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Lieber Phil Geld

01. Mai 2012 23:47; Akt: 04.05.2012 00:11 Print

Mit Betreibung gedroht: So wehrst du dich!

Wie kann Stefan (36) gegen eine drohende Betreibung vorgehen? Er ist wegen einer mangelhaften Auto-Reparatur nicht bereit, die Rechnung zu bezahlen.

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Zoff mit dem Garagisten wegen mangelhafter Reparatur. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Ich habe meinem VW Golf beim Einparkieren eine Schramme verpasst. Die Beule und Lackkratzer liess ich in der Autogarage reparieren. Nach der Reparatur stellte ich unter idealen Lichtverhältnissen fest, dass die neue Lackierung noch sichtbar war. Ich beschwerte mich sofort telefonisch. Der Garagist ging jedoch nicht darauf ein und verrechnete die ganze Summe. Nun droht er in der dritten Mahnung mit der Betreibung. Was kann ich dagegen tun?

Lieber Stefan

Mit der Reparatur an deinem Auto ist dein Garagist einen Werkvertrag mit dir eingegangen. Der Garagist ist damit gesetzlich verpflichtet, die Reparatur sorgfältig vorzunehmen und allfällige Mängel nach der Reparatur zu beheben. Du hast also das Recht, diese Nachbesserung oder eine Entschädigung zu verlangen. Eigentlich hättest du den Mangel bereits beim Abholen des Autos bemerken müssen. Klar ist aber auch: Reparaturen - gerade auch an der Karosserie - haben in der Schweiz ihren Preis. Und sie werden gemäss meiner Erfahrung in den meisten Werkstätten professionell ausgeführt. Bei der Qualität gibt es keine Kompromisse. Es gehört zum Ehrgeiz des Werkstattchefs, diese Reparatur tadellos vorzunehmen.

Reagiert der Garagist nicht auf deine mündliche Beschwerde, musst du ihn mit einem eingeschriebenen Brief erneut auf die Mängel und dein Begehren aufmerksam machen. Mit dieser Massnahme kannst du dich vor einer allfälligen Betreibung durch den Garagisten schützen.

Geht der Garagist weiterhin nicht auf deine Forderungen ein, kannst du ein neutrales Gutachten bei den Experten vom VFFS einholen und ihn damit konfrontieren. Sollte er dennoch seine Androhung wahr machen und das Betreibungsverfahren einleiten, musst du einen sogenannten Rechtsvorschlag erheben. Dabei handelt es sich um eine schriftliche oder mündliche Erklärung von deiner Seite (Schuldner). Damit bestreitest du die geforderte Schuld. Den Rechtsvorschlag kannst du einlegen, sobald du den Zahlungsbefehl des Betreibungsamts bekommen hast. Nach dem Erhalt dieses Befehls hast du maximal zehn Tage Zeit, Einspruch zu erheben. Der Rechtsvorschlag muss Folgendes beinhalten: die Formulierung «Rechtsvorschlag erhoben», Datum und Unterschrift.

Ich empfehle dir schriftlich vorzugehen. Dein Garagist muss danach vor Gericht beweisen, dass er Anspruch auf die (volle) Geldsumme hat. Mit einem neutralen Gutachten zu deinen Gunsten wird es ihm unmöglich sein, seine Forderungen durchzusetzen. Informationen zum weiteren Betreibungsablauf findest du bei der Schuldenberatung Schweiz.

Grundsätzlich rate ich dir, keinen Anwalt einzuschalten. Anwaltskosten sind sehr hoch und stehen in keinem Verhältnis zur Entschädigung bzw. Nachbesserung, die du von deinem Garagisten einforderst. Weitere Details zum Werkvertrag und der Mängelrüge findest du auf dieser Website.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martha Keller am 02.05.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Inkassofirmen

    Betreibungen sind Okay wenn gerechtfertigt. Was nicht Okay ist, sind die Inkassofirmen welche innert kürzester Zeit die Beträge verdoppeln und verdreifachen. Da müsste man einschreiten.

