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Lieber Phil Geld

03. Januar 2017 08:29; Akt: 03.01.2017 08:29 Print

Sind verschiedene Fristen bei Kündigung erlaubt?

Für Alex (24) gilt bei einer Kündigung seinerseits eine Frist von sechs Monaten, für seinen Arbeitgeber beträgt sie aber nur drei Monate. Geht das?

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Je nach geleisteten Dienstjahren sieht das Gesetz verschiedene Kündigungsfristen vor. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Laut meinem unbefristeten Arbeitsvertrag habe ich eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Sollte mir aber mein Arbeitgeber kündigen, gilt lediglich eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Ich finde das etwas unfair. Sind unterschiedliche Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber erlaubt?

Umfrage
Hatten auch Sie schon einmal in Ihrem Arbeitsvertrag unterschiedliche Kündigungsfristen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?
92 %
4 %
4 %
Insgesamt 496 Teilnehmer

Lieber Alex

Unbefristete Arbeitsverhältnisse enden im Unterschied zu befristeten Arbeitsverhältnissen nicht durch blossen Zeitablauf, sondern bedürfen eines besonderen Beendigungsgrundes. Der häufigste und wichtigste Grund der Beendigung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses ist dabei die Kündigung.

Gemäss Art. 335 OR kann die Kündigung von jeder Vertragspartei – sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber – ausgesprochen werden. Triftige Gründe sind für eine ordentliche Kündigung nicht erforderlich (sogenannte Kündigungsfreiheit).

Das Gesetz sieht allerdings in Art. 335c OR je nach geleisteten Dienstjahren verschiedene Kündigungsfristen vor. Hat das Arbeitsverhältnis nicht länger als ein Jahr gedauert, kann es mit monatlicher Kündigungsfrist auf das Ende eines Monats gekündigt werden. Hat es länger als ein Jahr, aber noch nicht zehn Jahre gedauert, beträgt die Kündigungsfrist laut OR zwei Monate, ab dem zehnten Dienstjahr drei Monate. Durch schriftliche Abrede, Normal- oder Gesamtarbeitsvertrag können diese gesetzlichen Kündigungsfristen verkürzt oder verlängert werden. Eine Herabsetzung der Kündigungsfrist unter einen Monat ist jedoch nur mittels Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und nur im ersten Dienstjahr möglich.

Die Kündigung erfolgt üblicherweise auf das Ende eines Monats. Durch vertragliche Abrede kann aber auch der Endtermin geändert werden. Es kann jeder beliebige Tag als Kündigungsendtermin bestimmt werden.

Werden von der gesetzlichen Regelung abweichende Kündigungsfristen vereinbart, müssen die Fristen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer stets gleich lang sein (sogenannte Kündigungsparität). Widersprechen sich die Kündigungsfristen, gilt gemäss Art. 335a Abs. 1 OR für beide Parteien die längere.

Für diese Regelung gibt es allerdings eine Ausnahme: Hat der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt oder eine entsprechende Absicht kundgetan, darf eine für den Arbeitnehmer kürzere Kündigungsfrist vereinbart werden (Art. 335a Abs. 2 OR).

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jeromyk am 03.01.2017 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Information

    Also die Antwort wäre gewesen "Nein, darf er nicht, ausser bei dieser und jener Ausnahme". Warum kommt die Info ganz zuunterst im Text und vorher noch ganz viel Zeugs, nachdem nicht gefragt wurde? Man muss einen Text nicht künstlich verlängern.

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  • Fragender am 03.01.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Spannend...

    Laut Antwort von Phil Geld scheint die Sache gesetzlich klar geregelt zu sein - trotz der beschriebenen Ausnahme, die hier aber nicht zur Anwendung kommt. Ich finde es allerdings spannend, wie es eine derartige Kündigungsfrist offenbar in einen Arbeitsvertrag schafft, der dann auch noch beidseitig in gutem Glauben unterzeichnet wird. Dieses Grundwissen sollte doch jedem Arbeitgeber bekannt sein, ob Einzelunternehmung oder ganze HR-Abteilung...

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  • Erik am 03.01.2017 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schlawiner versuchen es immer wieder

    Mit Fairness ist noch niemand reich geworden, gell, Scheffe?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 04.01.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die einfachste Sache...

    Im Grunde genommen ist es eine einfache Sache: Ein Arbeitsvertrag muss alles beinhalten: Lohn, Probezeit, Ferien, Überstunden, event. Reisespesen, wie Kilometer Geld und natürlich die Kündigungsfrist... SEHR WICHTIG, damit es keine Reiberei mit Gerichtsfall ergibt...!

  • peter am 04.01.2017 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch Konkurrenz Verbot

    auch hier sollte man aufpassen. Viele vergeben ein solchen zahlen es aber nicht. Wen jemand 2 Jahre Konkurrenz Verbot hat ist darauf zu achten das man in dieser Zeit auch lohnzahlungen weiterhin erhält

    • Berner Bär am 04.01.2017 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      Nur für die GL-Mitglieder!

