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Lieber Phil Geld

09. September 2017 16:00; Akt: 09.09.2017 16:00 Print

Wie lange muss ich nach der Weiterbildung bleiben?

Luanas (29) Arbeitgeber beteiligt sich an den Kosten für eine Weiterbildung. Wie lange darf er sie deshalb vertraglich ans Unternehmen binden?

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Eine finanzierte Weiterbildung hat oft ein befristetes Kündigungsverbot zur Folge. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich würde mich gern weiterbilden. Da die Weiterbildung relativ teuer ist, hat sich meine Chefin bereit erklärt, mich finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug will sie mit mir aber eine Weiterbildungsvereinbarung aushandeln. Mit dieser würde ich mich verpflichten, nach abgeschlossener Weiterbildung für drei Jahre im Unternehmen zu bleiben. Ist eine Bindung an das Unternehmen während einer solch langen Zeit erlaubt?

Umfrage
Beteiligt sich der Arbeitgeber an den Kosten Ihrer Weiterbildung?
14 %
58 %
28 %
Insgesamt 409 Teilnehmer

Liebe Luana

Eine durch den Arbeitgeber finanzierte Weiterbildung wird in der Praxis häufig mit einem befristeten Kündigungsverbot gekoppelt. Dabei verpflichtet sich der Arbeitnehmende, nach Abschluss der vom Arbeitgeber finanzierten Weiterbildung für eine gewisse Zeit im Unternehmen zu bleiben. Kündigt der Arbeitnehmende dennoch das Arbeitsverhältnis, kann der Arbeitgeber die Kosten für die Weiterbildung zurückverlangen. Das Kündigungsverbot kann somit durch Rückerstattung der Aus- beziehungsweise Weiterbildungskosten aufgehoben werden.

Ein solches Kündigungsverbot mit Rückzahlungsverpflichtung ist allerdings nur dann zulässig, wenn die entsprechende Aus- oder Weiterbildung dem Arbeitnehmenden einen dauerhaften Vorteil auf dem Arbeitsmarkt bietet. Handelt es sich um eine betriebsspezifische, notwendige Weiterbildung, ist eine Kostenüberwälzung auf den Arbeitnehmer unzulässig (vgl. hierzu Art. 327a OR).

Weiter hat das Kündigungsverbot verhältnismässig und zeitlich begrenzt zu sein. Um das Kündigungsrecht des Arbeitnehmenden nicht übermässig einzuschränken, ist das Kündigungsverbot grundsätzlich auf zwei Jahre zu begrenzen. Bei Weiterbildungen im Wert von mehreren zehntausend Franken ist ein Kündigungsverbot von drei bis vier Jahren jedoch denkbar. Unverhältnismässig lange Bindungen an das Unternehmen sind aber nicht zulässig.

Für den Fall, dass der Arbeitnehmende das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet, sollte die Höhe des Rückzahlungsbetrages so weit als möglich betragsmässig beziffert werden. In der Praxis werden die Rückerstattungskosten regelmässig pro rata temporis – nach Monaten oder Jahren – zurückbezahlt. Grundsätzlich gilt jedoch: Je früher der Arbeitnehmende kündigt, desto höher sind die Rückerstattungskosten.

Folglich, liebe Luana, ist eine Bindung an dein Unternehmen während drei Jahren bei erhöhter Kostenbeteiligung deines Arbeitgebers durchaus denkbar.

Freundlich grüsst
Phil Geld

(phd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter2000 am 09.09.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mecker, Mecker

    Also da kommt Dir Deine Chefin entgegen und verlangt vielleicht was im Gegenzug (sie will ja auch von deinem neuen Wissen profitieren, wenn sie schon dafür bezahlt) und es kommt nur Gemeckere. Und falls Du dich mit Freunden unterhältst, würdest Dubfeststellen, dass das Gang und Gäbe ist.

    einklappen einklappen
  • Super Firma am 09.09.2017 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Deal

    Bei mir wird die Weiterbildung auch finanziert. Das Schulgeld bezahlt der Arbeitgeber und den Schultag geht auf meine Kappe. Für mich eine Ideale Lösung. Verpflichtung nach 3 Jahre Schule 1 1/2 Jahre bleiben, bei Kosten von 35'000 find ich das ein super Angebot.

    einklappen einklappen
  • Gaanz alter Mann am 10.09.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    aber wenn eine bald 30jährige, solche Fragen stellen muss ist das nur Peinlich. Ich erachte die Weiterbildung dieser Dame als Sinnlos. Sie ist Unsicher,Unselbstständig, und nicht in der Lage Probleme selbstständig zu Lösen, das wird sich auch kaum ändern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werner Wenger am 10.09.2017 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Partner - Guter Gedanke.

    Lösungsansatz gut. Austiegsklausel auch noch nach einem und zwei Jahren definieren. Dann viel Glück, das Projkt dient beiden Perteien.

  • pit am 10.09.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    positives

    Sieh es mal so, Dein arbeitsplatz ist dir für die vereinbarte Zeit x erstmal Sicher.

  • Herr Max Bünzlig am 10.09.2017 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    liebe Luana, wie lange Sie nach der Weiterbildung bleiben dürfen, sagt Ihnen gerne Ihr Arbeitgeber

  • ano nym am 10.09.2017 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frustrierend

    Ich arbeite bei der Migros. Habe ~30'000.- investiert in weiterbildungen in den letzten 4 Jahren. Werde nicht gefördert noch sonst wie unterstützt. Habe in den 4 Jahren zudem etwa 10 Wochen Ferien geopfert für Schule, Kurse, etc... Keinen Rappen Lohnerhöhung. Die Probleme mancher Menschen sind mir unverständlich.

    • tarzan am 10.09.2017 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ano nym

      Arbeite beim gleichen Arbeitgeber, bei mir haben sie alles bezahlt, zeit und schulkosten. Muss 2 Jahre bleiben, habe sowieso nicht vor zu wechseln.

    einklappen einklappen
  • Alibaba am 10.09.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit

    Ich denke es kommt drauf an wie verhältnismäßig es ist. Mir wurde mein MAS Studium zu 100% bezahlt und sämtliche Freitage in der Schule konnte ich als Arbeitszeit aufschreiben. Kosten weit über 60'000Fr. Verpflichtung 2 Jahre. Aber Firma wurde aufgekauft und die meisten gekündog

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