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Lieber Phil Geld

16. Juni 2013 19:55; Akt: 16.06.2013 19:55 Print

Neues Bad: Geht jetzt die Miete hoch?

Ueli (72) wohnt in einem 50-jährigen Mehrfamilienhaus. Jetzt wird das Bad saniert. Muss er deswegen mit einer Mietzinserhöhung rechnen?

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Eine Renovation bedeutet nicht zwingend eine Mietzinserhöhung. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Wir wohnen seit 40 Jahren in derselben Wohnung zur Miete. Jetzt wird unser Badezimmer renoviert. Badewanne und das WC wurden seit dem Bau des Blocks vor 50 Jahren nicht ausgetauscht. Müssen wir mit einem Mietzinsaufschlag rechnen?

Lieber Ueli

Das Gesetz erlaubt bei Neuerungen an und in der Wohnung nur dann eine Mietzinserhöhung, wenn es sich um eine wertvermehrende Investition handelt. Eine Wertsteigerung liegt vor, wenn der Mieter davon einen zusätzlichen Nutzen hat.

Wenn hingegen nur bestehende Einrichtungen oder Bauteile ersetzt werden, dann handelt es sich in der Regel um werterhaltende Massnahmen. Die Kosten dafür muss gemäss Obligationenrecht Art. 256 der Vermieter übernehmen. Wird etwa eine modernere Geschirrspülmaschine, durch eine von vergleichbarer Qualität ersetzt, kann also der Mietzins nicht erhöht werden. Würde hingegen der Eigentümer neu ein Dusch-Klo in die Wohnung einbauen, wäre das ein Mehrwert, den er auf den Mieter abwälzen kann.

Rein buchhalterisch sind die Badewanne und das Klo in deiner Wohnung nach 50 Jahren auf Null abgeschrieben. Decken, Wände, Türen, Teppiche, Küche, Bad, Dusche, WC etc. haben nämlich eine gewisse Lebensdauer. Wie lange diese jeweils ist, haben der Mieterverband und der Hauseigentümerverband in der gemeinsamen, sogenannten «Paritätischen Lebensdauertabelle» festgehalten. Versicherungen und Mieterschlichtungsstellen halten sich in der Regel daran.

Badewannen aus Acryl sind nach 25 Jahren amortisiert, emaillierte Stahl-Badewannen und Klos nach 35 Jahren. Mit der Sanierung deines Bads oder Klos nach 50 Jahren liegst du auf der sicheren Seite. Der Vermieter darf den Mietzins nicht erhöhen, wenn er von sich aus das Bad wieder auf den Standard bringt, den es zu Beginn hatte. Der Mieter hat übrigens nicht das Recht, nach Ablauf der Lebensdauer eines Teils des Mietobjektes eine Sanierung zu fordern. Der Entscheid, in der Wohnung etwas zu erneuern, liegt allein beim Vermieter, solange der betreffende Gegenstand funktionsfähig ist.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tamara Cota am 16.06.2013 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht normal

    Ich will nicht wissen wie ein bad nach 50 jahren aussieht..

    einklappen einklappen
  • R. Felder am 17.06.2013 03:58 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Riesenschande

    Nach 40 Jahren Miete wurde meine 85-jährige Mutter vom geldgierigen Eigentümer-Erben rausgeschmissen. Wegen schnellbleiche Luxussanierung und anschliessend 5x mehr Mietins. Sie haben vorher niemals was renoviert, alle Reparaturen mussten die Mieter selber bezahlen. Er sagte mir amTelefon, ich würde ja auch nicht nein sagen, gegen das Geld verdienen ... Die Mutter zog bei uns ein ... Es ist eine Schande, was da abgeht!

