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Spektakuläres Leserbild

12. Dezember 2012 11:12; Akt: 03.01.2013 12:53 Print

«Das gibt es doch nicht»

Zwei Leser-Reportern ist ein verblüffendes Foto gelungen. Es zeigt den Fronalpstock an einem Dezembermorgen - mit zwei Schatten im Himmel. Meteorologen staunen, halten das Bild aber für echt.

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Im Dezember 2012 ist den Leser-Reportern Laura C. und Michael H. ein spektakuläres Bild des Fronalpstocks im Kanton Glarus gelungen. Es sei unbearbeitet, sagen die Fotografen. Meteorologen bestätigen, dass der optische Effekt, den das Foto zeigt, existiert. Dazu mussten genügend kalte Teilchen (Wassertröpfchen oder Eispartikel) in der Luft liegen und die Sonne tief hinter dem Berg stehen. Eine Minute vorher entstand dieses Bild - hier half Michael H. etwas nach. «Ich habe die Helligkeit verändert.» Die Bilder zeigen den gestochen scharfen Kernschatten des Berges und einen zweiten Schatten, der durch einen Streuungseffekt entsteht. Denselben optischen Effekt konnte Lars H. aus Bettwiesen mit seiner Kamera festhalten. Dieses Bild entstand am Morgen des 12. 12. Meteonews-Meteorologe Klaus Marquart bezeichnet den Effekt als umgekehrtes Brockengespenst. Beim Brockensgespenst (Bild) steht die Sonne im Rücken des Betrachters. Dadurch wird der Schatten des Körpers auf die in der Luft liegenden kalten Teilchen geworfen. Häufig in Zusammenhang mit einem Brockengespenst tritt eine sogenannte Glorie auf - ein farbiger Kreis um den Schatten des Betrachters. Leser-Reportern gelingen immer wieder Aufnahmen von verblüffenden Himmelsphänomenen. So zum Beispiel am 20. September 2012 in Melchsee-Frutt OW. Das Phänomen war auch in Brissago TI zu sehen. Es wird Skypunch oder Hole Punch Cloud genannt. Auch im Berner Oberland über dem Engstlensee war das Phänomen zu beobachten - gleich zweimal. Wie die Wolken genau entstehen, ist unklar. Offenbar sind schnell herabfallende Eiskristalle für die bizarren Formen verantwortlich. Ein anderes spektakuläres Naturereignis verblüffte am Donnerstagmittag, 14. Juni 2012, zahlreiche Leser. Viele Leser rätselten: «Es sieht aus wie ein Regenbogen, aber es hat nicht geregnet.» Bei der Erscheinung handelt es sich um einen Zirkumhorizontalbogen. Dieser optische Effekt entsteht durch die schwebenden Eisplättchen, die horizontal ausgerichtet sind. Das Sonnenlicht tritt in eine senkrechte Seitenfläche ein und aus der unteren horizontalen Fläche wieder aus. Zirkumhorizontalbogen und Halo sind ähnliche Erscheinungen. Massgebend für den Unterschied ist der Winkel der Sonneneinstrahlung.

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Perfektes Timing für das perfekte Bild: Zwei Leser-Reporter haben ein Foto des Fronalpstocks geschossen, das den Atem des Betrachters stocken lässt. Der Glarner Berg scheint einen gestochen scharfen, doppelten Schatten in den schönsten Blautönen in den Himmel zu werfen. H. versichert: «Das Foto ist unbearbeitet.»

Umfrage
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Insgesamt 1506 Teilnehmer

Nach dem Frühstück in ihrer Wohnung in Oberurnen GL sei ihnen das Himmelsphänomen aufgefallen. «Wir räumten gerade auf, als wir die Schatten des Berges im Himmel sahen. Das gibt es doch nicht, sagten wir, holten die Kamera und rannten auf den Balkon», erzählt H. Experten aber versichern: Der optische Effekt existiert tatsächlich.

«Umgekehrtes Brockengespenst»

Die Meteorologen von Meteoswiss liefern dazu folgende Erklärung: Steht die Sonne hinter dem Berg und befinden sich zwischen Berg und Fotokamera kalte Teilchen (Eispartikel oder Wassertröpfchen) in der Luft, wirft der Berg einen Schatten auf die Partikel. Dazu muss nur die Sonne tief stehen – eine Voraussetzung, die an einem Dezembermorgen gegeben ist.

