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Lieber Phil Geld

13. Juni 2017 06:51; Akt: 13.06.2017 06:51 Print

Mein Chef mobbt mich – was kann ich tun?

Alessia (31) wird am Arbeitsplatz von ihrem Chef gemobbt. Was kann sie tun? Kann sie deswegen kündigen?

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Bei Verdacht auf Mobbing soll man versuchen, zuerst das Gespräch mit dem Chef zu suchen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Seit wir einen neuen Chef haben, fühle ich mich nicht mehr wohl an meinem Arbeitsplatz. Jeden Morgen, wenn ich das Haus verlasse, habe ich Angst, dass mich der Chef aufs Neue vor den anderen Mitarbeitenden blossstellt oder sonst schikaniert. Ich weiss gar nicht, was ich getan habe, dass er mich so behandelt. Was kann ich tun?

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Liebe Alessia

Unter Mobbing versteht man das über eine längere Zeit (in der Regel ein halbes Jahr) systematische Ausgrenzen und Schikanieren eines Einzelnen oder einer Gruppe. Weiter wird unter den Begriff des Mobbings am Arbeitsplatz auch die Zuweisung von Arbeitsaufgaben verstanden, die Mobbingopfer kränken, überfordern oder deren Würde verletzen. Dabei sind die einzelnen Handlungen oftmals nicht so sehr schlimm wie die Häufung einzelner solcher Handlungen. Sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu wehren, benötigt Kraft, Durchsetzungsvermögen und vor allem aber auch eine gehörige Portion Mut.

Gemäss Art. 328 OR hat der Arbeitgeber die Persönlichkeit des Arbeitnehmers zu achten und zu schützen, auf dessen Gesundheit gebührend Rücksicht zu nehmen und für die Wahrung der Sittlichkeit zu sorgen. Er hat alle Eingriffe in die Persönlichkeit des Arbeitnehmers zu unterlassen, die nicht durch den Arbeitsvertrag gerechtfertigt sind, und im Rahmen des Arbeitsverhältnisses entsprechende Eingriffe von Vorgesetzten, Mitarbeitenden oder Dritten abzuwehren. Der Arbeitgeber ist somit aufgrund seiner Fürsorgepflicht dazu angehalten, die berechtigten Interessen seiner Arbeitnehmenden zu wahren und sie so weit wie möglich vor Mobbing am Arbeitsplatz zu schützen.

Besteht der Verdacht auf Mobbing, versucht man am besten, zuerst das Gespräch mit dem Arbeitgeber selbst zu suchen und ihn an seine Fürsorgepflicht zu erinnern. Ist der Arbeitgeber selber derjenige, der Mobbing begeht, wendet man sich am besten an die nächsthöhere Stelle oder an den nächsthöheren Vorgesetzten oder die Personalabteilung. Lässt sich der Konflikt intern nicht beilegen, wendet man sich am besten an aussenstehende Personen beziehungsweise an eine externe Stelle. Bei Verletzung der Fürsorgepflicht durch Mobbing kann sich ein Arbeitnehmer beispielsweise an das kantonal zuständige Arbeitsinspektorat wenden. Dieses berät, nennt Unterstützungsangebote und kann notfalls auch direkt intervenieren. Anzeigen durch Arbeitnehmende werden vertraulich behandelt.

Von einer Kündigung ist grundsätzlich abzuraten, es sei denn, der Verbleib im Unternehmen ist aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar. Ist dies der Fall, kann der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis kündigen, ohne dass er mit Taggeldkürzungen der Arbeitslosenversicherung rechnen muss (vgl. hierzu Art. 44 AVIV). Die Unzumutbarkeit lässt sich der Arbeitnehmende zu Beweiszwecken am besten ärztlich bestätigen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • busa am 12.06.2017 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zusammen stehen

    Wir ( mehrere ) wurden unterschiedlich gemobbt. Haben uns zusammen gerauft und das dem nächst höheren Vorgesetztem gemeldet. Nach einer Sitzung mit diesem geschah Erstaunliches. Am Nachmittag war unser Boss in den Ferien und zwei Tage später freigestellt. Zusammenhalt hat sich gelohnt.

  • Fraz am 12.06.2017 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Festhalten!

    Leider, leider kann man gegen Mobbing nicht viel tun. Ich rate ihnen aber dazu, unbedingt Gesprächsnotizen zu machen und, zur eigenen Gedächtnisstütze für später, Situationen und Vorkommnisse schriftlich festzuhalten. Und dann, sollte es hart auf hart gehen, WEHREN sie sich! Alles Gute.

  • M.H. am 12.06.2017 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was kamst du tun?

    Kündigen! Wenn dein Chef dich Mobbt ist das ein Zeichen dafür das er generell ein Problem mit dir hat... klar, du kannst noch zur Gewerkschaft gehen und es so noch probieren aber wenn du mich fragst, such dir lieber was neues... der Chef sitzt eh am längeren Hebel... wenn du aber ein starkes Selbstbewusstsein hast kannst du das auch aussitzen bis er dir kündigt... eine gesunde Basis zum Arbeiten ist das auf jeden Fall nicht mehr...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 13.06.2017 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kündigen?!

    Leider nicht so einfach!Fühle mich allein dort.Sie hetzen andere gegen mich auf und zwar alle.Ständig Schikane,respektloses Verhalten,Ungerechte Haltung usw.. Echt schwer,wenn alle gegen eine ist.

  • Helvetia am 13.06.2017 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen offen halten

    Wenn sich die Situation nicht bessert, würde ich die Augen offen halten, um intern die Stelle zu wechseln. Oder extern nach einem neuen Job suchen. Auf keinen Fall einfach ins Blaue hinaus den Job kündigen.

  • Erich am 13.06.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Arzt, krankschreiben lassen

    Neue Stelle suchen und dann Kündigen. Und wenn alles nichts hilft vorher krankschreiben lassen. Niemals z.B. ohne neue Stelle selber kündigen.

  • Claudia1 am 13.06.2017 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kündigen

    Da gibt es nur eins. Kündigen und gehen auch wenn man im Recht ist. Gegen Vorgesetzten hat man keine Chance.

  • Snooker am 13.06.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles gefallen lassen

    Ich sage nur. Wehr dich wenn es gerechtfertigt ist.

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