinderlos bleiben. Das ist für korrekte Lösung. Und nicht Kinder über den Staat finanzieren lassen.

    • M.L. am 28.12.2016 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Altersvorsorge

      Dann hoffe ich, sie kümmern sich auch selber um ihre Altersvorsorge und nicht über den Staat.

    • Emilie am 28.12.2016 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Altersvorsorge

      Ich bin zwar nicht der gleichen Meinung, aber als kinderlose, gut verdienende Frau (inzwischen 58) könnte ich ca. 90 Jahre alte werden und mich über alle 3 Säulen selbst finanzieren, wenn ich nicht die AHV Abzüge für "andere" hätte. Bitte nicht vergessen, dass gerade die kinderlosen sehr viel finanzieren. Es ist ein Geben und Nehmen.

    • Angel in blue Jeans am 28.12.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.L.

      Das mache ich schon jahrelang. Und bekomme einmal weniger als ich eingezahlt habe. zum Glück gibt's noch andere Möglichkeiten, wo ich nicht für finanziell verantwortungslose Eltern einzahlen, resp. mit zahlen muss.

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  • m.m am 28.12.2016 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenig

    es ist zu wenig 14 wochen die schweiz ist gar nicht kinderfreundlich nehmt ein besp. von den nachbarsländer

    • Angel in blue Jeans am 28.12.2016 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @m.m

      Es ist zuviel. Warum braucht Mutter das? Und warum fordert man das Gleiche noch für Väter?

    • Kam fuer meine Kinder selber auf! am 28.12.2016 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      m.m.

      Ganz klar zuviel, entweder ihr wollt BEWUSST Eltern werden und kommt dafuer auf, oder ihr lasst es bleiben. Aber nein, ihr wollt den Fuenfer und das Weggli und was noch? ich arbeite nicht, damit ihr Kinder haben koennt und es ist auch nicht eine Angelegenheit von euren Chefs!Eigenverantwortung auf der ganzen Linie waere gefragt!

    • M.L. am 28.12.2016 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Altersvorsorge

      In dem Fall sollte auch bei ihnen die AHV gestrichen werden.

    • Jenni am 28.12.2016 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kam fuer meine Kinder selber auf!

      Erstens bezahlt nicht der Chef den Mutterschaftsurlaub und zweitens, sind Sie bestimmt auch einverstanden keine ahv zu beziehen! Ist ja nicht die Sache des Staats dass sie alt werden...

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  • obligationen recht am 27.12.2016 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    uninformierter arbeitnehmer

    bin immer wieder auf's neue überrascht, wie wenig informiert schweizer über ihre rechte am Arbeitsplatz sind, da ist blindes vertrauen gross. wundert mich nicht, dass hier gearbeitet wird bis ins grab hinein mit wenig ferientagen und einer 42,5 h-woche, das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen. ausbeutung pur, und der schweizer arbeitnehmer zuckt mit den schultern und hat keine ahnung vom arbeitsrecht...! ich fass es nicht...

    • Rüedu Hegu am 28.12.2016 08:28 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Gene

      Kommt mir vor wie die Mieter im Glauben sind, dass alle Mieteinnahmen einfach in die Tasche des Vermieters fliessen. Eine Firma zu Gründen und zu erhalten braucht etwas mehr Intelligenz als Sie da aufzählen. Arbeitsgesetz ist ok aber mal etwas zu Tun was der Firma zum Überleben hilft ist Ihnen wohl nicht mitgegeben worden. Nehme an, dass sie ganz Links oder schon über diesen Rand hinunterfgefallen sind. Bevor ich sie anstellen würde hätte Sie schon die Kündigung in der Tasche. Viel Vergnügen im Leben und beim Abgrasen.

    • DANKE am 28.12.2016 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Ruedu Hegu

      Kann die Daumen unten nicht verstehen...schlicht und einfach nicht verstehen! Ruedu, ich bin froh, dass es noch Menschen gibt, welche einen gesunden Menschenverstand haben!

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  • NicKne am 27.12.2016 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    16 Wochen vs. 14 Wochen

    Man hat Anspruch auf 16 Wochen MU-Urlaub, gem OR. Aber von der EO sind nur 14 bezahlt...

    • Tina am 28.12.2016 01:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      bessere

      Arbeitgeber geben auch diese 16 W bezahlt. Oft dann auch den Vätern 2w. Mein jetziger Arbeitgeber zahlt den Frischen Müttern gar 6m Mutterschaftsurlaub, den Papas 1m(sofern mind. seit 3j angestellt) . das ist fortschrittlich! Schade, hab ich nicht früher die stelle gewechselt ;)

    • NicKne am 28.12.2016 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      Ja sie haben demnach einen tollen Arbeitgeber. Leider geben nicht alle die 16 Wochen bezahlt...

    • Kriti Ker am 28.12.2016 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      Urlaub ohne Ende

      Musst ja nicht arbeitn, dann hast du 52 Wochen Urlaub.

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