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Lieber Phil Geld

05. September 2017 10:42; Akt: 05.09.2017 10:42 Print

Wie steige ich aus meinem Leasingvertrag aus?

Pietro (44) hat sich zu einem Leasingvertrag überreden lassen. Sechs Monate später möchte er aus dem Vertrag raus. Geht das?

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Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Leasingvertrag ist meist teuer. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich habe mich zu einem Leasingvertrag verleiten lassen. Jetzt, sechs Monate später, kann ich mir mein geleastes Auto nicht mehr leisten. Was kann ich tun?

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Lieber Pietro

Ein Leasingvertrag birgt nicht selten grosse finanzielle Risiken. Insbesondere dann, wenn ein Leasingnehmer vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen will. Kann der Konsument die laufenden Kosten nicht mehr bezahlen, wird er mit einer Schlussrechnung konfrontiert, die meist mehrere Tausend Franken beträgt.

Beim Leasing wird dem Leasingnehmer für eine bestimmte Zeit (in der Regel 48 oder 60 Monate) der freie Gebrauch einer beweglichen oder unbeweglichen Sache (Leasingobjekt) ermöglicht. Der Leasingnehmer entrichtet hierfür ein Entgelt (Leasingzins), das in Teilleistungen zu erbringen ist. Zusätzlich trägt der Leasingnehmer den vollen Unterhalt. Das formale Eigentum verbleibt beim Leasinggeber.

Möchte der Leasingnehmer vorzeitig vom Leasingvertrag zurücktreten, so berechnet ihm der Leasinggeber rückwirkend einen höheren Leasingzins. Das deshalb, weil aufgrund der vorzeitigen Beendigung des Leasingvertrags der Wertverlust eines Autos, der in Leasingverträgen mit einem fixen Betrag über die ganze Vertragsdauer abgeschrieben wird, mit den ordentlichen Leasingraten noch nicht abgegolten ist. Der Leasingnehmer muss folglich den Leasinggeber für die nicht abgedeckte Amortisation entschädigen. Ansonsten würde der Leasinggeber drauflegen, was massiv ins Geld gehen kann.

In jedem Leasingvertrag gibt es eine sogenannte «Restwerttabelle», die über die Zuschläge bei vorzeitiger Vertragsauflösung informiert. Je länger der Vertrag bereits gedauert hat, desto tiefer die Nachzahlung. Zu erwähnen ist, dass es sich lohnen kann, eine solche Restwerttabelle durch eine Fachperson überprüfen zu lassen. Denn das Bundesgericht hat entschieden, dass eine Tabelle als ungültig gilt, wenn der Ausstieg aus dem Vertrag teurer wird als die normale Fortführung (Bundesgerichtsentscheid 4A.404/2008 vom 18. Dezember 2008).

Deutlich einfacher und auch günstiger, als sich teuer aus dem Leasingvertrag zu kaufen, wäre der sogenannte Übertrag. Vereinzelte Leasinggesellschaften akzeptieren einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag, wenn der Leasingnehmer einen «Nachmieter» stellt. Dieser muss allerdings den Leasingvertrag zu denselben Konditionen mit allen Rechten und Pflichten übernehmen. Darum rate ich dir, lieber Pietro: Erkundige dich bei deinem Leasinggeber, ob er einen Übertrag zulässt.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(phd/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Café Racer am 05.09.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Leasing Flotte

    Wäre jedes geleaste Auto gelb, würde es bei uns aussehen wie in New York.

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  • Stefan am 05.09.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Leasing passt gut

    in die heutige oberflächliche Welt, wo schon Lehrlinge finden, sie hätten was besseres verdient als z.B. einen Opel Corsa.

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  • Pecunia am 05.09.2017 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ist so ..

