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«Nicht jedermanns Job»

08. Februar 2012 21:37; Akt: 09.02.2012 12:03 Print

Die Eisbrecher vom ThunerseeDie Eisbrecher vom Thunersee

Extreme Bedingungen erfordern extremen Einsatz. Mit Motorsäge und Schlepper kämpfen die Werft-Angestellten der BLS Schifffahrt in Thun gegen die Eismassen im Hafen. Kein Job für Angsthasen.

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Die klirrende Kälte hat erste Seen in der Schweiz in eine Eislandschaft verwandelt. Was Schlittschuhbegeisterte und Fotografen freut, ist für die BLS Schifffahrt in Thun eine Gefahr. Mit jedem sibirischen Tag wächst das Eis im Hafen von Thun und damit auch der Druck auf Hüllen und Ruder der Kursschiffe. Die Werft-Angestellten der BLS Schifffahrt haben deshalb nun den Kampf gegen das Eis aufgenommen.

Wer am Mittwoch dem Schiffskanal entlang schlenderte, konnte die Eisbrecher vom Thunersee im Einsatz bewundern. Die Crew rammte sich allerdings nicht etwa mit einem Eisbrecher durch den Schiffskanal, sondern kämpfte sich Meter für Meter mit einer Motorsäge und einem Schlepper vorwärts. «Normalerweise», sagt Werft-Chef Stefan Wiedmer, «fahren wir einfach mit dem Boot auf das Eis und es bricht unter dem Gewicht. Das Eis ist zurzeit aber zu dick.» Einer seiner Männer musste deshalb dieses Jahr vor dem Schlepper hergehen und das Eis mit der Motorsäge durchsägen.

«Das ist schon kein Job für jedermann»

Das spezielle Vorgehen sorgte für verwunderte Blicke der Passanten. Über zehn Zentimeter dickes Eis gehen, ist das eine. Gleichzeitig aber mit der Motorsäge das fragile Gebilde zu zersägen, etwas ganz anderes. «Das ist schon kein Job für jedermann», muss selbst Wiedmer gestehen. Obwohl Seil, Schwimmweste und Notleiter einen sichern, muss man zumindest damit rechnen, nass zu werden, so der Werft-Chef.

Seine Mannen haben sich seit Dienstag durch knapp 500 Meter Eis gekämpft. Meter für Meter. Dass die Männer sich nicht einfach mit einem Schiff durch das Eis schlagen, ist dabei nicht ganz freiwillig, sagt Wiedmer. «Würden wir uns mit einem Schiff den Weg frei rammen, würden die Schollen an den Rand gedrückt und die Kursschiffe könnten beschädigt werden.» Nachdem die dicke Eisschicht aber nun gebrochen ist, werden sie regelmässig durch den Kanal fahren, damit sich nicht neues Eis bildet. So oder so musste Wiedmer aber seine Angestellten nicht zum glatten Job zwingen. «Die haben sich richtig darauf gefreut.» So wie sich das für Eisbrecher gehört.

(amc)