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Lieber Phil Geld

04. Februar 2017 15:38; Akt: 04.02.2017 15:38 Print

Darf der Vermieter die Mietkaution kürzen?

Ladinas (26) Vermieter möchte bei ihrem Auszug wegen schmutziger Rollläden 500 Franken von der Mietkaution abziehen. Ist das erlaubt?

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Der Vermieter darf eine Nachreinigung der Wohnung nicht eigenmächtig von der Mietkaution abziehen. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Ich bin aus einer Mietwohnung gezogen. Ich musste die Wohnungsschlüssel sieben Tage vor Mietende zurückgeben, damit der Vermieter Zeit hat, allfällige Reparaturen zu erledigen. Nun hat mir der Vermieter mitgeteilt, dass er die Mietkaution um 500 Franken kürzen werde, weil er eine Reinigungskraft habe beauftragen müssen, um die von mir nicht sauber genug geputzten Rollläden nachzuputzen. Ist das erlaubt?

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Liebe Ladina

Der Vermieter verlangt von seinem Mieter üblicherweise eine Mietkaution als Sicherheit für allfällige Mietzinsrückstände, Schadenersatzforderungen anlässlich der Rückgabe der Mietsache oder für andere Schulden des Mieters, die ihm aus dem Mietverhältnis erwachsen sind. Der Vermieter hat dabei die Mietkaution gemäss Art. 257e Abs. 1 OR bei einer Bank auf einem Sperrkonto, das auf den Namen des Mieters lautet, zu hinterlegen.

Die Mietkaution darf nicht auf einem privaten Konto des Vermieters hinterlegt werden, respektive nicht in das Vermögen des Vermieters überführt werden. Ein Vermieter, der die Mietkaution gesetzeswidrig nicht auf den Namen des Mieters bei einer Bank hinterlegt, kann bestraft werden.

Zurückbezahlt wird die Kaution durch die Bank, wenn es die Parteien (Vermieter und Mieter) verlangen, ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl oder ein rechtskräftiges Gerichtsurteil vorliegt (Art. 257e Abs. 3 OR). Ist keine dieser Voraussetzungen erfüllt, darf die Bank die gestellte Mietkaution nicht zugunsten des Vermieters herausgeben.

Darum ist es deinem Vermieter bei rechtmässig hinterlegter Mietkaution nicht möglich, eigenmächtig auf die Mietkaution zuzugreifen, geschweige denn, diese um 500 Franken zu kürzen. Der Vermieter müsste ein rechtskräftiges Urteil erwirken, wonach du zur Bezahlung des strittigen Betrags verpflichtet wirst.

Fraglich ist allerdings, ob du überhaupt zur Bezahlung der Reinigungskosten verpflichtet werden kannst. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der Vermieter dem Mieter bei nicht oder nicht genügender Reinigung des Mietobjekts eine Frist zum Nachholen anzusetzen hat. Erst wenn der Mieter nicht reagiert oder davon ausgegangen werden kann, dass eine solche Fristansetzung keine Wirkung zeigt, kann der Vermieter eine Nachreinigung auf Kosten des Mieters durchführen.

Du hast dich deinem Vermieter gegenüber sehr kulant gezeigt und ihm sieben Tage vor Mietende die Schlüssel übergeben. Rechtlich gesehen wärst du nicht dazu verpflichtet gewesen, da du bestimmt noch die volle Monatsmiete bezahlt hast. Deshalb hätte dir der Vermieter wohl Zeit geben müssen, die Rollläden nachzureinigen. Ich rate dir, das Gespräch mit deinem Vermieter zu suchen und ihn aufzufordern, die volle Mietkaution freizugeben. Lehnt der Vermieter ab, solltest du dich möglicherweise an die zuständige Schlichtungsbehörde wenden und die Freigabe der Mietkaution beantragen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.K. am 04.02.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ähm sorry

    aber niemals würde ich dem Vermieter zu liebe, bereits sieben Tage vor Mietende aus der Wohnung. Bei so viel goodwill gehe ich davon aus, dass leider die Kaution auf einem privaten Konto des Vermieters liegt. Hoffentlich was daraus gelernt

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  • antonzum am 04.02.2017 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank für die Umfrage

    1 Teilnehmer und fertig ist es!

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  • r.liko am 04.02.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    toller globi

    dem würde ich auch was kürzen, aber sicher.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Swizzie am 05.02.2017 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amortisiertes Garagentor

    Ich hatte bei meinem Freund das Holz Garagentor unabsichtlich angefahren. Es entstand eine kleine Delle. Habe dem privaten Vermieter sofort den Schaden gemeldet. Er stellte mir eine Rechnung von mehreren tausend Franken für ein neues (!) Garagentor. Habe mich dann an meine Versicherung gewandt, welche das Tor als amortisiert einschätzten. Ich musste dann lediglich noch einen Betrag von 200 SFr. zahlen. Ich kassierte dann vom holländischen Vermieter noch Schimpf und Schande, weil ich mir erlaubt habe, die Versicherung einzuschalten. War es mir aber wert :)

  • Gomez Valde am 05.02.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich!

    Ja natürlich kann er das. Für was ist denn diese Sicherstellung sonst gedacht? Als Spareinlage des Mieters?

  • Martha Rubiano am 05.02.2017 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnung

    ouuu wenn ich das lese dann kriege ich Kopfweh. Ich vermiete meine schöne Wohnung aber ich wünsche mir eine korrekte, zuverlässige, pflichtbewusste Person die meine Wohnung schön pflegt aber auf keinen Fall Leute die alles kaputt machen. Schwierig!

    • marc am 05.02.2017 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martha Rubiano

      von kaputtmachen ist doch gar nicht die Rede.

    • Martha Rubiano am 05.02.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marc

      Doch, ich!

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  • Shimu Trachsel am 04.02.2017 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ich musste 7 Tage vor Mietende?

    Hat kein Vermieter ein Recht darauf. Die Übergabe erfolgt bei Ablauf des Vertrages und nicht 7 Tage vorher. Es sei denn in gegenseitigem Einverständnis. Frage: Wurden diese Mängel (schmutzige Rollladen) auf dem Rückgabeprotokoll aufgeführt? Wurde überhaupt eine Rückgabe gemacht und das Protokoll von beiden Parteien unterschrieben? Oder liess sich Ladina auf der ganzen Länge über den Tisch ziehen?

  • Thomas Herrmann am 04.02.2017 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Anwalt einschalten

    Ich hatte mal ähnliche Probleme mit einem Vermieter. Mein Tipp, gar nicht diskutieren und sofort Anwalt beauftragen, dann regelt sich alles auf ein mal ganz schnell.

    • Manuel Keller am 05.02.2017 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      eher nicht!

      Super... und die 500.- dem Anwalt rüberschieben, so geht Sparen?

    • tomy Lomi am 05.02.2017 21:32 Report Diesen Beitrag melden

      Aber aber

      Rechtsschutz ist das Zauberwort dann zahlst du auch nicht 500.-

    einklappen einklappen
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