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Lieber Phil Geld

16. Juli 2013 10:40; Akt: 17.07.2013 09:23 Print

«Nach Sanierung – darf Miete 40 Prozent rauf?»

Der Mietzins von Jennys Mutter wurde nach einer Badsanierung um 40 Prozent erhöht. Als Begründung wurde jedoch eine Anpassung an die ortsüblichen Mietzinsen angegeben. Darf die Vermieterin das?

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Rentnerin entsetzt: Wegen einer Badsanierung steigt ihre Miete um 40 Prozent. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
In der Wohnung meiner Mutter wurde das Bad saniert. Jetzt hat die Vermieterin ihr die Miete um 40 Prozent heraufgesetzt. Als Begründung wurde ihr gesagt, es handle sich um eine Anpassung an die ortsüblichen Mietzinsen. Muss meine Mutter das akzeptieren?

Liebe Jenny

Deine Mutter kann sich dagegen wehren. Sie hat das Recht, vom Vermieter einen Nachweis zu verlangen, dass die ortsüblichen Mietzinsen auch tatsächlich gestiegen sind. Dabei kann sie sich auf Art. 20 der «Verordnung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen» berufen. Zur Rechtfertigung seiner Zinsanpassung an die ortsüblichen Mieten muss der Vermieter taugliche Vergleichsobjekte in genügender Anzahl vorlegen können. Als genügend gelten etwa fünf Objekte.

Selbstverständlich darf der Vermieter oder die Vermieterin nur tatsächlich vergleichbare Objekte heranziehen. Konkret müssen es Wohnungen in der gleichen Gemeinde bzw. im gleichen Stadtquartier mit gleicher Zimmerzahl sein. Zudem müssen die Gebäude etwa in derselben Zeit mit ähnlicher Bauqualität und ähnlichem Komfort gebaut worden sein. Auch Lärm und Aussicht müssen beim Vergleichsobjekt ähnlich sein.

Die Auflagen für einen Nachweis höherer ortsüblicher Mietzinsen sind also hoch. Eine zusätzliche Hürde ist die Einschränkung, dass Wohnungen, die von der gleichen Verwaltung geführt werden oder demselben Eigentümer gehören, nur als ein einziges Vergleichsobjekt gezählt werden dürfen. Inserate dürfen nicht als Vergleichsobjekte herangezogen werden.

Mit der von dir erwähnten Badsanierung hat die Mieterhöhung übrigens kaum etwas zu tun. Da scheint es sich nur um eine werterhaltende Massnahme gehandelt zu haben. Wäre es nämlich eine wertvermehrende Investition gewesen, hätte das als Grund für die Mieterhöhung genügt. Stattdessen hat der Vermieter auf die fast nicht beweisbare Behauptung zurückgegriffen, die Zinserhöhung sei eine Anpassung an die ortsüblichen Mietzinsen. Damit hat er deiner Mutter einen Steilpass geliefert. Sollte sie sich also gegen die angekündigte Zinserhöhung wehren, darf sie sich gute Chancen bei den Mietschlichtungsbehörden ausrechnen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gino Wild am 16.07.2013 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt anfechten

    Ich kann den Gang zum Mieterverband bzw. zur Schlichtungsstelle nur empfehlen. Mein Vermieter konnte die Quartier- und Ortsüblichkeit letzendlich nicht Belegen. Ausserdem hat die Schlichtungsstelle berechnet, dass der (quartier- und ortsübliche) Mietzins noch tiefer sein müsste, als jener, den ich bisher bezahlt habe. Die Verwaltung hat das Urteil zähneknirschend akzeptiert und ich bezahle seitdem weniger Miete.

  • Irgend Wer am 16.07.2013 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Subventionen

    für energetische Sanierungen vom Staat werden zum Teil auch nicht als Mietzinserhöhungs-Minderungen berechnet. Ich vermute die kantonalen Schlichtungsstellen sind hier immens überfordert.

  • Bewohner am 17.07.2013 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mieten

    Die Mieten sind allgemein ziemlich hoch in der Schweiz. Wohne desshalb seit 3 Jahren in einer 70m2 Personalwohnung die mich nur 700.- im Monat kostet und welche knapp 5 Min vom Arbeitsplatz entfernt liegt. Keine Nebenkosten etc obwohl ich knapp 7500.- im Monat verdiene. Verzichte auf Ferien und gönne mir sehr wenig, wesshalb meine Freundin auch Schluss gemacht hat, ich würde zu wenig Geld für ''uns'' ausgeben. -_- Aber schlussendlich lohnt sich das. In 2-3 Jahren werde ich mir die ehemalige Wohnung meiner Eltern kaufen, nach meinen Wünschen renovieren und es mir endlich gut gehen lassen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • H.moser am 17.07.2013 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Rauseckeln aus Wohnung..!!

    Und wie ist es wenn die Wohnung mindestens 30 Jahre nie renoviert wurde ,obwohl eine Renovation total und danach (sanft ) ? nach zehn Jahren nach meinem Wissen obligatorisch ,resp nicht mehr als gerechtfertigt ist..? Das Währen somit ja schon drei eingesparte Total-Sanierungen ,ist da eine Mietzinserhöhung auch gerechtfertigt..?

  • Rene A am 17.07.2013 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    nicht so voreilig

    nur Badezimmer umbau 40% mehr, das ist Wucher, aber der Vermieter hat das Recht pro Einheit ( Badewanne/ Lavabo Spiegelkasten/ WC ) 100.- mehr auf die Miete zu setzen, heisst 300.- darf der Mieter an den Zins anhängen. Schaut mal im Mietrecht nach.

  • Bewohner am 17.07.2013 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mieten

    Die Mieten sind allgemein ziemlich hoch in der Schweiz. Wohne desshalb seit 3 Jahren in einer 70m2 Personalwohnung die mich nur 700.- im Monat kostet und welche knapp 5 Min vom Arbeitsplatz entfernt liegt. Keine Nebenkosten etc obwohl ich knapp 7500.- im Monat verdiene. Verzichte auf Ferien und gönne mir sehr wenig, wesshalb meine Freundin auch Schluss gemacht hat, ich würde zu wenig Geld für ''uns'' ausgeben. -_- Aber schlussendlich lohnt sich das. In 2-3 Jahren werde ich mir die ehemalige Wohnung meiner Eltern kaufen, nach meinen Wünschen renovieren und es mir endlich gut gehen lassen.

    • Manuel Müller am 17.07.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

      geniess das leben..

      und in 2 jahren hast du krebs oder lebst nicht mehr oder was auch immer... das leben geht zu schnell, geniess es schon jetzt... armer kerl!

    • Paul Meister am 17.07.2013 08:42 Report Diesen Beitrag melden

      Das würde

      ich jetzt mal nicht unter dem Aspekt sarsam sehen, sondern als geiz bezeichnen und geiz ist eine höchst ungesunde Sache. Geizig Geld beiseite legen für eine Wohnung und dadurch die Freundin verlieren ist doch so was von abartig

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  • Irgend Wer am 16.07.2013 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Subventionen

    für energetische Sanierungen vom Staat werden zum Teil auch nicht als Mietzinserhöhungs-Minderungen berechnet. Ich vermute die kantonalen Schlichtungsstellen sind hier immens überfordert.

  • Ch. Gerber am 16.07.2013 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wucherer...

    Das ist schlicht und einfach Wucherer, ausser die ganze Wohnung wurde rundum erneuert, d.h. Bad, Küche, Wohnzimmer, Flur, Boden, etc. Wobei bestehende Mieter auch ein Anricht auf Renovationen haben, ohne gleich 40% rauf geht...

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