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Lieber Phil Geld

11. Juli 2017 08:26; Akt: 11.07.2017 08:26 Print

Muss ich mich in meiner Freizeit weiterbilden?

Leonie (32) bildet sich für ihren Beruf regelmässig weiter. Dreimal pro Jahr muss sie im Interesse des Chefs einen Kurs besuchen. Muss er ihr diese Zeit vergüten?

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Ist die Weiterbildung berufsorientiert, muss sie der Chef bezahlen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Damit ich meinen Beruf ordentlich ausführen kann, muss ich mich regelmässig weiterbilden. Die Weiterbildungstage finden dreimal pro Jahr statt, wobei ein Kurs jeweils ein bis zwei Tage dauert. Diese Zeit wird mir von meinem Chef nicht vergütet. Ist das in Ordnung? Werden Weiterbildungstage nicht wie Arbeitszeit gerechnet und entsprechend entschädigt?

Umfrage
Vergütet der Chef Ihre berufliche Weiterbildung?
54 %
29 %
17 %
Insgesamt 405 Teilnehmer

Liebe Leonie

Zuerst muss zwischen allgemeiner berufsorientierter und arbeitsspezifischer Weiterbildung unterschieden werden. Der Unterschied besteht darin, dass eine arbeitsspezifische Weiterbildung grundsätzlich nur dem konkreten Arbeitsplatz dient, während erstere auch bei einem allfälligen Stellenwechsel nützlich sein kann. Eine scharfe Trennung zwischen den beiden Weiterbildungsformen ist jedoch im Einzelfall schwierig.

Grundsätzlich gilt: Sobald es sich um eine arbeitsspezifische Weiterbildung handelt, hat der Arbeitgeber dafür aufzukommen. Das Arbeitsgesetz schreibt zwingend vor, dass die Kosten für eine Weiterbildung vom Arbeitgeber zu übernehmen sind, wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung verlangt oder die Weiterbildung gesetzlich explizit vorgeschrieben ist.

Unter die vom Arbeitgeber zu übernehmenden Kosten fallen nicht nur die Ausgaben für die Weiterbildung, sondern sämtliche Auslagen. Das heisst, nebst den Weiterbildungskosten hat der Arbeitgeber auch die für den Kurs aufgewendete Zeit zu ersetzen. Denn diese Zeit gilt gemäss Art. 13 Abs. 4 ArGV 1 als Arbeitszeit. Folglich sind auch die Wegzeit sowie Fahrspesen vom Arbeitgeber zu ersetzen. Vorausgesetzt, der Kurs findet ausserhalb des Arbeitsortes statt.

Zusammengefasst bedeutet das für dich: Ist deine Weiterbildung allgemein berufsorientiert und nicht arbeitsspezifisch, und dient in erster Linie deinen Interessen und deinem beruflichem Fortkommen, zählt sie grundsätzlich nicht als Arbeitszeit. Demzufolge muss sie dir dein Chef auch nicht vergüten.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pumpi am 11.07.2017 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage erübrigt sich

    Ist eigentlich klar. Ordnet der Arbeitgeber die Weiterbildung an, weil sie für die Stelle in seinem Betrieb notwendig ist und zahlt die Kosten, ist er verpflichtet die Zeit und Spesen zu ebenfalls zu übernehmen. Ist die Weiterbildung mehr für die Karriere wichtig ist es die Sache der Angestellten, der Betrieb kann sich beteiligen, wenn es derbFirma auch Vorteile bringt und/oder als Wertschätzung.

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  • Ernesto am 11.07.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nutze den Vorteil

    Musst Du nicht, aber es ist nur zu Deinem Vorteil. Lerne so lange Du Kannst, geniesse eine Ausbildung anzunehmen die Dir Angeboten wird. Du kannst nie genug lernen und vor allem Wissen.

  • Ein Büetzer am 11.07.2017 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Interne Kurse nutzlos

    Interne Kurse sind meist für nichts und externe Kurse und Weiterbildungen werden vom Arbeitgeber nicht toleriert. Schliesslich fehlt man an dann an gewissen Tagen. Die interne Weiterbildung ist kein Diplom, also unbrauchbar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Curd am 12.07.2017 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe nicht

    Verstehe ich jetzt nicht ganz.... die Arbeitnehmer sind doch unser Kapital - und je besser ausgebildet um so besser! Ich als Arbeitgeber unterstütze solche Anliegen. Denn, wenn das nicht unterstützt wird, ist der/die "gute" ArbeitnemerIn bald beim Mitbewerber..,

  • Sad sad! am 11.07.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage ist nicht ganz korrekt ...

    ... gestellt. Ein Grossteil der heutigen Arbeitnehmer verfügt gar nicht mehr über Freizeit. Von den Selbständigerwerbenden gar nicht erst zu reden.

    • S. K. am 11.07.2017 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sad sad!

      Das stimmt doch gar nicht. Meine grossmutter musste anno dazumal 14 stunden arbeiten. Und das sechs tage. Und hat acht grossartige kinder auf die welt gestellt. Wichtig ist, das man das hat wo man will, nicht das was die anderen wollen.

    • Sad sad! am 11.07.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      Alles relativ

      @S.K.: Ist Ihre Grossmutter auch zwei bis drei Stunden täglich gependelt? Freizeit findet allenfalls noch am Wochenende statt. Doch dann gilt es bereits wieder anderen Zwängen zu genügen.

    • S. K. am 11.07.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sad sad!

