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Lieber Phil Geld

17. Juni 2017 09:30; Akt: 17.06.2017 09:30 Print

Was tun, wenn ich unbestellte Ware erhalte?

Lucie (32) hat ein Werbepaket erhalten. Eine Woche später kam die Rechnung, weil sie die Ware nicht zurückgeschickt hat. Muss sie die Rechnung begleichen?

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Ein Werbepaket muss man weder bezahlen noch zurückschicken. (Bild: Keystone) (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Ich habe von einer Firma ein Werbepaket erhalten. Neben einem Schreiben waren etliche tolle Gewürzmischungen zum Ausprobieren drin. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Weniger gefreut habe ich mich allerdings dann über die Rechnung eine Woche später. Zahlungsgrund: Ich hätte die Ware nicht zurückgesandt, weshalb sie mit Freude davon ausgehen würden, dass die Gewürze meinem Geschmack entsprechen. Muss ich die Rechnung wirklich bezahlen? Da ich zu keinem Zeitpunkt Ware bestellt habe, ist doch gar kein Vertrag zustande gekommen?

Umfrage
Haben Sie schon einmal unbestellte Ware erhalten?
54 %
39 %
7 %
Insgesamt 1951 Teilnehmer

Liebe Lucie

Gleich vorweg: Du musst weder die Rechnung begleichen noch hättest du die Gewürzmischungen an den Absender zurücksenden müssen. Das ergibt sich ausdrücklich aus dem Obligationenrecht (OR). Gemäss Art. 6a OR stellt die Zusendung einer unbestellten Sache keinen Antrag dar, weshalb zwischen dir und dem Absender auch kein Vertrag zustande gekommen ist.

Weiter ergibt sich ebenfalls ausdrücklich aus dem Gesetz, dass der Empfänger einer unbestellten Sache nicht verpflichtet ist, die Sache zurückzusenden oder aufzubewahren (vgl. hierzu Art. 6a Abs. 2 OR). Folglich kannst du die Gewürze entweder behalten, gebrauchen oder gar wegwerfen.

Aber Achtung! Ist die Ware offensichtlich irrtümlich zugesandt worden, muss der Absender darüber in Kenntnis gesetzt werden (vgl. ebenfalls Art. 6a Abs. 3 OR). Irrtümlich zugestellt ist eine Sache etwa dann, wenn das Paket dem Empfänger aufgrund einer Verwechslung zugekommen ist. Bei offensichtlich irrtümlich zugesandter Ware empfiehlt es sich, den Absender mittels eines eingeschriebenen Briefes aufzufordern, die Ware innert einer bestimmten Frist auf seine Kosten abzuholen.

Um von einer Firma nicht länger mit Werbegeschenken überhäuft zu werden, kannst du mit einem schriftlichen Löschungsbegehren die Löschung deiner Adresse verlangen. Bist du dir nicht mehr sicher, ob du eine Ware tatsächlich bestellt hast und erhältst zudem laufend Mahnungen, so solltest du beim Absender beziehungsweise dem Unternehmen eine Kopie der Bestellung anfordern.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Was tun? am 17.06.2017 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wegschmeissen, oder...

    "Refusé" zurück portofrei an den Absender... Die Post MUSS es zustellen, allerdings mit Strafporto an den ursprünglichen Absender. Ich tue dies seit Jahren, vorwiegend mit ungebetener Post.... es funzt.... und Ruhe gibt's von diesem Absender...

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  • Miki Jac am 17.06.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    TV Billag

    Unbestellte Ware sind als TV Billag. Ich habe nie SRF bestellt und ich höre niemals Radiofunk aber ich muss zahlen.

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  • B. Lieferter am 17.06.2017 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zoll???

