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Lieber Phil Geld

24. Dezember 2016 10:55; Akt: 24.12.2016 10:55 Print

Wie ist die Nachtarbeit geregelt?

Der Chef von Rudolf (33) will, dass der vermehrt Nachtschichten übernimmt. Darf er das?

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In der Schweiz benötigen Arbeitgeber für Nachtarbeit eine Bewilligung. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Mein Arbeitgeber möchte, dass ich vermehrt die Nachtschichten übernehme. Ist das grundsätzlich erlaubt? Was gilt es bei der Nachtarbeit besonders zu beachten? Kann ich einen höheren Lohn fordern?

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Lieber Rudolf

Grundsätzlich ist die Nachtarbeit in der Schweiz verboten (vgl. Art. 16 ArG). Darum benötigt ein Arbeitgeber, der seine Angestellten zwischen 23 Uhr und 6 Uhr beschäftigen möchte, eine (Nachtarbeits-)Bewilligung. Eine solche Bewilligung wird gemäss Art. 17 ArG ausnahmsweise erteilt, wenn ein dringendes Bedürfnis oder die technische beziehungsweise wirtschaftliche Unentbehrlichkeit nachgewiesen werden kann.

Da Nachtarbeit von längerer Dauer gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Schäden verursachen kann, unterstehen Arbeitnehmer besonderen Schutzbestimmungen. Das Arbeitsgesetz (ArG) hält dabei die im Minimum einzuhaltenden Grundsätze fest.

Arbeitnehmende, die weniger als 25 Nächte pro Jahr arbeiten, haben Anspruch auf einen Lohnzuschlag von mindestens 25 Prozent auf die in der Nacht geleisteten Arbeitsstunden (Art. 17b Abs. 1 ArG). Arbeitnehmende, die mehr als 25 Nächte pro Kalenderjahr arbeiten, haben Anspruch auf zusätzliche Ruhezeit. Das heisst, sie haben Anspruch auf einen Zeitzuschlag von 10 Prozent für die in der Nacht geleistete Arbeitszeit (Art. 17b Abs. 2 ArG).

Der Zeitzuschlag ist grundsätzlich real zu gewähren und darf nicht beziehungsweise nur in Ausnahmefällen oder bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Geldleistungen abgegolten werden (Art. 22 ArG).

Bei Nachtarbeit darf die tägliche Arbeitszeit für den einzelnen Arbeitnehmer neun Stunden nicht überschreiten. Und sie muss mit Einschluss der Pausen innerhalb eines Zeitraums von zehn Stunden liegen (Art. 17a Abs. 1 ArG).

Für Angestellte von Spitälern, Kliniken, Heimen und Internaten gilt seit 2010 die Sonderregelung. Demnach darf Nachtarbeit in einem Zeitraum von zwölf Stunden geleistet werden, sofern darauf mindestens eine ebenso lange Erholungszeit folgt und davon mindestens vier Stunden (bezahlte) Ruhezeit sind.

Weiter ist zu beachten, dass Arbeitnehmende grundsätzlich nicht mehr als sechs Nächte hintereinander beschäftigt werden dürfen. Für Angestellte in Spitälern und Heimen gilt dabei wieder eine Sonderregel. Bei entsprechenden Kompensationsleistungen darf bis zu sieben Tage hintereinander gearbeitet werden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick Wyss am 24.12.2016 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regelung

    Die Arbeiter/innen in den Spitälern und Co. werden ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, gerade in so einem verantwortungsvollen Beruf sollte solch eine unsoziale Regelung nicht geben.

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  • A. Rbeiter am 24.12.2016 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lies das Arbeitsgesetz

    Es gibt auch ein paar Branchen (wie: Blaulicht, Teile des öffentlichen Verkehrs, usw.), wo die Nachtarbeitsbewilligung im ArG bereits pauschal festgehalten ist. Betriebe, die regelmässig Nachtarbeit benötigen, dürften die Details aber auch im betriebseigenen Arbeitsreglement o.ä. festgehalten haben.

  • Erwin am 24.12.2016 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seit vorsichtig

    Die meisten Berufe mit Nachtarbeit haben ein Nachwuchsproblem. So toll wie einige erzählen ist es eben doch nicht, wenn man erst um 6 oder 7 ins Bett kommt. 6-8h Schlaf braucht es trotzdem. Um einem herum wird gewerkt und gelärmt. Erholsamer Schlaf sieht anders aus. Ausserdem schrumpft das soziale Umfeld zwangsläufig zusammen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nachtuhu am 25.12.2016 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    10 Jahre Nachtarbeit

    Ich habe 10 Jahre Nachtarbeit im Spital geleistet. 7 bis 11 Nächte pro Monat bei 20% Zeitzuschlag, Gesetzlich wäre nur 10% möglich. Nachtzuschlag pro Stunde Fr. 5.65. Realität: 11.5 h anwesend, ausbezahlt 13.75 h. Nachtzuschlag 11.5 h x 5.65 Fr. Ich habe 60% gearbeitet. Aus schikanösem Grund liessen die Vorgesetzten mich nicht mehr Prozente arbeiten.

  • Hofnarr am 25.12.2016 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was giebt es besseres

    ich liebe die nacht schicht, bin viel fitter in der nacht, hab meine ruhe, kein verkehr und wen ich einkaufen gehe oder sonst was zu erledigen habe, arbeitet ihr. das soziale umfeld leidet nicht so stark wie alle behaupten und gesundheitliche probleme habe ich auch keine deswegen. ich verstehe nicht weshalb die nachtschicht so einen schlechten ruf hatt.

  • Reto am 24.12.2016 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach genial

    ich arbeite sehr viel in der nacht und das freiwillig, ich liebe die nachtschicht. dies war einer der gründ mein job zu wechseln.

  • Der Eidgenosse am 24.12.2016 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakten

    Die Bauleute sind die privilegiertesten Berufsleute unseres Landes. Top-Löhne, 7 Wochen Ferien und jammern ohne Ende! Nicht ohne Grund gibt es das Sprichwort:"Kannst du nix dann lerne Handwerker"!

    • Ombre am 25.12.2016 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Eidgenosse

      Wieder einer der ewigen Nörgler. Hauptsache einen unsinnigen Komm absetzten. Sie sollten lieber die einzelnen GAV lesen. Es braucht jeden Beruf und jeder ist auf seine Art anstrengend.

    • Matthieu am 25.12.2016 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Eidgenosse

      7 wochen ferien? Wo?

    • pfüdi am 25.12.2016 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Eidgenosse

      es heisst wohl eher: wer nichts wird, wird wirt, ist im das nicht gelungen macht er mit versicherungen.

    • TravelinBand am 25.12.2016 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Der Eidgenosse

      Das hat zwar rein gar nichts mit dem Thema zu tun, aber wir sind alle dankbar, dass sie darüber geredet haben. Obwohl es totaler Müll ist!

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  • Maddin am 24.12.2016 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Techniker

    Ja, und in der Veranstaltungstechnik bekommt man weder Lohnzuschlag noch Ausgleichszeit. Für was auch, wir werden ja ausreichend mit Sandwiches und Mineralwasser versorgt. Da besteht DRINGENSTER Handlungsbedarf!

    • Maddin am 24.12.2016 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Addendum

      Ebenso nichts ungewöhnliches ist es, nach einer 24-h Schicht (oder mehr), nach 6 Stunden Ruhezeit wieder auf der Baustelle zu sein, um die nächsten 18 Stunden zu arbeiten. Aber ich liebe meinen Job, auch wenns ab und zu ein bisschen sehr hart ist...

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