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Lieber Phil Geld

03. Februar 2018 14:33; Akt: 03.02.2018 14:33 Print

Arbeitgeber in Konkurs – was ist mit meinem Lohn?

Céline (24) hat Angst, dass ihr Arbeitgeber bald Konkurs anmelden muss. Wie steht es dann um ihren Lohn?

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Auch Carrie aus Sex and the City muss immer wieder fürchten, dass ihre Zeitung in Konkurs geht. (Bild: HBO)

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Lieber Phil Geld
Ich befürchte, mein Arbeitgeber könnte demnächst in Konkurs gehen. Ich sorge mich daher um mein Einkommen. Was kann ich tun, wenn die Lohnzahlungen ausbleiben?

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Konnte dir ein Arbeitgeber schon mal deinen Lohn nicht mehr zahlen?

Liebe Céline

Bei ausbleibenden Lohnzahlungen solltest du dringend handeln. Mahne deinen Arbeitgeber schriftlich, am besten mit einem eingeschriebenen Brief und unter Ansetzung einer kurzen Frist zur Lohnzahlung. Um deiner Forderung etwas Nachdruck zu verleihen, kannst du deine Arbeit so lange niederlegen, wie der Arbeitgeber mit der fälligen Lohnzahlung im Rückstand ist. Verstreicht die Frist ungenutzt, kannst du deinen Lohn (inklusive Verzugszinsen) mittels einer Betreibung einfordern.

Da ausbleibende Lohnzahlungen auf die Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers hinweisen, solltest du von deinem Arbeitgeber die Sicherstellung deines künftigen Lohnes verlangen. Ist dein Arbeitgeber aufgrund endgültiger Zahlungsunfähigkeit nicht fähig, dir deinen ausstehenden Lohn zu bezahlen oder dir innert angemessener Frist eine Sicherheit zu leisten, kannst du das Arbeitsverhältnis fristlos auflösen und Schadenersatz fordern. Dieser Schritt sollte allerdings gut überlegt sein.

Fällt der Arbeitgeber in Konkurs, solltest du dich umgehend an die Arbeitslosenkasse wenden. Ab dem Tag der Konkurseröffnung erhältst du Arbeitslosentaggelder, in der Regel 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Für Forderungen aus der Zeit vor dem Konkurs ist die Insolvenzentschädigung der Arbeitslosenversicherung zuständig. Sie deckt offene Lohnforderungen der letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses, im Gegensatz zur Arbeitslosenversicherung in der Regel sogar vollständig. Nicht gedeckt sind allerdings Kinderzulagen, Spesen sowie Kranken- oder Unfalltaggelder. Die Insolvenzentschädigung muss innert 60 Tagen nach der Publikation der Konkurseröffnung beantragt werden, und zwar bei der zuständigen kantonalen Arbeitslosenkasse.

Zu beachten ist, dass die Insolvenzentschädigung nur Lohnansprüche deckt, die noch während des Arbeitsverhältnisses entstanden sind. Kündigst du das Arbeitsverhältnis fristlos wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers, kommt die Versicherung nicht mehr für Ansprüche auf, die danach entstanden sind. Von einer voreiligen fristlosen Kündigung ist daher abzuraten.

Kann dein Arbeitgeber deinen Lohn nicht mehr auszahlen oder muss er tatsächlich Konkurs anmelden, solltest du also rasch handeln. Wichtig ist, die richtigen Schritte einzuleiten und dabei keine Fristen zu verpassen. Ich rate dir daher, liebe Céline, dich schlimmstenfalls rechtlich beraten zu lassen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(phd/lia/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tippgeber am 03.02.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Noch wichtiger

    Viel wichtiger: sofort eine neue Stelle suchen!

  • dev am 03.02.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    sinn und zweck solcher fristen?

    diese fristen sind ja mal arbeitnehmer freundlich. nett.

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  • Jamaika Jamal am 03.02.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konkurs

    Wo nix ist kann auch nichts mehr geholt werden. Ist eine doffe Situation

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Personaler am 05.02.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Insolvenzentschädigung über RAV/AL

    Bei Konkurs kommt die sogenannte Insolvenzentschädigung der Arbeitslosenkasse zum Tragen. Diese bezahlt max. 4 Monatslöhne. Achtung: Bei erfolgtem Konkurs sind die Fristen relativ kurz. Eine Broschüre oder Merkblatt dazu gibts beim RAV oder online. Man muss aber unbedingt auch selber den Rechtsweg gehen, wenn schon vorher kein Lohn mehr bezahlt wurde! Grundsätzlich würde ich mir eine neue Stelle suchen, wenn sich ein Konkurs so klar und zeitnah abzeichnet.