      Konkurrenz-Verbot in der Regel gilt nicht für den "normalen" Angestellten, sondern für Leute aus der Geschäftsleitung, die Einsicht in Geschäftsgeheimnisse haben und deren somit erworbenes Wissen dem ehemaligen Arbeitgeber Schaden zufügen kann.

    • ich und Du am 04.01.2017 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Träumen ist erlaubt

      LieberPeter Träum mal schön weiter!!! Natürlich bezahlt niemand 2 Jahre einen Lohn für jemand der nicht mehr für die Firma arbeitet. ja es kann hart sein. Aber üblicherweise finden diese Leute immer eine Lösung.

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  • Klipp Und Klar am 03.01.2017 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unklarer Beitrag

    Die Fragestellung war ganz einfach und klar, die Antwort liess jedoch an Klarheit zu wünschen übrig. NEIN, unterschiedliche Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind grundsätzlich NICHT erlaubt, ausser in ein paar seltenen Ausnahmen und dann nur zu Gunsten des Arbeitnehmers.

    • kar und rar am 04.01.2017 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klipp Und Klar

      doch sie war klar. während normalen wirtschaftlichen Zeiten gelten 1:1 die selben KF. Sind jedoch Witschaftlich wichtige Faktoren im Spiel, können Unternehmen kündigen sie es ihnen beliebt. So läuft der Laden überall. lg

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  • Ikee am 03.01.2017 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer kennt sich aus?

    Ich muss hier einfach mal was fragen. Mein Chef hat mir gesagt, dass ich nicht eine dreimonatige Kündigungsfrist habe. Falls ich eine andere Stelle finden würde, dann kann ich auch kurzfristig gehen, weil ich eine Zusatzausbildung absolviert habe, er hofft aber selbstverständlich das ich bleibe. So hat er mir gesagt, nun wie soll ich das genau verstehen? Ich bin in der Firma seit 2007. Danke

    • thurgauer am 04.01.2017 07:15 Report Diesen Beitrag melden

      Klare Sache

      Eigentlich will er Dich loswerden. Vermutlich die Zusatzausbildung, Du könntest ihm gefährlich werden. Schön verpackt, natürlich ;-)

    • Arbeitnehmerin am 04.01.2017 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      OR hilft

      Entweder steht in deinem Vertrag klipp und klar, was Sache ist, ansonsten gilt das OR. Bei Arbeitsverträgen gilt immer eine Kündigungsfrist. Du kannst aber natürlich mit deinem Chef immer noch etwas anderes abmachen, solange beide damit einverstanden sind. Es kommt also durchaus vor, dass man ohne Einhaltung der Kündigungsfrist gehen darf, weil man zB. eine neue Stelle hat. Oder dein neuer Arbeitgeber kauft dich aus. Wenn man freigestellt wird geht so was in der Regel problemlos. Musst halt mal mit deinem Chef reden und notfalls etwas schriftlich festhalten!

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  • Felix am 03.01.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Realität

    Mir und allen anderen Mitabeitern wurde die Schliessung des Geschäftsbereichs im Frühling per Ende Jahr anlässlich einer Mitarbeiterorientierung eröffnet. Wir hatten die Zeit zu nutzen, um Inventar und Mobiliar der Firma zu liquidieren. Dankdem es gelang, alles gegenüber Kunden und Lieferanten geheim zu halten, wurde uns grosszügig ein zusätzlicher Monatslohn bezahlt. Weitere Abfindungen, auch mit 25 Dienstjahren, gab es keine. Obwohl niemand eine schriftliche Kündigung erhielt, mussten wir unsere Büros am Silvester räumen und die Schlüssel abgeben. Ich durfte mit 62 Jahren stempeln gehen.

    • Remo Oser am 03.01.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Felix

      Das ist die Tolle Schweiz? Auswandern ganz Einfach weg von Europa. In der Schweiz muss man seine Rente noch Versteuern bis man stirbt Pfu..... das ist nur ein Beispiel.

    • Der unbequeme Schreiber am 03.01.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Remo Oser

      Ehm also und wohin willst du? Ist alles besser im Ausland gell...

    • OderSo am 03.01.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Felix

      Und wenn alles nicht klappt machst halt einfach den unmotivierten :D . Morgens zu Spät , minimale Leistung, Dann regelt sich das von selbst.

    • Der unbequeme Schreiber am 03.01.2017 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Felix

      Ist sicher sehr hart für sie und alle anderen Mitarbeiter. Mein Beileid. Machen Sie jetzt aber von den 640 alv-taggeldern Gebrauch?! Immerhin würde ich meinen. Da stehen wir besser da als 98% aller anderen Ländern. Ist ein schlechter Trost, aber nur all jenen zur Erinnerung, welche jetzt wieder meinen wie schlecht wir abgesichert sind...

    • Werner Wenger am 03.01.2017 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Remo Oser

      Dafür hast Du jahrelang die Prämien für die Renten vor Steuern abziehen können. Bitte nicht falsche Aussagen in die Welt setzen.

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