  • Zvonko Matjasec am 16.06.2013 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist Realität anderst

    Leider ist es oft anderst als es beschrieben wird. Oft geht es nur mit hilfe des Mieterverbandes, oder Wohnung wechseln. Hatten mal im Aargau die Erfahrung gemacht, laut Vertrag gehörten zur Wohnung 2 Parkplätze, Jahr später hieß es nur noch ein pp dazu kam vorwurf hatten selber vertrag abgeändert obwohl wir denn abruck davon hatten, dazu wohlte danach Vermieter Miete erhöhen da angeblich der marktwert ca. 350 CHF höher wahr. Die wohnung wahr bei Übergabe sehr unsauber. Mieterverband hatt alles protokolliert und am schluss haben wir es gewechselt denn wenn dich nur noch unwohl fühlst ist es das beste was man machen kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eva am 17.06.2013 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nana

    Es gibt viele so hobby-miet-rechtler die einem mieter dann noch raten die miete nicht voll zu bezahlen falls sie mit etwas nicht einverstanden sind! Doch vorsicht... Nicht bezahlte miete ist kündigungsgrund nr.1!!!!! Und auch nie vergessen! Miete ist miete und nicht eigentum!!! Wer 50 jahre in einer mietwohnung lebt hat nicht das recht auf ewigkeit!! Die wohnung gehört dem vermieter!!

  • R. Felder am 17.06.2013 03:58 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Riesenschande

    Nach 40 Jahren Miete wurde meine 85-jährige Mutter vom geldgierigen Eigentümer-Erben rausgeschmissen. Wegen schnellbleiche Luxussanierung und anschliessend 5x mehr Mietins. Sie haben vorher niemals was renoviert, alle Reparaturen mussten die Mieter selber bezahlen. Er sagte mir amTelefon, ich würde ja auch nicht nein sagen, gegen das Geld verdienen ... Die Mutter zog bei uns ein ... Es ist eine Schande, was da abgeht!

  • Theo am 17.06.2013 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    livit immo

    die livit hatte bei selben umbauten über 200.00 chf mehr miete im Monat gefordert. es waren jedoch keine Verbesserungen dabei. ausser dass neu ein glaskeramik Herd drin war anstelle der platten. Also war diese Erhöhung nicht gerechtfertigt? bin übrigens vorher ausgezogen. ;-)

    • Immo am 17.06.2013 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Objektiver mehrwert

      Doch, die wertvermehrzng muss objektiv bestehen, nicht subjektiv aus mietersicht, zb weniger verbrauch, grösseres volumen, parkett statt teppich usw

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  • Tamara Cota am 16.06.2013 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht normal

    Ich will nicht wissen wie ein bad nach 50 jahren aussieht..

    • Dani am 17.06.2013 00:09 Report Diesen Beitrag melden

      Doch, ganz normal.

      Es sieht aus wie neu, wenn man alles richtig reinigt und pflegt und sorgfälltig damit umgeht. Vielleicht ist nach 10 bis 20 Jahren mal ein neuer Anstrich fällig falls nicht alles aus Plättli besteht. Und es kann sein, dass die eine oder andere Wasserhahndichtung zu ersetzen ist. Aber sonst? Mein Bad sah nachdem ich 19 Jahre in der Wohnung war und alles täglich nutzte aus wie am ersten Tag. In den 19 Jahren einmal die Duschbrause und den Duschvorhang ersetzt, mehr nicht.

    • dani heiniger am 17.06.2013 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      19 zu 50

      entschuldigung, aber 19 jahre ist nichts. 50 jahre sind doch was anderes. technik und qualität aus den 60ern. da nützt auch putzen nichts. und die wasserspülungen waren sowas von unwirtschaftlich.

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  • Zvonko Matjasec am 16.06.2013 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist Realität anderst

    Leider ist es oft anderst als es beschrieben wird. Oft geht es nur mit hilfe des Mieterverbandes, oder Wohnung wechseln. Hatten mal im Aargau die Erfahrung gemacht, laut Vertrag gehörten zur Wohnung 2 Parkplätze, Jahr später hieß es nur noch ein pp dazu kam vorwurf hatten selber vertrag abgeändert obwohl wir denn abruck davon hatten, dazu wohlte danach Vermieter Miete erhöhen da angeblich der marktwert ca. 350 CHF höher wahr. Die wohnung wahr bei Übergabe sehr unsauber. Mieterverband hatt alles protokolliert und am schluss haben wir es gewechselt denn wenn dich nur noch unwohl fühlst ist es das beste was man machen kann.

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