Skypunch

20. September 2012 17:19; Akt: 21.09.2012 09:13 Print

Über der Schweiz öffnete sich die Himmelspforte

Sensationelle Wolkenbilder haben Leser-Reporter am Donnerstag in der Schweiz geschossen. Meteorologen sprechen von einem seltenen Phänomen. Es ist nur dank Eiskristallen möglich.

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Am 20. September 2012 zeigte sich am Schweizer Himmel ein Phänomen. Hier in Melchsee-Frutt OW. Das Phänomen war auch in Brissago TI zu sehen. Es wird Skypunch oder Hole Punch Cloud genannt. Auch im Berner Oberland über dem Engstlensee war das Phänomen zu beobachten - gleich zweimal. Prächtige Aufnahme aus Locarno im Tessin. Die Bilder lassen an Ausserirdisches denken. So sah es am 20. September am Morgen zwischen Belp und Kehrsatz aus. Ein anderes spektakuläre Naturereignis verblüffte am Donnerstagmittag, 14. Juni 2012, zahlreiche Leser. Viele Leser rätselten: «Es sieht aus wie ein Regenbogen, aber es hat nicht geregnet.» Bei der Erscheinung handelt es sich um einen Zirkumhorizontalbogen. Besonders deutlich sind die «farbigen Schlirggen» auf diesem Foto sichtbar. Es wurde am Flughafen Zürich geschossen. Gemäss Reto Vögeli von Meteonews sind Zirkumhorizontalbögen äusserst selten. Sie sind in der Regel nur zur Mittagszeit und in den Monaten Mai bis Juli zu sehen. Zur selben Zeit beobachteten Leser zudem ein Halo um die Sonne. Zirkumhorizontalbogen und Halo sind ähnliche Erscheinungen. Massgebend für den Unterschied ist der Winkel der Sonneneinstrahlung. Dieses Foto wurde um 12.15 in Schlieren ZH geschossen. Am Himmel über Zürich. Mit «Polarlicht in der Schweiz!» beschriftete dieser Leser sein Foto. In den Farben gleichen die Erscheinungen einem Regenbogen. Der Unterschied: Die Sonne strahlt Eiskristalle an, keine Wassertröpfchen wie beim Regenbogen. Der Zirkumhorizentalbogen kommt häufiger vor als ein Halo. Allerdings befindet sich der farbige Ring meistens so nahe am Himmelszenit, dass er kaum auffällt. Normalerweise ist der Zirkumhorizontalbogen in der Höhe besser sichtbar als vom Flachland aus. Dennoch entdeckten viele Leser auch im Flachland die Naturerscheinung. Hier am Himmel über Zürich-Oerlikon. Ein sichtbarer Unterschied zwischen Zirkumhorizontalbogen und Zirkumzenitalbogen ist die Reihenfolge der Farben: Hier befindet sich die blaue Farbe des Lichspektrums unten. Beim Zirkumzenitalbogen jedoch oben.

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Was die Leser-Reporter Cyrill Engel und Falk Schubert am Donnerstag in der Schweiz fotografieren konnten, ist alles andere als alltäglich. Mysteriöse Wolkenbilder zeigten sich ihnen, beide haben noch nie etwas Ähnliches gesehen. Während Engel das Phänomen in Brissago TI beobachten konnte, zeigte sich die ungewöhnliche Wolke Schubert in Melchsee-Frutt OW. «Wir staunten alle und wissen nicht, was wir da gesehen haben», sagt er.

Dominique Lüthi, Meteorologe von MeteoNews, spricht von einem «seltenen bis sehr seltenen Phänomen», das Skypunch oder Hole Punch Cloud genannt wird. «Diese Wolkenform entsteht durch sich plötzlich bildende Eiskristalle», erklärt Lüthi. Die Eiskristalle entziehen dabei der Umgebung die Feuchtigkeit und die umgebenden Wolken lösen sich auf. «Aufgrund des höheren Gewichts beginnen die Eiskristalle zu sinken.» Der Prozess beginnt laut dem Meteorologen auf relativ kleinem Raum und dehnt sich dann kreisförmig aus.

Es braucht unterkühltes Wasser

Damit das Phänomen entstehen kann, braucht es eine Störung, die zum Beispiel durch Flugzeuge verursacht werden kann. Dabei ist vor allem wichtig, dass sich in der Wolke unterkühltes Wasser befindet. Unterkühltes Wasser ist Wasser, dass bei Temperaturen von bis zu -40°C immer noch flüssig ist. Fliegt nun ein Flugzeug durch eine Schicht mit unterkühltem Wasser, wird an der Spitze des Flugzeugs die Luft ausgedehnt, wodurch sich die Temperatur blitzartig senkt und das Wasser gefriert.

Die Bedingungen waren am Donnerstag offenbar optimal. Konnten Sie das Phänomen Hole Punch Cloud ebenfalls fotografieren? Dann schicken Sie uns ein Bild an: feedback@20minuten.ch

(feb)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wetterclown am 20.09.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Skypunch ????

    Ich würde mal spontan auf HAARP tippen!!!

  • Bernard Eastlund am 20.09.2012 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    HAARP

    Die Zirkumhorizontalbögen sind eingetlich Zeichen von Irritationen der Ionosphäre, welche durch Sonnenstürme oder eben das berüchtigte HAARP hervorgerufen wurden. Bei den Erdbeben in Sichuan 2008 vor den Olympischen Sommerspielen hatte man auch solche Phänomene beobachtet. Wer's nicht glaubt soll sich mal die Seite von Meteo Systems AG anschauen, die haben 1998 das Wetter für die Winterspiele von Nagano gemacht. Die Firma ist seitdem in einem Patentstreit mit einer anderen Firma in den USA, welche das Patent auf Wettermanipulation hat. Klingt komisch is aber so..

  • Thomas am 20.09.2012 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dank Eiskristallen und H.A.A.R.P ?

    Dank Eiskristallen und höchstwahrscheinlich einer ähnlichen Station wie H.A.A.R.P!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas am 20.09.2012 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Weder noch

    Chemtrails, Haarp.....die Verschwörer werden langsam langweiliger und langweiliger!!!!!

  • Thomas am 20.09.2012 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dank Eiskristallen und H.A.A.R.P ?

    Dank Eiskristallen und höchstwahrscheinlich einer ähnlichen Station wie H.A.A.R.P!

    • bluem am 20.09.2012 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      haarp

      ja genau deiner meinung

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  • Bruno Rutschmann am 20.09.2012 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Abendrot und andere Wetterphänomene

    Vielen dank für die Tollen Bilder Habe Sie soeben im Facebook gepostet

  • Wetterclown am 20.09.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Skypunch ????

    Ich würde mal spontan auf HAARP tippen!!!

  • Bernard Eastlund am 20.09.2012 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    HAARP

    Die Zirkumhorizontalbögen sind eingetlich Zeichen von Irritationen der Ionosphäre, welche durch Sonnenstürme oder eben das berüchtigte HAARP hervorgerufen wurden. Bei den Erdbeben in Sichuan 2008 vor den Olympischen Sommerspielen hatte man auch solche Phänomene beobachtet. Wer's nicht glaubt soll sich mal die Seite von Meteo Systems AG anschauen, die haben 1998 das Wetter für die Winterspiele von Nagano gemacht. Die Firma ist seitdem in einem Patentstreit mit einer anderen Firma in den USA, welche das Patent auf Wettermanipulation hat. Klingt komisch is aber so..