    • Xeno72 am 05.02.2018 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Personaler

      Richtig.

    • Martina am 05.02.2018 20:29 Report Diesen Beitrag melden

      Insolvenzentschädigung???

      Quatsch: Insolvenzentschädigung kommt im Sinne eines Almosens daher. Betrug bei mir grade mal 4000.-- was für eine Miete und die Krankenkasse reichte. Problem war, dass ich als "Höhere" Angestellte (Buchhalterin und Prokuristin) doch die ganze Geschichte noch im Sinne der Mitarbeiter durchführen musste.

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  • alles schon miterlebt am 04.02.2018 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    der Staat schützt Dich nicht

    Mach schon mal einen Abschreiber. Ich verklagte die damalige Firma, die aber die Schuld auf den Vertragsunterschreiber schob. Musste zurückziehen, um Prozessentschädigung zu verhindern. Dann klagte ich gegen den Unterschreiber, der erst dann bewies, dass er mich anstellen durfte. Dann ging ich zur AL-Kasse: "das ist Insolvenz, sie müssen zur Kantonalen AL-Kasse". und die sagten "die Firma wurde liquidiert vor Insolvenz, tut uns leid". Mir fehlen heute noch 21000 Franken.

    • Xeno72 am 04.02.2018 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      kurios@alles schon miterlebt

      Die Story ist intransparent. Man sollte aber als Arbeitnehmer immer wissen, wer denn der Arbeitgeber ist.

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  • Alcatraz am 04.02.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Ich würde als erstes ganz offen mit dem Cheffe sprechen und meine Befürchtungen auf den Tisch legen. So wie das steht, ist ja nur eine Vermutung da Und danach entscheiden, ob ich künde oder mich künden lasse. Auf alle Fälle aber sicher einen neuen Job suchen...

  • Harry Beierer am 04.02.2018 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leiser wahr!

    Betreibung bringt bei einem androhenden Konkurs nichts, kostet Dich nur Geld. Mein ExArbeitgeber hat Rechtsvorschlag eingereicht und gleichzeitig Insolvenz angemeldet. Ich habe am Ende den Lohn ohne Spesen von der Inssolvenzentschädigung bekommen. Auf den Kosten der Betreibung bin ich sitzen geblieben.

    • Xeno72 am 04.02.2018 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Harry Beierer

      Eine Betreibung ist nicht vorgeschrieben. Eine schriftliche (eingeschriebene!) Mahnung mit Fristansetzung zur Lohnzahlung genügt nach der Rechtsprechung. Der Betreiber trägt immer das Gebührenrisiko.

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  • Rolli am 03.02.2018 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus eigener Erfahrung rate ich euch,

    schnell einen neuen Job zu suchen. Wen der Arbeitgeber pleite ist, kannst du ihm garnichts anhaben, in einer GmbH geht der Arbeitgeber konkurs und macht die Firma auf einen Anderen Namen wieder auf. Willst du eine Konkurseröffnung eröffnen, musst du die Kosten tragen, nich einmal deine Rechtschutzversicherung kommt dafür auf, dazu kommen die Fristen und der Arbeitgeber kann so das Inventar noch verkaufen. Er hatt ja genügend Zeit. Du gest pleite aus. Das System ist so geregelt das du immer verlierst. Den würde er Geld besitzen, währe er nicht Konkurs gegangen. Ganz einfach. Es lebe das Schweizer Gesetz.

    • Bölimaa am 05.02.2018 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Da sind immer noch Werte

      Was an deiner Aussage nicht stimmt ist, dass wenn er kein Geld mehr hat, alles verloren ist. Du vergisst, dass da immer noch Örtlichkeiten und Arbeitsgeräte vorhanden sind. ZB. Arbeitsgeräte, Möbel, Computer, etc. Das kann alles zu Geld gemacht werden und die Löhne werden als erstes bezahlt. Zudem kannst Du dein Arbeitsgerät auch zur Sicherheit, nach Hause nehmen. Natürlich nur gegen Quittung, sonst ist es Diebstal.

    • Sekeretär am 05.02.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolli

      Falsch, die Insolvenzentschädigung kommt für die Löhne auf, selbst wenn kein Vermögen mehr vorhanden ist. Ergibt sich aus der Liquidierung noch Geld, muss die AL schauen, dass sie etwas zurück bekommt!

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