    Die kniffligere Frage: Müssen evtl. Zollgebühren ebenfalls nicht bezahlt werden, wenn der Inhalt nicht bestellt wurde? Vor allem UPS hat die Unsitte erst 4 Wochen nach Auslieferung zuzustellen! (... und behauptet uudem, dass die Rechnung vom Zoll komme, obwohl die das selber machen!)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • LLLL am 18.06.2017 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Jeder schliesst täglich Verträge ab, meistens ist man sich darüber aber nicht im Klaren. Jeder Kauf ob ein Bier, ein Mineral oder en Haus, eshandelt sich immer um einen Vertrag. Schriftlich oder mündlich. Daher ist es ratsam, den Auftrag so genau wie möglich zu formulieren. Bestellt man eine Bratwurst und erhält eine Cervelat, muss man die Lieferung nicht annehmen, darf die Wurst aber auch nicht essen, denn sonst hat mein sein Einverständnis mit der Lieferung und somit mit dem Vertragsabschluss gegeben.

  • Andrej M. am 17.06.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    OR

    Gemäss OR ist man nicht vertraglich gebunden, da keine willensäusserung sitems empfänger bestand.

  • Esperanza am 17.06.2017 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Gegenteil erlebt

    Leider erlebe ich das Gegenteil. Wir haben seit dem 20. April 17 ein Kinderzimmer bestellt und es ist noch nicht da. Zuerst hiess es, dass es max. 4 Wochen ginge. Danach gab es eine techn. Störung und die Frakturierung ging am 21. Mai 17 raus. Wir mussten mehrere Male uns melden bis wir informiert wurden. Jetzt sei es irgendwo im Ausland unterwegs nur wo sei unklar. Dies ist ärgerlich da das Baby bald kommt und uns vom Geschäft sogar dieses Kinderzimmer empfohlen wurde da es bis jetzt nie Liefer Schwierigkeiten gab. Kunden Freundlichkeit sieht leider anders aus.

    • Andreas am 17.06.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

      Kinderzimmer bestellen??

      Sie haben ein Zimmer bestellt? Und das bauen Sie dann ans Haus an? Oder wie soll ich mir das vorstellen? Ein Zimmer ist ja mindestens 4x4m and 3m hoch

    • Schweizer am 17.06.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Esperanza

      Soviel ich weiss können sie dem Lieferanten eine Frist stellen, in der er Liefern muss. Ansonsten können Sie vom Vertrag zurück treten und ihr Geld zurück verlangen. Ich hatte vor dem Sommer mal einen Ventilator bestellt, wegen Verzögerungen kam er jedoch erst nach dem Sommer, sehr hilfreich. Musste beim Geschäft auch dauernd Nachfragen, ziemlich mühsam und die hatten sogar noch ein Zertifikat damit eigentlich solches nicht passieren sollte.

    • Bittegerngeschehen am 17.06.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Esperanza

      Sie müssen unbedingt dem Geschäft eine Mahnung ausstellen, wenn diese angemessene Frist abgelaufen ist, können Sie entscheiden, ob sie immernoch darauf bestehen, dass die Firma leistet (sie erhalten zusätzlich Ersatz aller Aufwendungen und Schaden, die Sie wegen der verzögerung hatten) oder ob sie statt der Leistung Schadenersatz wollen. Dann können Sie sich entscheiden, ob sie so gestellt werden wollen finanziell wie wenn Sie den Vertrag niemals geschlossen hätten (negatives Vertragsinteresse)oder wie wenn die Firma ordentlich erfüllt hätte (positives Vertragsinteresse). Viel glück wünsch ich

    • Mojito1979 am 17.06.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas

      Erste Frage? Ein Kinderzimmer ist bei UNS IN DER SCHWEIZ der gängige Ausdruck für Bett, Schrank, Sideboard, Nachttisch, Pult (also alles zusammen = Ein Kinderzimmer) :-)

    • Georges, ZH am 17.06.2017 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      Ich nehme mal

      an, dass das bei der Firma LIPO ist. Weil fast das gleiche haben wir mit einer Polstergruppe erlebt. Das ganze dauerte bei ns über 4 Monate bis wir sie endlich hatten.

