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Schlimmer Zug-Crash

10. Januar 2013 10:12; Akt: 10.01.2013 15:42 Print

«Es waren schreckliche Bilder»

von A. Hirschberg, Neuhausen - Passagiere wurden aus den Sitzen gerissen, gegen Wände gedrückt, eingeklemmt: Erste Berichte von Augenzeugen zeigen, wie heftig der Zug-Crash von Neuhausen war.

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Am Donnerstagmorgen, 10. Januar 2013, kam es in der Nähe des Bahnhofs Neuhausen SH um 7.50 Uhr einer . Der Grund für den Zusammenstoss ist noch . Es kann Tage dauern, bis die Ursache geklärt ist. Die war zum Glück nicht hoch: Der Thurbo-Zug verliess gerade den Bahnhof Neuhausen, der SBB-Doppelstöcker bremste, um dort zu halten. Der (l.) war eine S11. Die , obwohl der Thurbo (r.) laut unserer Reporterin vor Ort beschädigter aussieht. Es hat gedauert, bis alle Passagiere die Wagen verlassen konnten. Vor allem die Bergung der Reisenden aus dem SBB-Doppelstockzug hat viel Zeit in Anspruch genommen. Danach hat die Polizei den Unfallort . Mit solchen wurden die Verletzungen der Passagiere aufgenommen. Die Rettungskräfte haben jeden einzelnen Passagier befragt. Insgesamt waren vor Ort. Das «Büro» der . Wie die Kapo Schaffhausen bestätigt, hat es konnten waren für eine Untersuchung im Spital, wurden aber gleich wieder entlassen. Neun Personen mussten eingeliefert werden. Glücklicherweise wurden sie nicht schwer verletzt, sagte Anja Schudel von der Schaffhauser Polizei später an der Pressekonferenz. Die ... ... stehen mit einem Grossaufgebot bereit. Die SBB hat einen Rettungszug aufgeboten und es sind vier Ambulanzen vor Ort. Zum Zeitpunkt des Alarms war noch nicht bekannt, wie schwer der Zusammenstoss war. Die S-Bahn und der Thurbo krachten ineinander. Die mussten evakuiert werden. Die zwischen Dachsen und Schaffhausen. Die SBB setzte für die gesperrten Strecken ein. am Bahnhof Neuhausen SH.

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Eine heftige Kollision erschütterte heute Morgen die Region Schaffhausen. «Ich lief gerade zum Bahnhof, da hörte ich einen Riesenknall», sagt Leser-Reporter David Togni. «Mir war sofort klar, dass etwas Heftiges passiert ist.»

Tatsächlich zeigen die ersten Bilder, dass es zwischen dem Thurbo und der S-Bahn beinahe zu einer Frontalkollision gekommen ist. Der Triebwagen des Thurbo wurde total beschädigt. Wie später bekannt wurde, sind 17 Personen verletzt worden. Davon wurden 9 ins Spital gebracht. Ein riesiges Aufgebot von Rettungskräften und Ambulanz-Fahrzeugen war vor Ort. Auch aus Deutschland sind gemäss einem Leser, der sich vor Ort befindet, Krankenwagen vorgefahren.

«Viele Passagiere schrien»

Der 17-jährige Guido sass im zweitvordersten Wagen des S33-Thurbo. Kurz nach Neuhausen sei es zu einer Vollbremsung gekommen. «Es gab einen lauten Knall, dann ging das Licht aus, viele Passagiere schrien.» Danach sei es zu panikartigen Szenen gekommen. «Jemand schlug mit dem Nothämmerli die Scheibe ein, schliesslich verliessen wir den Wagen», so der Leser-Reporter.

Evin und Selma sassen im vorderen Teil des Thurbos. Die Pharmaassistentinnen waren auf dem Weg in die Berufsschule. Die beiden hatten Glück, sind mit Prellungen davongekommen. Sie berichten von schrecklichen Bildern im Zug. Die 17-jährige Evin sagt: «Nach dem Crash flogen Leute auf uns. Danach sahen wir, dass es weiter vorne einen Schwerverletzten gab.» Er konnte nicht mehr laufen und habe geborgen werden müssen. Andere habe es gegen Wände geschlagen. «Ich sah wie eine Frau heftig mit dem Kopf auf den Boden prallte», so Evin weiter. Zwei weiteren Freundinnen sei eine Lampe auf den Kopf geknallt. «Es waren schreckliche Bilder, die mir immer wieder durch den Kopf gehen», erzählt Evin. Die beiden sagen, sie seien rasch und gut betreut worden.

Gemäss Tomoya Dünki hat es durch die Vollbremsung die Passagiere aus den Sitzen gerissen. «Schon das Bremsen hob uns alle aus den Sitzen», so Dünki. Dann habe es einen Knall gegeben und der Zug sei stillgestanden.

«In meinem Abteil riss es alle Passagiere aus den Sitzen, wir prallten am Waggonende gegen die Wand.» Viele Leute seien dabei zusammengestossen, erzählt Dünki weiter. Er selber habe Glück gehabt, ihm sei nichts passiert, er komme wohl mit ein paar blauen Flecken davon. Andere Passagiere hatten weniger Glück: «In meinem Abteil hatte es mindestens eine Person, die sich am Kopf verletzt hatte und stark blutete.»

Immer noch im Zug

Leser-Reporterin Ivana Simunovic meldet sich um 8.45 Uhr, rund eine Stunde nach dem Unfall, immer noch aus dem Zug. «Gott sei Dank leben wir noch! Wir sassen und sitzen immer noch im vorderen Teil im ersten Waggon», schreibt sie per Mail. Es habe einen heftigen Knall gegeben «und wir wurden aus unseren Sitzplätzen heraus gedrückt».

Laut verschiedenen Passagieren wurden die Leute nach dem Crash schrittweise von den vorderen Waggons nach hinten gerettet. Gegen 9.45 Uhr waren alle Passagiere draussen. Über Lautsprecher wurde informiert, dass man im Zug warten solle.

«Eine ältere Dame lag regungslos auf dem Boden und blutete stark», meldet Manuel Blöchlinger, auch er ein Passagier. «Es schleuderte uns alle miteinander ans hintere Ende des Abteils, wo viele mit den Köpfen zusammengestossen sind, manche auch gegen die Treppe. Es waren unschöne Bilder.»

Interview mit einer Passagierin (Video: youtube.com/MyTeleTop)