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Lieber Phil Geld

10. Februar 2014 10:43; Akt: 07.02.2014 18:05 Print

In wie vielen Raten darf ich die Steuern bezahlen?

Toni (34) möchte seine Steuern in Raten über Posteinzahlungen bezahlen. Wie viele Raten sind maximal erlaubt?

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Die Anzahl Raten für die Steuereinzahlungen können von den Steuerzahlern nicht beliebig gewählt werden.

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Lieber Phil Geld
Lieber als für Leerläufe bei Staat, Bund und Kantonen Steuern zu bezahlen, würde ich das Geld der Post geben. Wenn ich nun die Steuern in 5-Franken-Schritten mit einem roten Einzahlungsschein am Postschalter einzahle, dann würde dem Empfänger pro Einzahlung jeweils Fr. 1.50 belastet. So wäre bei einer Steuersumme von 10'000 Franken der effektiv zur Verfügung stehende Betrag noch 7000 Franken. Steht diesem Vorgehen etwas entgegen – ausser die Empörung der Steuerämter?

Lieber Toni

Dein Plan funktioniert nicht. Die Anzahl Raten für die Steuereinzahlungen können von den Steuerzahlern nicht beliebig gewählt werden. Im Kanton Zürich zum Beispiel sind sie in Paragraf 50 der «Verordnung zum Steuergesetz» festgehalten. Dort sind der 30. Juni, 30. September und der 31. Dezember als Termine für Ratenzahlungen vorgesehen. In anderen Kantonen ist es nicht viel anders.

Wer tatsächlich ein Problem damit hat, die Steuern auf diese drei Termine hin fristgerecht zu bezahlen, sollte sich mit seinem Gemeindesteueramt in Verbindung setzen. Im Kanton Zürich dürfen die Gemeinden den Betrag auch in sieben Raten, also monatlich per 30. Juni bis per 31. Dezember, anfordern.

Es besteht auch die Möglichkeit, gleich zu Beginn den ganzen Betrag einzubezahlen. Einige Kantone bezahlen dann einen Vorauszahlungszins. Im Kanton Aargau ist es 1 Prozent, in Zürich sind es 1,5 Prozent und im Kanton Zug sogar 2 Prozent. Wer die Steuerrechnung nicht rechtzeitig bezahlt, wird hingegen mit einem Verzugszins belastet. Dieser beträgt je nach Kanton zwischen 2 und 5 Prozent.

Mit deinem Unmut wegen hoher Steuern bist du wahrscheinlich nicht allein. Doch deswegen die Steuerbeamten schikanieren zu wollen, ist unsinnig. Sie setzen bloss um, was auf politischer Ebene beschlossen wurde. In der Schweiz werden die Steuern in demokratischen Prozessen festgelegt. Wenn du der Überzeugt bist, dass die Steuern zu hoch sind, dann musst den politischen Weg wählen und jenen Politikern deine Stimme geben, die sich für einen weniger teuren Saat einsetzen. In vielen Gemeinden wird der Steuersatz jährlich durch die Gemeindeversammlung festgesetzt. An diesen Orten kannst du also sogar direkt beim Steuersatz mitbestimmen. So funktioniert die Schweiz.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 10.02.2014 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Lösungsvorschlag

    Es wäre viel einfacher die Quellensteuer auch für Schweizer einzuführen. Ausbezahlt wird der Nettolohn und Ende Jahr wird definitiv abgerechnet mit der Steuererklärung. Vorteile: Die Steuerämter haben das Geld sofort und keine Miliardenausstände! Ja, Milliarden! und der Arbeitnehmer, wüsste, was er ausgeben darf und muss sich nicht darum kümmern. Es wäre eine Win-Win Situation für alle Betroffenen. Das bestätigen mir auch B Aufenthalter, die eine C Genehmigung erhalten. Liebe Parlamentarier, die ihr das lest, überlegt euch das mal.

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  • Markus am 10.02.2014 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz = hohe Steuern???

    Klar bezahlt niemand gern Steuern, jedoch muss man dem Staat, Gemeinden und Kantonen doch auch zugestehen dass man in der Schweiz doch auch etwas geboten bekommt, die Strassen sind ok, ÖV Weltklasse, angemessene Sicherheit und vieles mehr. Wenn man dies dann noch vergleicht mit den massiv höheren Steuersätzen die man im Ausland für viel weniger Gegenleistung abdrücken muss. Nein, die Schweiz ist nicht perfekt, aber jammern macht es nicht besser.

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  • i know am 10.02.2014 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz und Realität

    So steht es zwar im Gesetzt. Ich zahle aber meine Steuern seit 10 Jahren in monatlichen Raten und habe noch nie ein Problem gehabt! Hauptsache sie haben bis zum Ablauf der 3.ten Rate ihr ganzes Geld. Ansonsten anrufen hilft auch immer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Wälchli am 10.02.2014 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kanton Bern Biel

    Ich bezahle mit Dauerauftrag jeden Monat zum voraus, somit bliebt nur die Schlussabrechnung!

  • Fredy Hinz am 10.02.2014 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ich bezahle meine Steuern seit Jahren in 12 Raten. Das hat im Zürcher Unterland funktioniert und jetzt auch im Aargau. Ich zahle immer ein bisschen mehr ein als notwendig und habe so auch keine Probleme mit den 3 Raten, nach welchen sich die Steuerämter richten. Jeweils per Februar passe ich den Dauerauftrag den neuen Umständen an (anhand der automatischen Berechnung vom Tax-Tool). Funktioniert einwandfrei und ohne Probleme. Und wer sich über die Steuern in der Schweiz beklagt, soll doch mal nach Frankreich oder Deutschland.

  • Buchhalter am 10.02.2014 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    bis zu 11 Raten

    Normal sind 3 Raten, mit Vereinbarung können die Steuern in 11 Raten bezahlt werden. Wichtig ist, dass am 31.12.xx die Steuern bezahlt sind.

  • Marco H am 10.02.2014 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    9 Raten

    in der Stadt St. Gallen habe ich 9 Raten zu gesprochen bekommen und ein paar Freunden von mir bezahlen es in 12 Raten.

  • Beat am 10.02.2014 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schnäppchengesellschaft

    Doch beim Staat, Kantonen und Gemeinden hilft dieses "Knuuperi-Denken" nicht. Betreibung und Privatkonkurs sind die letzten Schritte in diesem Prozess. Überlegt es Euch gut! Was äusserst bedenklich ist, ist die Tatsache, dass alle von unserer erstklassigen Infrastruktur, Sicherheit und inneren Ruhe profitieren wollen, aber nicht dafür bezahlen. Geht mal einige Zeit (nicht Ferien!!) ins Ausland. Da kommt manch einer geläutert zurück und geniesst sogar das Steuerzahlen. PS: Eigene Erfahrung! Es ist schön hier und jeder sollte stolz darauf sein, dass er / sie hier Steuern bezahlen DARF!

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