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Lieber Phil Geld

18. Juli 2017 10:22; Akt: 18.07.2017 10:22 Print

Wie bekomme ich den mir versprochenen Bonus?

Ramona (35) wurde ein Bonus versprochen. Die Auszahlung blieb allerdings aus. Was kann sie tun?

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Von Gesetzes wegen ist die Auszahlung eines Bonus nicht ausdrücklich geregelt. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Mein Chef hat mir beim letzten Mitarbeitergespräch einen Bonus versprochen. Ende Juni hätte dieser ausbezahlt werden sollen. Dem war leider nicht so. Auf Anfrage bei meinem Chef hiess es, es gebe nun doch keinen Bonus. Ist das rechtens?

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Wurde Ihnen immer ein Bonus ausbezahlt?
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Insgesamt 272 Teilnehmer

Liebe Ramona

Gesetzlich ist der Bonus nicht explizit geregelt. Das ist auch der Grund, weshalb dessen Rechtsnatur umstritten ist. Bei Fragen rund um den Bonus muss vorerst geklärt werden, ob es sich beim vereinbarten Bonus um einen Lohnbestandteil im Sinne von Art. 322 OR oder um eine freiwillige Gratifikation im Sinne von Art. 322d OR handelt.

Die Gratifikation ist eine grundsätzlich freiwillige Sondervergütung des Arbeitgebers, die zum Fixlohn des Arbeitnehmers hinzukommt. Mit der Auszahlung einer Gratifikation kann der Arbeitnehmer für beispielsweise ausserordentlichen Arbeitseinsatz belohnt werden. Häufig wird sie bei bestimmten Anlässen wie Weihnachten oder Abschluss des Geschäftsjahres ausgerichtet.

Eine freiwillige Gratifikation liegt grundsätzlich vor, wenn sowohl die Auszahlung als auch die Festsetzung der Höhe im Ermessen des Arbeitgebers liegt. Sie hängt folglich nicht nur vom Erreichen eines bestimmten Geschäftsergebnisses, sondern auch von der subjektiven Einschätzung der persönlichen Arbeitsleistung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber ab. Hängt der Bonus vom Erreichen eines bestimmten Geschäftsergebnisses ab – beispielsweise vom Gewinn oder Umsatz – und wird der Bonus unabhängig einer subjektiven Einschätzung des Arbeitgebers gewährt, so stellt der Bonus einen variablen Lohnbestandteil dar.

Ein weiteres Kriterium zur Abgrenzung basiert auf der Frage, welche Bedeutung der Bonus für den Arbeitnehmer hat. Ein Bonus wird regelmässig dann als Lohnbestandteil qualifiziert, wenn er zum entscheidenden Entgelt für die Arbeitsleistung qualifiziert werden kann und nicht lediglich eine Zugabe darstellt. Kommt dem Bonus lediglich zweitrangige Bedeutung zu, so handelt es sich um eine Gratifikation.

Leistet dein Arbeitgeber also eine freiwillige Gratifikation, steht dir als Arbeitnehmender grundsätzlich kein klagbarer Anspruch zu – es sei denn, die Gratifikation wurde dir vertraglich oder konkludent zugesichert. Das Bundesgericht geht von einer konkludenten Zusicherung aus, wenn die Gratifikation während mindestens drei aufeinanderfolgenden Jahren regelmässig und vorbehaltlos ausbezahlt wurde.

Handelt es sich bei deinem Bonus um einen Lohnbestandteil, steht dir als Arbeitnehmender ein zwingender einklagbarer Anspruch zu. Bei Kündigung des Arbeitsverhältnisses während des Jahres steht dir ein zwingender Pro-rata-Anspruch auf den Bonus zu.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(phd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sergio am 18.07.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das muss man als Angestellter wissen

    Bonus gibt es für nicht C-Level Mitarbeiter nur gegen Leistungsnachweis! Und damit der auch gelingt braucht es genaue und erreichbare Leistungs-Ziele, die Anfangs des Jahres zusammen definiert werden. Diese müssen realistisch und messbar sein, ansonsten kann man nur aus dem Bauchgefühl heraus sagen, ob erreicht oder nicht. Und dann ist das auch meistens nicht erreicht, man will ja Geld sparen. Lasst euch nie beschnorren oder abwimmeln mit "Ja, das wird dann schon.." oder "Das reicht schon als Definition". Je schwammiger, desto einfacher kann sich der Chef rausreden :)

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  • Ueli am 18.07.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Bonus = Fonus

    Mann sollte sich nicht mit einem Bonus ködern lassen. Den Bonus ist kein Lohn sondern nur eine monetärer Motivationsversuch. Den sich die Firmen dann aber sparen können.

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  • Böse Zunge am 18.07.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lumpebude

    Einen Bonus gibt es zumeist nur, wenn ein gewisses Ziel erreicht wurde. Anfang Jahr ein realistisches und messbares Ziel definieren und schriftlich absegnen lassen. Wenn der Chef den mündlich zugesicherten Bonus verweigert, würde ich sowieso nach einer besseren Stelle Ausschau halten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • j.t.collins am 18.07.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrag ist Vertrag

    Das ist ein Mundlicher Vertrag - du musstest etwas tun und dafür hat der Vertragspartner sich verpflichtet etwas zu tun. Mag Arbeitsrechlich i.O. sein , OR rechtlich werde ich ihm verklagen, vorausgesetzt du kannst beweisen das du dein Teil eingehalten hat. Wenn's sogar im Protocol zur MA Gespräche festgehalten war, um so besser!

  • Ueli am 18.07.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Bonus = Fonus

    Mann sollte sich nicht mit einem Bonus ködern lassen. Den Bonus ist kein Lohn sondern nur eine monetärer Motivationsversuch. Den sich die Firmen dann aber sparen können.

    • Moi meme?!? am 18.07.2017 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli

      Eben wer sich solche Versprechungen zu Herzen nimmt,wird man meistens enttäuscht wenn zum Schluss, doch nichts eintrifft. Deshalb wichtig ist,sich absichern zu lassen.Rechtens es ist eh nicht,solange solche mündlichen Abkommen nicht im Vertrag festgehalten wird.

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  • Böse Zunge am 18.07.2017 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lumpebude

    Einen Bonus gibt es zumeist nur, wenn ein gewisses Ziel erreicht wurde. Anfang Jahr ein realistisches und messbares Ziel definieren und schriftlich absegnen lassen. Wenn der Chef den mündlich zugesicherten Bonus verweigert, würde ich sowieso nach einer besseren Stelle Ausschau halten!

  • bin gescheit. am 18.07.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Chef...

    ...wollte mir die obligatorische Gehaltserhöhung nach dem ersten Arbeitsjahr so verkaufen als ob es Auf Grund meiner Leistungen wäre. Der dachte ich bin blöd.

  • Icecold am 18.07.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer schriftlich verlangen

    Wenn das als 'Besondere Vereinbarung' im Vertrag vermerk ist, dann ist der Arbeitgeber auch verpflichtet den Boni auszuzahlen. Mündliche Vereinbarungen, sind zwar schon rechtens aber eben sobald dann eine Seite etwas nicht einhält,ist das für die andere Seite sicherlich schwer zu belegen,dass überhaupt solche Vereinbarungen stattgefunden hat,zum beispiel,behaupte ich mal einfach.Ich würde soetwas schriftlich verlangen. Geschäftliches ist immer besser schwarz auf weiss zu haben.

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