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Lieber Phil Geld

14. Dezember 2012 12:16; Akt: 14.12.2012 13:36 Print

Darf ich das Geschenk behalten?

Thomas (33) hat von einem Geschäftskunden einen teuren Champagner als Weihnachtsgeschenk bekommen. Ist die Gefälligkeit schon Bestechung?

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Kleine Geschenke erhalten die Geschäftsbeziehung. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld

Ich habe von einem unserer Geschäftskunden zu Weihnachten eine Flasche Champagner geschenkt bekommen. Sie kam per Post zusammen mit einer netten Karte. Nun habe ich Bedenken, ob ich das Geschenk annehmen darf. Ist das nicht schon Bestechung?

Lieber Thomas

Dass zu Weihnachten Geschenke verschickt bzw. persönlich überreicht werden, ist in vielen Branchen und Betrieben völlig normal. Nicht selten wird dabei aber die Grenze überschritten, ab der das Geschenk als Bestechungsversuch angesehen werden kann.

Summen, ab denen von Bestechung gesprochen wird, sind in der Schweiz nirgends konkret festgehalten. Im Privatbereich wird Bestechung in den Artikeln 4a und 23 des Bundesgesetzes gegen den Unlauteren Wettbewerb behandelt, bei Trägern öffentlicher Ämter gilt dagegen das Strafgesetzbuch (Artikel 322 Septies). Dort ist die Rede von «sozial adäquaten» und «geringfügigen» Geschenken, die erlaubt seien.

Besser nicht abhängig werden

Allgemein kann man sagen, dass Geschenke heikel sind, wenn deren Wert 100 Franken übersteigt. Ab diesem Betrag ist es wahrscheinlich, dass man durch das Geschenk in ein Abhängigkeitsverhältnis gerät. Soll heissen: Wegen der grosszügigen Geste fühlt man sich womöglich genötigt, den Schenkenden zu bevorteilen – beispielsweise wenn es um die Vergabe des nächsten Auftrags geht. Mein Rat: Hör auf deinen Bauch. Ist dir das Geschenk unangenehm, dann sende den Champagner zurück mit der höflichen Begründung, dass du das Geschenk nicht annehmen kannst.

Oft nehmen Unternehmen einem via Arbeitsvertrag die Entscheidung übrigens auch ab, um ihrerseits die rechtliche Grauzone abzusichern. So geben Firmen teils vor, dass die Annahme von Kundengeschenken komplett verboten ist. Die Klausel kann dann z.B. lauten: «Dem Arbeitnehmer ist es untersagt, Geschenke oder Vergünstigungen Dritter anzunehmen.» Andere erlauben die Annahme von Geschenken bis zu einem genau definierten Wert, z.B. 50 Franken, oder geben vor, dass nur Geschenke angenommen werden dürfen, die man innerhalb eines Tages konsumieren kann. Mit deiner Champagnerflasche wärst du damit noch im grünen Bereich.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 14.12.2012 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Behalten

    Solange es sich dabei nicht um einen seltenen Jahrgang handelt, behalte die Flasche. Es ist als nette Geste gemeint und mit einer Flasche Champagner kann man heute niemanden mehr bestechen.

  • T. Hart am 14.12.2012 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte ich keine Mühe

    Korken knallen, anstossen, austrinken und gut ist...

  • Fritz Mustermann am 14.12.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt

    ich nehme generell keine geschenke unter CHF 100.- entgegen :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 14.12.2012 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Behalten

    Solange es sich dabei nicht um einen seltenen Jahrgang handelt, behalte die Flasche. Es ist als nette Geste gemeint und mit einer Flasche Champagner kann man heute niemanden mehr bestechen.

  • patrick h. am 14.12.2012 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    wichtig

    wir sammeln alles was wir an wein und torten und klaussäckli bekommen und stellen es im pausenraum auf. so hat die ganze abteilung was davon. der alkohol wird natürlich ausserhalb der arbeitszeit "vernichtet". die regel hier lautet was man innerhalb von einem tag essen oder trinken kann ist legal. untersagt ist alles was keine lebensmittel sind. z.b. haben wir ein handy von einem softwarehersteller bekommen, dieses wurde dann vom mitarbeiter abgegeben und als neues gerät für den bereitschaftsdienst genutzt. sehr wichtig, diese regeln.

  • McMoneysac am 14.12.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    kleine Geschenke erhalten die Freundscha

    Manchmal schenke ich auch eine Kleinigkeit, aber nicht mit der Absicht, nachher besser behandelt zu werden, sondern weil ich bisher gut behandelt wurde. Es erhält also nur die Person ein Geschenk, die nicht erst bestochen werden muss.

  • Thomas XXXXXX am 14.12.2012 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Retournieren? LOL

    Also wer ne Flasche Champagner extra dem Absender retourniert... Ich weiss ja nicht, wer Phil Geld ist, aber viel Geld verdient man so niemals. Mit Empathie handeln - Geschenke darf man annehmen, man soll sich lediglich nicht beeinflussen lassen davon!

    • tim g. am 14.12.2012 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      Ja würde ich sofort retournieren

      Kommt immer auf die Branche an. Bei gewissen ist es strickte untersagt solche Geschenke anzunehmen, weil man seinem eigenen ruf und den der Firma schadet. Und die eigene Glaubwürdigkeit, z.b unabhängige vergleiche zu erstellen, ist dahin.

    • Walti A. am 14.12.2012 19:49 Report Diesen Beitrag melden

      da bin ich gleicher Meinung

      Ich würde da sagen: "Danke vielmals für das Geschenk. Beeinflussen in meinen geschäftlichen Entscheiden lass ich mich allerdings nicht. Und bei dieser Preisklasse muss ich das auch unserer Rechtsabteilung melden.

    einklappen einklappen
  • Christoph Geiser am 14.12.2012 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlich ist's i.o.

    Eine Flasche guten Champagner zu Weihnachten kann als Dankeschön für das vergangene Jahr angesehen werden, der Kunde war offenbar zufrieden und hofft wohl, auch in Zukunft von der guten Arbeitsleistung profitieren zu können. Es käme mir jedenfalls nicht in den Sinn, wem auch immer, einen billigen Fusel zu schenken. Man präsentiert damit ja auch seinen eigenen Geschmack und der Empfänger könnte ein absoluter Kenner sein. Es hängt wohl von der Gesamtsituation und der Geschäftsbeziehung ab, ob das Geschenk angebracht ist. Wenn unlautere Forderungen erhoben werden, kann man immer Nein sagen.

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