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Lieber Phil Geld

03. September 2017 16:27; Akt: 03.09.2017 16:27 Print

Ist eine Mahnung per E-Mail rechtens?

Ronja (22) erhielt eine Mahnung per E-Mail, die im Spam-Ordner landete. Die Firma hat nun eine Betreibung eingeleitet. Ist das erlaubt?

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Das Mahnwesen in der Schweiz ist gesetzlich nicht geregelt. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich wurde von einer Firma wegen einer offenen Rechnung betrieben. Da ich nie eine Mahnung von der Firma erhalten habe, habe ich nachgefragt, weshalb sie mich betreiben würde. Die Firma hat mir daraufhin erklärt, sie habe mir eine erste Mahnung per E-Mail geschickt.

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Wurden Sie schon einmal per Mail gemahnt?
43 %
25 %
32 %
Insgesamt 1056 Teilnehmer

Diese Mahnung per E-Mail habe ich dann später tatsächlich auch gefunden, habe sie jedoch zuerst nicht gesehen, weil sie in meinem Spam-Ordner gelandet war. Ich frage mich daher: Ist eine Mahnung per E-Mail überhaupt rechtens? Muss eine Mahnung nicht schriftlich per Brief erfolgen?

Liebe Ronja

Das Mahnwesen in der Schweiz ist gesetzlich nicht geregelt. Deshalb ist es dem Gläubiger einer Forderung nach Ablauf der festgesetzten Zahlungsfrist selbst überlassen, ob, nach welcher Zeitspanne und wie oft er seinen Schuldner an seine offene Rechnung erinnern möchte. Auch hinsichtlich der Form ist der Gläubiger frei. Gemahnt werden kann sowohl schriftlich – das heisst per Brief, E-Mail, SMS – als auch mündlich. Folglich ist eine Mahnung per E-Mail erlaubt.

In der Praxis ist das Mahnen in drei Stufen am verbreitetsten – nicht zuletzt, weil das Betreiben mit viel Aufwand verbunden ist. Auf eine erste Zahlungserinnerung (Mahnung) folgt in der Regel eine zweite und eine dritte und letzte Mahnung, die den Schuldner auf ein mögliches Betreibungsverfahren hinweist.

Rechtlich gesehen ist das jedoch nicht notwendig. Ein Gläubiger kann seinen säumigen Schuldner nach Ablauf der Zahlungsfrist grundsätzlich auch ohne vorgängige Mahnung sofort betreiben. Die weitverbreitete Meinung, dass bis zu einer Betreibung mindestens drei Mahnungen nötig sind, wobei die letzte davon auch noch mittels eines eingeschriebenen Briefs zu erfolgen hat, ist folglich falsch. Das Mahnen stellt in der Schweiz eine freiwillige Zahlungserinnerung dar.

Wird einem säumigen Schuldner eine erste Mahnung ausgestellt, so darf ihm von Gesetzes wegen ein Verzugszins von fünf Prozent in Rechnung gestellt werden (vgl. hierzu Art. 104 Abs. 1 OR). Höhere Verzugszinsen sind erlaubt, wenn das vertraglich oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgesehen ist und der Schuldner bei Abschluss des Vertrages darauf hingewiesen worden ist.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(phd/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 03.09.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Liebe Ronja, sogar eine mündliche Mahnung ist rechtens

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  • B. M. am 03.09.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zahlungsfristen

    Ein grosser Irrtum ist auch, dass eine 30-tägige Zahlungsfrist gesetzlich sein soll. Jede Rechnung ist immer sofort geschuldet. Zahlungsfristen sind freiwillig.

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  • Xavi am 03.09.2017 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    No go

    Die Rechnungen sind für eine ordentlich erbrachte Leistung pünktlich zu zahlen. Alles andere ist mies und charakterlos.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • wild. am 05.09.2017 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zahlen?

    Was ist wenn ich kein e-Mail habe oder der PC, Natel Defekt ist und kein Geld für ein Neues da ist? Etwas zeit zum zahlen brauch ich schon habe schon manch-mahl sofort bezahlt leider und reingefallen.

    • Mitarbeiter Kundendienst am 10.09.2017 01:14 Report Diesen Beitrag melden

      Es geht auch mit der Post

      Ganz einfach. Ich arbeite selbst im Kundendienst. Wenn keine Mailadresse vorhanden ist, wird wie immer auf die gültige Wohnadresse mittels Brief korrespondiert. Ausserdem, meine Erfahrung zeigt, dass die Firmen bei Doppelzahlungen ohne Wenn und Aber den Rechnungsbetrag 1:1 zurückerstatten und das auch noch sehr unkompliziert.

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  • Chrigi am 05.09.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zahlungsmoral

    Zu meiner Geschäftszeit hatte ich mehre Firmen die Rechnung so um 5 -10 Tg. Zurückdatiert haben. Wie kann ich der Bank usw. Vorgaukeln das ich mehr offene Rechnungen habe. Wie muss ich keinen Skonto gewähren. Alles tricks der Buchhalter. Manchmal hat auch A Brief bis zu Drei Tage oder Wochenende und vieles mehr . 10 Tg 2% gibt immer Probleme. Manche Firmas sind stur. Ich war immer froh wenn das Geld nach ca. 45 Tagen bei mir. Bei lästigen Zahlern gibts nur eins nicht arbeiten. Telefon oder vorbeigehen.

  • Lisa Antzy am 05.09.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mahnung per E-Mail

    Auch in Österreich wo ich wohne ist es nicht Pflicht dass eine Mahnung geschickt werden muss egal in welcher Form! Mein Tip Rechnungen immer Pünktlich zahlen und dann gibt es dieses Problem nicht!

  • Joe am 05.09.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Mahnungen

    Ich erhalte viele Spam Mahnungen in meine E-Mail. Wie soll ich da noch wissen was echte sind?

    • Thomas Fischer am 05.09.2017 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joe

      Rechnungen pünktlich bezahlen, dann wird auch nicht gemahnt. Rechtzeitig bezahlen ist aber Charaktersache...

    • Mitarbeiter Kundendienst am 10.09.2017 01:16 Report Diesen Beitrag melden

      Vorsicht Fakerechnung

      Wenn man falsche Mahnungen via Spam erhält, kann man diese eigentlich ganz einfach durch diverese Kontrollen überprüfen, was nicht länger als max. 10 Sekunden Aufwand bedeutet. Wer lesen kann, ist ganz klar im Vorteil.

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  • Kain Spam am 05.09.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Erlebnis:

    Selber erlebt: Bestellt am 10., geliefert am 13., Rechnungsdatum 6.( die müssen nen Firmeneigenen Hellseher haben ), zahlbar innert zehn Tagen

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