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Lieber Phil Geld

05. Oktober 2012 07:26; Akt: 05.10.2012 13:27 Print

«Hilfe, der Chef mobbt uns!»

Roman (47) meint, er sei ein Mobbingopfer. Doch er ist offenbar nicht der einzige Leidende in seiner Abteilung. Was tun?

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In aller Regel sind Mobbing-Attacken gegen Einzelpersonen gerichtet. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld,
Wir haben Riesen-Zoff mit unserem Gruppen-Leiter. Eigentlich geht das schon seit vier Jahren so. Er schreit herum, schikaniert uns und entscheidet willkürlich. Es scheint offensichtlich, dass er psychische Probleme hat. Vor zwei Jahren hatte er angeblich ein Burnout. Er brach die Therapie aber vorzeitig ab. So vergeht die Lust an der Arbeit. Ich habe mit dem Abteilungsleiter gesprochen. Da mein Vorgesetzter aber viel leistet, will in der Chefetage niemand etwas dagegen unternehmen.

Lieber Roman

In aller Regel sind Mobbing-Attacken gegen Einzelpersonen gerichtet. Und für das Opfer ist es schwierig, etwas dagegen zu unternehmen. Du beschreibst nun den aussergewöhnlichen Fall, dass das Mobbing mehreren Personen gilt.

Sprich dich in diesem Fall mit deinen Kolleginnen und Kollegen ab. Wie erleben sie diese Situation? Vor allem: Handelt es sich um mehr als nur einen (sehr) unsympathischen Vorgesetzten?

Mobbing wird gemeinhin definiert als psychische Belästigung durch Verhaltensweisen oder Äusserungen, die von einem oder mehreren Mitarbeitern systematisch gegen eine bestimmte Person gerichtet sind. Diese Angriffe müssen wiederholt, regelmässig und auf eine relativ lange Zeit hinaus erfolgen. Zudem müssen die Aktivitäten das Ziel haben, den betreffenden Mitarbeiter erheblich zu verunsichern, auszugrenzen oder sogar vom Arbeitsplatz zu verdrängen. Typische Mobbinghandlungen sind die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, soziale Isolation und ständige Kritik an der Arbeit.

Dein Fall hat zwar einzelne Aspekte von Mobbing; da jedoch diese Machenschaften nicht (nur) gegen dich persönlich gerichtet sind, ist es doch zweifelhaft, ob im Streitfall das Arbeitsgericht den Sachverhalt als Mobbing einstufen würde. Kommt hinzu, dass es den Strafrechtsbestand Mobbing an sich gar nicht gibt - konkret müsste man vor Gericht wegen Persönlichkeitsverletzung klagen.

Mein Tipp: Such nochmals das Gespräch mit dem Abteilungsleiter. Er müsste ja ein Interesse an einem guten Arbeitsklima haben, weil dies die Produktivität fördert.

Die Liste möglicher Mobbing-Aktivitäten ist lang. Die Mobbing-Zentrale hat 45 Machenschaften aufgelistet.
Hier eine Auswahl:
* Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten ein, sich zu äussern
* Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke und Gesten
* Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein
* Man wird ständig unterbrochen.

Im Fall von Mobbing gilt es, die nächsten Schritte genau zu planen. Ja nicht in Panik verfallen oder mit gleicher Münze zurückzahlen. Es gilt die Situation zu analysieren. Wer und welche Gründe stecken hinter dem Mobbing? Führe ein Mobbing-Tagebuch und sichere Beweise - am besten schriftliche Beweise in Form von Mails.

Vor allem: Gibt es in deinem Fall die Möglichkeit, die unvorteilhafte Situation zu beseitigen? Möglicherweise bleibt nur die Kündigung des Arbeitsverhältnisses als Option übrig.

Freundlich grüsst

Phil Geld

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Danilo Wilo am 05.10.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Vieleicht etwas höher gehen

    Wenn es den Abteilungleiter nicht interessiert dann evtl dessen Chef, versuchs mal dort. Hat bei mir schon echte Wunder bewirkt. Aber wichtig ist vor allem dass deine Kollegen gleich denken und du dich darauf verlassen kannst, dass sie ein "Aussage" FÜR dich machen wenns draufan kommt. ansonsten stehst du alleine da und wirst als unruhestifter gesehen, was wohl kaum förderlich sein dürfte.

  • have been mobbt myself am 05.10.2012 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt alles nichts!

    Sehr viele spezielle Institutionen, zeigen auf, wie ein Mobbing Ablauf aussieht. Sehr oft wird empfohlen, alles aufzuschreiben und zu dokumentieren. Ist dann, der Tag X erreicht und man sich wehren will, wird dann die Erfahrung gemacht, dass alle gut gemeinten Ratschläge, of no use sind. Der gemobbte ist in demfall, der Kläger.Der Kläger muss per Gesetz, seine Klage beweisen.Denn es heisst ja im Grundsatz: in dubio pro reo.Also,muss ich als Kläger beweisen, dass ich gemobbt wurde.Kann man das??? Meine Erfahrung zeigte schon sehr oft, dass das alles sehr schwierig wenn nicht schon,unmöglich ist

    • El Homo am 05.10.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Habe auch die Erfahrung gemacht!

      Am besten man sucht sich eine neue Stelle! Wenn mann von Vorgesetzten gemobbt wird ist man immer am kürzeren Hebel und der Chef wird die Situation im HR so darstellen, dass der gemobbte faul und unqualifiziert ist. Man hat meist keine Chance und muss da wohl oder übel alleine druch! Es gibt ja einen Grund wieso diese Person in dieser Firma zum Cheff gemacht wurde, sein Führungsstil scheint bei der Geschäftsleitung auf Zuspruch zu stossen!

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  • Haha am 05.10.2012 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Mobbing

    ja du bist ein Opfer, jedoch kein Mobbingopfer, da Mobbing von einer Gruppe kommen muss, dem Mob. Nebenbei ist eine Stelle grundsätzlich kündbar.

  • hans lüthi am 05.10.2012 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    sich direkt wehren

    Schrei einfach mal aus vollem Hals zurück und zeige ihm damit sofort was er Dir antut. Du kannst Dich, wenn nötig, dann immer noch entschuldigen. Zeige ihmmal wie es Dir geht. Er hatte ja ein ähnliches "Leiden" und kann Dir deshalb kaum kündige. Bei mir hat es geholfen! Das Klima hat sich gebessert, seit die "Fronten" klar sind.

    • Mercynary am 05.10.2012 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gute Idee

      Gute Antwort !!Das rüttelt manchmal solche Leute aus ihrer Manie auf.Von Vorteil ist es, wenn Ihr als Abteilung zusammenhält.Vielleicht hat er ja einen Ihm plagenden Drachen Zuhause :-))). Viel Glück

    einklappen einklappen
  • Jeromy am 05.10.2012 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich gehen

    Neuen Job suchen -> Kündigen (Oder falls du genug Geld angespart hast -> sofort kündigen) Das Leben ist schlicht zu kurz um sich im Job anschreien zu lassen... Mich schreit man einmal an... dann kann man sich entschuldigen. Beim zweiten Mal stelle ich klar, dass es das jetzt aber gewesen ist und beim dritten Mal -> Tschüss

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