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Immer knapp bei Kasse? Finanzexperte Phil Geld weiss, wie Sie Ende Monat mehr auf der hohen Kante haben. Der Geldratgeber von 20 Minuten Online gibt Spartipps, entlarvt Abzockerangebote und weiss Rat in Versicherungsfragen.

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Lieber Phil Geld

15. August 2017 11:13; Akt: 15.08.2017 11:13 Print

Chefin zahlt den Lohn oft zu spät – darf sie das?

Romis (30) Chefin befindet sich des Öfteren mit der Lohnzahlung in Verzug. Muss sich die 30-Jährige das gefallen lassen?

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Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Arbeitgeber per eingeschriebenem Brief zu mahnen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Meine Chefin bezahlt mir den Lohn nicht regelmässig auf Ende des Monats. Ich muss sie ständig daran erinnern, dass mein Lohn nicht auf meinem Konto ist. Was kann ich tun? Ich habe keine Lust mehr, immer meinem Geld hinterherrennen zu müssen.

Umfrage
War Ihr Chef schon einmal mit dem Lohn in Verzug?
65 %
11 %
24 %
Insgesamt 1422 Teilnehmer

Liebe Romi

Gemäss Art. 323 Abs. 1 OR hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Lohn Ende jedes Monats auszurichten, vorausgesetzt, es sind nicht kürzere Fristen oder andere Termine verabredet oder üblich und durch den Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag ist nichts anderes bestimmt.

Kommt der Arbeitgeber seiner Lohnzahlungspflicht nicht nach, so befindet er sich im Lohnverzug. Dem Arbeitnehmer stehen in diesem Fall mehrere Möglichkeiten offen: Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Arbeitgeber schriftlich, mittels eines eingeschriebenen Briefs zu mahnen und ihm zur Begleichung des Lohnausstandes eine kurze Frist zu setzen. Eine Frist von fünf bis sieben Tagen sollte dafür reichen. Bleibt die Lohnzahlung dennoch aus, kann der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung verweigern, bis er das Geld für die ausstehenden Löhne erhalten hat. Dieser Schritt sollte jedoch vorgängig schriftlich angedroht werden.

Weiter hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, gerichtlich gegen seinen Arbeitgeber vorzugehen und ausstehende Löhne klageweise durch eine sogenannte Lohnklage beim Gericht am Arbeitsort oder am Wohnsitz/Sitz des Arbeitgebers geltend zu machen.

Ausstehende Löhne können auch auf dem Betreibungsweg eingefordert werden. Die Betreibung ist dabei beim Betreibungsamt am Sitz der Unternehmung einzuleiten und kostet in der Regel zwischen 40 und 90 Franken.

In Fällen von wiederholter und beharrlicher Weigerung des Arbeitgebers, seiner Zahlungspflicht nachzukommen, verbleibt dem Arbeitnehmer als letzte Möglichkeit die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Gemäss Art. 337 OR kann sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer aus wichtigen Gründen jederzeit das Arbeitsverhältnis fristlos auflösen. Als wichtiger Grund zählt dabei jeder Umstand – unter anderem die unterbliebene Lohnzahlung – bei dessen Vorhandensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden kann. Eine fristlose Kündigung ist jedoch ungerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine zu kurze Frist zur Zahlung des ausstehenden Lohnes ansetzt und noch am Tag, an dem diese abläuft, kündigt, obwohl der Arbeitgeber die Lohnzahlung auf den nächsten Tag in Aussicht gestellt hat. Damit es nicht so weit kommt, rate ich dir, liebe Romi, das Gespräch mit deiner Chefin zu suchen, um klare Verhältnisse zu schaffen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(phd/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sevix am 15.08.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    wenn der lohn nicht rechtzeitig drauf ist....würd ich mal prüfen ob ahv und pension einbezahlt wird...wir sind jeden monat auf den lohn angewiesen um rechtzeitig die rechnungen zu zahlen...geht gar nicht

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  • Para Graf am 15.08.2017 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Nichte auch

    Meiner Nichte ist das passiert. Sie hat sehr wenig Geld und ist auf jeden Lohn angewiesen, ist alleinerziehend und muss auch ihren Verpflichtungen nachkommen. Die Chefin meinte, sie hätte das Geld gerade nicht und fahre ausserdem gerade in die Ferien. Ja die gute Frau hatte ihr Handy dabei, und so rief ich sie an. In Ägypten beim Tauchen. Ich sagte ihr, was alles auf die zukommt, wenn sie den Lohn nicht sofort überweist: Verzugszinsen, Schadenersatz (ev. Mietkündigung für m.Nichte, Versicherungsleistungen, die wegfallen etc. etc.). Sie habe e-banking und soll sofort überweisen. Hat geklappt.