    • Fristsetzung am 18.06.2017 00:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Bittegerngeschehen

      Sowas macht man aber geschickterweise schon bei der Bestellung - direkt beim Aufgeben der Bestellung als Bemerkung dazuschreiben: "Bestellung muss bis 14. Juni zugestellt werden." Wird sie dann nicht bis 14. Juni zugestellt, kann man vom Vertrag zurücktreten. Will das Geschäft diese Bedingung nicht akzeptieren, muss sie bereits die Bestellung ablehnen.

    • Fux79 am 18.06.2017 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mojito1979

      Ist auch in Deutschland üblich so

    • Lisa am 18.06.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bittegerngeschehen

      Ja, gemäss Or schon. Aber bei den meisten Möbellieferanten werden Sie damit auf granit beissen, denn die haben dieses Recht in ihren AGBs schlicht wegbedungen. Zu Deutsch: Möbel werden dann geliefert, wenn sie geliefert werden.

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  • E. M. am 17.06.2017 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Phil Geld

    Ein Dank an die Redaktion, den die Frage wird schon im ersten Satz beantwortet. Möchte jemand die Begründung zum Sachverhalt, so muss er eifach den ganzen Beitrag lesen. Hoffe dies wird auch in Zukunft so bleiben!

    • Arwen am 17.06.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E. M.

      Das liegt daran, dass es sich ausnahmsweise auch um einen einfachen, glasklaren Sachverhalt handelt. Für eine solche Frage gibt es an einer Pürfung lediglich einen 1/2 Punkt. Meistens lassen sich rechtliche Fragestellungen wie hier in dieser Rubrik eben nich mit einem einfach Ja oder Nein beantworten. Es spielen zu viele Faktoren mit und die Leserschaft soll ja auch Schlüsse zu ähnlichen aber eben nicht ganz gleich gelagerten Fälle ziehen können.

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  • Nerine am 17.06.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso retournieren???

    Wo ist das Problem? Wenn ich Ware kriege die ich nie bestellt habe werde ich diese behalten und gebrauchen. Nix retour senden. Ich werde mich auch nie löschen lassen. Soweit kommt es noch. Wer mir unaufgefordert Ware sendet ist selber Schuld. Also los, schickt her das Zeug ;-)

    • Werner am 17.06.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      Aufpassen!

      Firma könnte geltend machen, dass es sich bei all den Sendungen um einen offensichtlichen Irrtum (Art. 6a Abs. 3 OR) handelte und nicht an "Nerine" sondern an "Nerina" gehen sollten. Da Sie nicht reagiert haben, obwohl Sie immer wieder Sendungen erhielten, werden Sie alle bezahlen müssen:-)

    • Nerine am 17.06.2017 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Ja dann sollen sie mir beweisen dass ich die Ware erhalten habe. Eingeschrieben nehme ich nicht an, von unbestellter Ware. Ich weis ja noch was ich wo und wann bestellt habe ;-)

    • Christian am 18.06.2017 00:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nerine

      Jedes Paket kann bis zu Ihrem Briefkasten nachverfolgt werden. Ist es einmal drinn, gilt das als zugestellt. Also bitte nicht so naiv schreiben.... Zudem könnte der Absender das Paket jederzeit wieder zurückverlangen. Was dann?

    • Nerine am 18.06.2017 03:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christian

      Wer ist den hier wohl naiver? Lesen Sie doch bitte einfach den Artikel bevor Sie kommentieren. Natürlich gilt ein Paket als zugestellt wenn es bei mir im Milchkasten (in Briefkasten passt kein Paket) oder vor die Haustüre gelegt wird. Das ist bei bestellter Ware auch korrekt. Hier geht es aber um unaufgefordert geschickte Ware Sie möchtegern Besserwisser......

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