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Lieber Phil Geld

12. Juni 2012 10:46; Akt: 23.06.2012 13:01 Print

Fragwürdige Kündigung - was tun?

Katja (28) wurde von ihrer Firma gekündigt. Als Begründung gab ihr Chef eine Umstrukturierung der Abteilung an. Doch das nimmt sie ihrem Arbeitgeber nicht ab.

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Die Hürden, damit das Arbeitsgericht eine Kündigung als missbräuchlich beurteilt, sind in der Schweiz hoch. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Vor zwei Wochen hat mich mein Arbeitgeber Knall auf Fall gefeuert. Mein Chef sagte, die Marketingabteilung werde umstrukturiert und meine Stelle an eine Agentur ausgelagert. Nun sehe ich in einem Jobinserat, dass meine ehemalige Stelle doch wieder besetzt wird. Kann ich gegen die Kündigung vorgehen?

Liebe Katja

Grundsätzlich ist das Schweizer Arbeitsrecht sehr liberal, und es besteht Kündigungsfreiheit – für Arbeitnehmer genauso wie für Arbeitgeber. Klar ist nur, dass dein bisheriger Arbeitgeber dazu verpflichtet ist, dir deinen Lohn während der Kündigungsfrist weiterhin zu bezahlen.

Die Frage steht im Raum, ob es sich um eine missbräuchliche Kündigung handelt. Missbräuchlich sind Kündigungen zum Beispiel, wenn sie aufgrund des Geschlechts, kurz vor der Pension oder aus rassistischen Gründen ausgesprochen werden. Wird aus mehreren Gründen gekündigt, darf der ausschlaggebende Grund nicht missbräuchlich sein. Das scheint bei dir nicht der Fall zu sein.

Dass dein ehemaliger Arbeitgeber deine Stelle so kurz nach der Kündigung wieder ausschreibt, ist aber schon ziemlich fragwürdig. Offensichtlich hat er dir den wahren Grund für deinen Rausschmiss verschwiegen. Doch du hast das Recht, die echten Beweggründe zu erfahren. Darum solltest du deinem Ex-Chef einen eingeschriebenen Brief senden und die eigentliche Begründung deiner Kündigung verlangen. Das Stelleninserat legst du am besten bei. Wenn du eine wahrheitsgemässe – wenn auch nicht sehr schmeichelhafte – Antwort bekommst, hast du leider nicht mehr viel in der Hand. Dann musst du die Kündigung wohl oder übel akzeptieren.

Anders sieht es aus, wenn du keine Reaktion erhältst. Das würde nämlich für ein Gericht schon eher auf eine missbräuchliche Kündigung hindeuten. Tritt dieser Fall ein, kannst du die Kündigung als missbräuchlich anfechten. Opponieren kannst du wieder per eingeschriebenen Brief. Du solltest in diesem Schreiben ausführen, dass du die Kündigung nicht akzeptierst und dass dir die Gründe für die Entlassung nicht dargelegt wurden. Du musst aber darauf achten, dass du den Brief innert der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist abschickst.

Wenn sich dein ehemaliger Arbeitgeber weiterhin vor einer Reaktion drückt, kannst du dich an die Schlichtungsbehörde der Region wenden, in der die Firma angesiedelt ist. Ob die Kündigung missbräuchlich war, entscheidet aber letztlich das Gericht. Bekommst du Recht, winkt dir im besten Fall eine Entschädigungszahlung von sechs Monatslöhnen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HR Fachfrau am 12.06.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Böser Arbeitgeber? Oder doch nicht`?

    Dem Arbeitgeber wird oftmals Hinterlist und Boshaftigkeit unterstellt.Fast niemand sieht den Grund einer Kündigung bei sich selbst.Aber Leute-warum sollte eine Firma einem guten Mitarbeiter künden (ausser wenn sie gezwungen wird)? Gute Mitarbeiter will man behalten und kündigt sie nicht. Jede Rekrutierung und Nachbesetzung verursacht enorme Kosten und birgt Risiken.Kein Arbeitgeber geht das ein,wenn er es vermeiden kann.Die meisten Kündigungen, die ausgesprochen werden, sind vom Mitarbeiter selbst verschuldet. Daher sollte man sich nach einer Kündigung auch selbst hinterfragen.

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  • Nicht die feine Art! am 12.06.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    HelvetiaZH

    Normalerweise bekommt man, selbst wenn man schlechte Arbeit abliefert oder sonstwie Probleme hat, zuerst mal eine «Verwarnung», damit man die Chance zur Verbesserung erhält. Generell spricht man zuerst miteinander. Grossfirmen machen ja auch mehrere Gespräche (MBOs) zur Situationsklärung und Zielsetzung, damit man weiss, wo man steht. Wenn ihr Chef mit ihrer Leistung nicht (mehr) zufrieden war, hätte er ihr das vorher sagen sollen und nicht einfach kündigen. Denn die neue Person muss auch zuerst mal eingearbeitet werden und ist in dieser Zeit auch weniger produktiv.