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  • M. Keller am 15.08.2017 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liquiditätsprobleme

    Ist mir als Arbeitgeber von einen KMU (ca 3-7 Angestellte) auch schon passiert, dass die Liquidität nicht genügend war um die Löhne pünktlich auszubezahlen. Hab damals mit den Arbeitnehmern einzeln das Gespräch gesucht und nachgefragt, wer es sich leisten kann allenfalls 1-2 Wochen auf den Lohn zu warten. So konnte ich schliesslich allen die darauf angewiesen waren pünktlich den Lohn bezahlen und die anderen waren informiert und haben ihr Geld dann auch bekommen. Ein kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön(Blume, Praliné...) hilft dann auch um die gute Stimmung aufrecht zu erhalten im Team

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fluff am 16.08.2017 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Spontan Krank

    Kommt Lohn nicht regelmässig, so werde ich auch immer öfters spontan krank.

  • Marolifel am 16.08.2017 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Gericht vor Betreibung

    Die Betreibung sollte immer als letzter Weg gewählt werden. Denn für die Betreibung bezahlt man (wie oben erwähnt), wobei der Weg über das Gericht für den Kläger Kostenlos ist.

  • Reto am 16.08.2017 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Schriftliche Ermahnung

    Der Chef muss überhaupt nicht eingeschrieben an seine Lohnzahlungspflicht erinnert werden. Das wäre ja noch schöner, dass wenn nach fünf Tagen Überfälligkeit noch erst ein Brief geschrieben werden müsste und dann noch eine Siebentage Frist gesetzt, damit man frühestens nach 12 Tagen im neuen Monat, wenn man schon längst Miete und Versicherungen bezahlt haben muss, dann mal auf Geld hoffen kann. Fünf Tage Überfälligkeit im neuen Monat und man erscheint einfach nicht mehr zur Arbeit und die Lohnzahlungspflicht besteht trotzdem.

    • Marcel am 16.08.2017 13:17 Report Diesen Beitrag melden

      Allgemeine Frechheit

      Miete und Co. am Anfang des Monats... der Lohn kommt Ende Monat. Welche Logik! Man könnte sich in der Mitte treffen. Aber solange wir uns als Sklaven nicht auflehnen, ändert sich eh nichts.

    • Werner Wenget am 16.08.2017 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcel

      Ich kenne keinen Vermieter, der die Zahlung am Monatsanfang verlangt!

    • Balu am 16.08.2017 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner Wenget

      hä? doch, sogar alle! die Miete ist vorher geschuldet und nicht nachher - der Mietzins muss vor dem 1. des Monats auf dem Konto vom Vermieter sein.

    • Aglaya am 16.08.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Balu

      Eben, wenn die Miete vor dem 1. des Monats auf dem Konto des Vermieters sein muss, muss sie ja logischerweise Ende des (vorherigen) Monats bezahlt werden, und nicht Anfangs.

    • Greg-Swiss am 16.08.2017 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcel

      Wo ist das Problem? Haben Sie es nicht mal geschafft EINEN Monatslohn als Polster zu sparen???? Ende Monat immer alles weg???

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  • Niccush am 16.08.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müesam

    Ich hatte 5jahren lang für meinem Lohn gebettelt rechtzeitig zu schicken. jetzt bekomme ich ihm. Aber nur ein Teil provisorisch!! Hatte immer gesagt möchte mein voller Lohn bis jetzt nichts passiert

  • Nichtversteherin am 16.08.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mühsam!

    Witwen haben das selbe Problem! Die Renten der AHV und der Pensionskassen kommen auch jeweils erst ca. am 7. des Monats! Hast du keine Reserve bist du aufgeschmissen da sonst die Mahnungen ins Haus flattern! Wuensche allen einen schoenen Tag

    • Werner wenger am 16.08.2017 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nichtversteherin

      Diese Renten kommen für den laufenden Monat, also gegenüber Lohnempfängern ein Vorteil.

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