      Meine grossmutter misste damals noch zur arbeit laufen... Der weg war ca 1 stunde. Und ich han auch unter der woche freizeit. Halt erst ab 17.30, aber kann dann bis knapp 11 uhr geniessen. Wenn sie so lange pendeln müssen, würde ich mir einen neuen job oder wohnung suchen. Hab das mit dem jobwechsel für mich erledigt.

    • PendlerArbeiter am 12.07.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      @ S. K.

      Dann hatte Ihre Grossmutter schon das Sportprogramm hinter sich, was wir heute auch noch schaffen sollten. Vielleicht hatte Ihre Grossmutter einen stressfreieren Job und kam nach dem Weg bereits relaxt heim? Oder musste sie abends/nachts auch per Telefon auf Pikett sein? Wäre schön, wenn man sich einfach so einen neuen Job suchen könnte. Viele Leute pendeln >3h täglich...

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  • Lemming Nr 654684632135 am 11.07.2017 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    1 und 2

    1. Verlangt der Arbeitgeber diese Weiterbildung, unabhängig davon ob sie dir nur bei ihm oder auch bei anderen Arbeitnehmern weiterhelfen, hat er dafür aufzukommen (sofern du bei ihm bereits angestellt bist). Zumindest die direkten Weiterbildungskosten und die dafür anfallende Zeit (ohne Reisekosten/wege) sind zu vergüten (der Rest via Spesen). 2. Ernesto - Nutze den Vorteil - er scheint ein Meister im Bullshido geworden zu sein ;) Denn lernen kannst du überall mit offenen Augen/Ohren, sogar ohne "WB". Wenn das Thema dich weder interessiert noch gefällt, bringts aber keinen Mehrwert.

  • Ein Leser am 11.07.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt sehr viele Bewerber

    Was viele Vergessen man ist nicht der einzige auf dem Arbeitsmarkt. Wenn jemand eine Weiterbildung machen will und das beim Bewerbungsgespräch kommuniziert, entscheidet sich der Arbeitgeber zu 100% für einen anderen Bewerber der keine Weiterbildung macht/will. Das sind die knallharten Fakten.

    • Luminelli dr Schnelli am 11.07.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      mal so, mal so

      klar.... läuft oft so bei den wirklich brauchbaren Kandidaten; "wissen sie, ich will eine Weiterbildung in dem Bereich machen, übers Wochenende, und bezahle sie ganz alleine. Sie müssen mir dann auch keine Lohnanpassung geben, aber bitte bitte die entsprechende Verantwortung! Einen 13. brauche ich auch nicht, Ferien finde ich eine Tortur und Überzeit ist Wochenende :) Und das ganze kriegen Sie für unter 4'000.-" "Blindbewerber ala von Kassier zu KeyAccountManager gibt es keine...;)

    • Ein Leser am 11.07.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist nun mal so

      Solange der Arbeitgeber die Kanditaten aussuchen kann, wird sich nicht viel ändern. Aber auf einer Sicht auch verständlich, der Arbeitgeber sucht sich den passenden Kanditaten. Hauptsache der rudert die ganze Woche von 7.00 bis 16.00, + Samstagseinsätze. Andere die das nicht können z.b aus Weiterbildungsgründen sind schon auf dem Abstellgleis. Wenn ich Personalchef währe würde ich es vielleicht auch nicht anderst machen, nur das Problem ist das Know-How das man dank der Weiterbildung mitbringt wird meist vergessen.

    • S. K. am 11.07.2017 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Leser

      Ich sehe das anderst. Die HR leute sehen sehr schnell im gespräch, ob jemand motiviert ist zu arbeiten, oder ob jemand einfach nur lohn will. Das fängt übrigens schon beim bewerben an. Die müssen heraushören, dass nur sie den job für das geschäft gut erledigt. Auch das mit der WB, viele machen es um einen bequemeren job ausführen zu können. Das merken die HR leute. Fakt ist. Nicht jeder mit ner WB ist auch motiviert für die arbeit.

    • Diegito am 12.07.2017 00:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Leser

      Kann ich zum Glück wiedersprechen. Endlich, nach 9 Jahren einen Job mit Weiterbildungsaussichten!! :)

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  • Tea Pott am 11.07.2017 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Thats life

    Frag mal nen Programmierer oder Arzt, was er zum Thema freiwillige Weiterbildung zu sagen hat.. Lebenslanges Lernen gehört zu den wirklich interressanten Berufen. Ist halt so.

    • Frag mal wirklich am 11.07.2017 17:33 Report Diesen Beitrag melden

      "insert cool saying"

      es geht nicht darum, ob man sich weiterbilden muss. Sondern ob die vom Arbeitgeber geforderten, während dem Arbeitsverhältnis anfallenden, Weiterbildungen von Arbeitnehmer oder -geber bezahlt werden müssen. Ja, da frag mal "nen" Programmierer (Ärzte wie Hausärzte sind Selbstständig Erwerbende... Fall klar? ;) Wenn sie in einem Spital arbeiten (Angestelltenverhältnis) bezahlen diese die WB nicht selber -ist so. Drumm...frag selber mal, ev hilfts...:) ) Und sind sie's (gefordert), muss er bezahlen. Analog Bauarbeiter; die bringen auch nicht die eigenen Bagger mit zur Arbeit...

    • lucifer am 12.07.2017 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frag mal wirklich

      Das wäre aber ein geiles Bild, morgens auf dem Weg zur Arbeit im Stau und jeder sitzt im Bagger :)

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