Auch Meteorologe Klaus Marquart von Meteonews bestätigt, dass dieses Phänomen existiert. «Ich würde es als ein umgekehrtes Brockengespenst bezeichnen», sagt Marquart. Beim Brockengespenst, das erstmals im 18. Jahrhundert auf dem Berg Brocken im deutschen Harz beobachtet wurde, steht die Sonne dem Beobachter normalerweise im Rücken – der Schatten wird auf kalte Teilchen in der Luft geworfen.

Im richtigen Moment geblitzt

Weil diese Dunstdecke nicht fest ist, ist der Schatten um ein Vielfaches grösser und erscheint als gespenstisches Abbild des eigenen Körpers. «Ski-Alpinisten kennen das Phänomen beispielsweise von Abfahrten am späten Abend, wenn die Sonne bereits tief steht und Nebel in der Luft hängt», so Marquart. Dasselbe Prinzip habe wohl auch zum Fronalpstock-Schattenwurf geführt.

Speziell ist der optische Effekt allemal. «Ein fantastisches Bild», ist der Tenor bei Meteoswiss. Und auch Marquart windet den Fotografen ein Kränzchen: «Das Phänomen war bestimmt nur kurz zu sehen. Die Fotografen haben wohl den perfekten Moment erwischt.» Etwas Glück war beim Timing tatsächlich dabei - gemäss H. sei der Effekt nur etwa 5 Minuten sichtbar gewesen.

Hier steht der Fronalpstock - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Berg im Kanton Schwyz:

(dwi)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helen am 12.12.2012 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Magisch

    Ein absolut geniales Bild! Die Natur hat immer wieder super schöne Naturspektakel zu bieten, man muss sie nur im richtigen Moment wahrnehmen.

  • Hugo B. am 12.12.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    iPhone Schrottkamera

    Wehn wunderts, wenn beide Fotos mit einem Iphone gemacht wurden? Gleiche Kamera, gleich schlechte Linse!

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  • Clubbesitzer am 12.12.2012 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mysteriös

    der weltuntergang naht..... ;-))

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander Mhadhbi am 13.12.2012 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    grosser Berg

    Der Berg wird Erwaschen aber wunderschön

  • Angele, Peter am 13.12.2012 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Virtueller Vulkan

    Als ich 2003 bei Sonnenaufgang zum Top des indonesischen Vulkans Rinjani (3726m) unterwegs war, beobachtete ich ein ähnliches Phänomen. Allerdings in umgekehrter Richtung, nicht gegen die Sonne, sondern als Schatten des Vulkans, der sich offenbar an unterschiedlichen Luftschichtungen brach/reflektierte (?) und senkrecht, als 'virtueller' Vulkan, neben den realen Vukanen auf Bali (Agung u.a.) auftauchte. Dauerte auch nur wenige Minuten. Gab fantastische Fotos (nicht digitale, sondern waren noch Dias!).

    • old samson am 13.12.2012 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Me 2

      Da oben war ich au diesen Sommer. War einfach nur Atemberaubend, trotz dem mühsamen Aufstieg über die Schottersteine :)

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  • Manuel Meier am 12.12.2012 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch informiert 

    Ich finde es so lustig wie ihr immer mit diesen Bilder umgeht wo man die Regenbogen sieht und es regnet nicht gar keine zeichen.für irgendeine enstehung von einem Regenbogen, und dan immer wieder die Antworten das sei ein Wetterphenomen blabla eiskristale da blabla! In wirklichkeit sind das CHEMTRAILS! Eine Mischung aus Aluminum Staub und Säuren zum so quasi die Erderwärmung verlangsamern obwohl es gar keine Erderwärmung gibt im gegenteil es wird kälter,erinnere euch nur Febuar -22 Grad in Basel! Wen ihr euch wirklich intressiert und nicht immer den Medien glauben wollt informiert euch richtig!

  • Kurt am 12.12.2012 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Photoshop

    Es lebe die die digitale bildbearbeitung

  • Helen am 12.12.2012 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Magisch

    Ein absolut geniales Bild! Die Natur hat immer wieder super schöne Naturspektakel zu bieten, man muss sie nur im richtigen Moment wahrnehmen.