  • Reto am 02.05.2012 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Geld für Leistung!

    So ein Unsinn :-( Für 100% erbrachte Leistung gibt es 100% Geld. Falls weniger geleistet wurde, steht dem Dienstleister auch weniger Geld zu. So einfach ist das! Ich selbst streite seit einem Jahr mit einem Handwerker, der nur Blödsinn gemacht hat, aber der Meinung ist, er müsse mich betreiben. Jetzt müssen sich die Gerichte damit beschäftigen, weil der Typ vor lauter Geldgier keinen Durchblick mehr hat. Ich wüsste mit meiner Zeit auch was besseres anzufangen...

  • Marco am 02.05.2012 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht möglich

    Grundsätzlich kann man sich nicht dagegen wehren, dass man betrieben wird. Erst danach können Schritte unternommen werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • No Meh Geld am 03.05.2012 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Missstand Betreibungsrecht Schweiz

    In der Schweiz kann jeder, jeden grundlos und ohne offene Rechnung betreiben. Der mutmassliche Gläubiger kann dabei die Behauptung aufstellen, dass eine offene Rechnung existiert und schon kann er jemanden betreiben. Dass dabei auch ein Rechtsvorschlag den bereits geschehenen Eintrag im Betreibungsregister nicht löscht, muss hier gesagt werden. Wenn ein solcher Eintrag vorhanden ist, ist der Betroffene auf Gedeih und Verderben dem Verursacher dieses Eintrages ausgeliefert, und hoffen, dass dieser den Eintrag wieder komplett entfernen lässt. Leider wird dieser Missstand vom Parlament ignoriert.

    • tommy am 05.05.2012 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      richtig

      genau so ist es ,das Gesetz hat hier ne grosse Luecke die Betreibung kann so lange nicht geloescht werden wie der Glaeubiger will.

    einklappen einklappen
  • Norbert Suter am 03.05.2012 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    nur'n golf

    hey, cool bleiben, ist ja nur ein golf. bei so einer karre würde ich einen kratzer nicht mal reparieren. zudem ist eine reparaturlackierung, wie schon ein paar mal geschrieben, niemals exakt gleich wie der originallack. in der regel ist sie besser und somit sichtbar. durch schlechte technik kann sie der originallackierung angepasst werden. der aufwand für den kampf mit ungewissem ausgang um die paar franken lohnt sich bei einer solchen bagatelle wirklich nicht.

  • liatia am 02.05.2012 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Komischer Rat..

    komisch. Uns wurde beigebracht, dass der Betrag bezahlt und erst danach eine Minderung eingefordert werden soll. So hat der Gläubiger nämlich keine Möglichkeit, eine Betreibung einzuleiten, aber man hat eine Chance, sein Geld zurück zu bekommen. Wobei, wenn die Arbeit wirklich so schlecht wäre, hätte er das doch sofort gemerkt..

  • Reto am 02.05.2012 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Geld für Leistung!

    So ein Unsinn :-( Für 100% erbrachte Leistung gibt es 100% Geld. Falls weniger geleistet wurde, steht dem Dienstleister auch weniger Geld zu. So einfach ist das! Ich selbst streite seit einem Jahr mit einem Handwerker, der nur Blödsinn gemacht hat, aber der Meinung ist, er müsse mich betreiben. Jetzt müssen sich die Gerichte damit beschäftigen, weil der Typ vor lauter Geldgier keinen Durchblick mehr hat. Ich wüsste mit meiner Zeit auch was besseres anzufangen...

  • Martha Keller am 02.05.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Inkassofirmen

    Betreibungen sind Okay wenn gerechtfertigt. Was nicht Okay ist, sind die Inkassofirmen welche innert kürzester Zeit die Beträge verdoppeln und verdreifachen. Da müsste man einschreiten.

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