    Leasing "per se" ist im Grunde weder verwerflich noch schlecht. Das Problem liegt vielmehr darin, dass Menschen sich ein Fahrzeug leasen das sich bei genauerer Betrachtung gar nicht leisten können. Den Leasinggeber interessiert es nämlich im Grunde nicht, ob nebst der Leasing Rate auch noch Geld für anderes ausser dem Lebensnotwendigen übrigbleibt. Leute die also denken sie können sich eine teure Schüssel "nebenbei" leasen, können damit zwar angeben.. nur eines können sie nicht.. nämlich RECHNEN. Es braucht wie überall ein fundiertes Budget.. und viel Überlegung WAS man sich leisten kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.P am 06.09.2017 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach Unfall Arbeitsunfähig

    Habe mir ein Kleinwagen wegen einem langen Arbeitsweg geleast da der alte nicht mehr so lang halten wollte. Nun bin ich nach einem Unfall (ohne Auto) nicht mehr Arbeitsfähig und kann die Leasing Rate nicht mehr bezahlen. Kennt sich jemand damit aus wie ich da vorgehen könnte? (Auto ist zur Zeit ausgeschrieben von mir zum Verkauf oder Übernahme)

  • Schweizer am 06.09.2017 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    differenziert

    Entweder man ist begeistert von Autos oder eben nicht. Entsprechend wenig oder viel wird man dafür ausgeben wollen. Der eine ist stolz auf sein brandneu geleastes Prachtstück und der andere darauf, dass seine 10jährige Kiste noch einwandfrei läuft und wenig kostet. Letzerer verschwendet sein Geld vielleicht mit Ferien oder sonst was, alles tip top. Klar muss man rechnen können aber was ich sagen will: Geld ist nicht alles. Lebt ein wenig...und lasst leben.

  • Dänu am 06.09.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hirn einschalten

    Es kommt eben auch drauf an ob man ein Leasing eingeht mit einem Betrag pro Monat von 800.- oder von 168.-....!!!! Sprich muss es BMW, Audi, Mercedes usw sein oder reicht auch ein schönes Fiätli.....?? Man denke auch die Vollkasko Versicherung kommt auch noch dazu... Jetzt man rechne...;-))))

  • Aasp am 06.09.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts schlechtes

    Ich weiss nicht weshalb Leasing so verpönt ist. Im grunde ist es für mich nicht gross was anderes als wenn ich eine Wohnung miete. Es braucht einfach etwas Verstand. Im beschriebenen Fall sag ich natürlich => selber Schuld.

    • Benno am 06.09.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      Gibt schon Unterschiede

      Aus dem Artikel erkenne ich folgenden Unterschied: Wenn mir die Wohnung zu teuer wird, kündige ich und bezahle noch bis Ende Kündigungsfrist die normale Miete; Amortisationen etc. bezahle ich darüber hinaus keine. Beim Autoleasing hingegen wird noch eine 'saftige' Zusatzgebühr fällig. Wenn ich mir die Leasingraten nicht mehr leisten kann und kündige, kommt also erst recht noch ein grosser Klotz hinzu. Das macht das Leasing wohl gefährlicher als die Wohnungsmiete.

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  • S. am 06.09.2017 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leasing ist super

    Leasing ist im Grunde keine schlechte Sache, wer kann es sich leisten heutzutage ein Auto bar zu bezahlen? Wer ein Auto leasen möchte wird ja vorher zuerst die Bonität geprüft und die Leasingfirmen erstellen eine Art Budgettabelle.

    • ChickenPie am 06.09.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Ich?

      Man muss halt sparen bis man das Münz zusammen hat. Dann kann man schauen was man sich leisten kann. Und dann erst kauft man das Auto. So zumindest wurde mir das beigebracht.

    • Patrick am 06.09.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      @S. wenn schon dann ein Kredit

      Wenn man sich schon kein Auto leisten kann. Sei es dass man nicht sparen will oder aus einer Notsituation heraus würde ich eher einen Kredit aufnehmen. Die Raten sind gleich teuer oftmals sogar günstiger und man kann es wenigstens von den Steuern abziehen.

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