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  • Juri Sprud am 12.06.2012 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtig

    Lieber Phil, das Wichtigste hast Du vergessen: Wer die Missbräuchlichkeit einer Kündigung geltend machen will, muss zwei Fristen einhalten, die Einsprachefrist und die Klagefrist. Die Einsprache muss schriftlich erklärt werden und beim Arbeitgeber spätestens am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses eingetroffen sein. Die Klage muss innert 180 Tagen seit Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhoben werden hier genügt es, dass die Klage am letzten Tag der Frist der Post übergeben wird (Datum des Poststempels). Das versäumen einer Frist hat Rechtsverlust zur Folge.

Die neusten Leser-Kommentare

  • N. Nebiker am 12.06.2012 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zynismus pur

    Das, was Katja erlebt hat, kenne ich auch: Man drängte mich zur Kündigung "aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen" und hatte dabei eine Nachfolge schon parat. Zynismus pur.

  • liatia am 12.06.2012 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Beinahe..

    stimmt nicht ganz - wenn der AG antwortet und dieser Grund missbräuchlich ist, hat sie gute Karten. Nicht nur, wenn er nicht antwortet.

  • Inspection du trvail am 12.06.2012 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    BEWEISE FÜR KÜNDIGUNGSMISSBRÄUCHE !

    Man muss sich klar vor Augen halten, dass das OR kein Motiv (Grund) verlangt um eine Kündigung auszusprechen zu können und dies sowohl vom Arbeitnehmer oder vom Arbeitgeber. Ein Missbrauch der Kündigung muss man stichfeste Beweise beifügen können um eine Entschädigung verlangen zu können. Auf was der Arbeitnehmer achten muss ist die Kündigungsargument des Arbeitgebers der Arbeitslosenkasse gegenüber. Wenn dies nicht der Wahrheit entspricht, sollte der Arbeitnehmer dies umgehend schriftlich bestreiten um keine eventuelle Sanktion der Arbeitslosenkasse zu erleiden.

  • HR Fachfrau am 12.06.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Böser Arbeitgeber? Oder doch nicht`?

    Dem Arbeitgeber wird oftmals Hinterlist und Boshaftigkeit unterstellt.Fast niemand sieht den Grund einer Kündigung bei sich selbst.Aber Leute-warum sollte eine Firma einem guten Mitarbeiter künden (ausser wenn sie gezwungen wird)? Gute Mitarbeiter will man behalten und kündigt sie nicht. Jede Rekrutierung und Nachbesetzung verursacht enorme Kosten und birgt Risiken.Kein Arbeitgeber geht das ein,wenn er es vermeiden kann.Die meisten Kündigungen, die ausgesprochen werden, sind vom Mitarbeiter selbst verschuldet. Daher sollte man sich nach einer Kündigung auch selbst hinterfragen.

    • TicTacToe am 12.06.2012 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      Danke!

      Das sind wahre Worte!

    • Guter AN am 12.06.2012 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Warum sollte ein AG, einem guten AN künd

      Wenn der AG selber schlecht ist, kündigt er einem guten AN!

    • HR Fachfrauen -Opfer am 12.06.2012 18:56 Report Diesen Beitrag melden

      Feige und unprofessionell

      Liebe HR Fachfrau! Wenn dem so wäre, wie Sie es beschreiben, dann sollten die verantwortlichen HR (Fach-)Frauen aber auch den Mut haben und es den zur Kündigung gedrängten Mitarbeitern ins Gesicht sagen, warum man sie nicht mehr braucht, nur um dann übrigens sofort einen Ersatz einzustellen. Alles andere ist feige und unprofessionell.

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  • Ivo am 12.06.2012 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kündigung

    Ich selbst wurde von einer großen Fa gekündigt der Grund denen war das ich zu langsam sei usw. ich glaub eher wo ich zu schnell war hatten die vorgesetzten Angst das es denen an den Kragen geht wenn es heißt warum es jetzt so schnell geht und vorher nicht da ich noch körperliche Probleme hab find ich das es auch ein Grund war das die mir ne Kündigung gegeben haben alles andere ist an den Haaren gezogen und erfunden wegen meinem leiden bin ich auch einige Zeit krankgeschrieben die meinten ich soll nicht spielen sondern mich freistellen lassen was kann ich dagegen tun

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