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19. Januar 2012 21:13; Akt: 19.01.2012 22:17 Print

«Man kann nur noch Peanuts schmuggeln»«Man kann nur noch Peanuts schmuggeln»

Eine teure Uhr aus den Ferien im Gepäck oder nur drei von vier Ausfuhrscheinen vorgelegt: Wer glaubt, er könne den Schweizer Zoll umgehen, täuscht sich. Leser-Reporter erzählen ihre Zollgeschichten.

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Wenn der Kollege zweimal klingelt. Schweizer Zöllner erhalten von ihren EU-Kollegen eine Anruf oder eine E-Mail, sollte ein Verdacht auf illegale Wareneinfuhr bestehen. (Bild: Keystone)

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Mancher mag es geahnt haben, jetzt steht es fest. Deutsche Zöllner informieren ihre Schweizer Zollkollegen, wenn sich bei ihnen ein besonders «dicker Fisch» einen Ausfuhrstempel für seine Rechnungen abgeholt hat.

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Haben Sie auch schon Waren bei der Einreise nicht verzollt?
62 %
38 %

Seit 1997 besteht zwischen der Schweiz und der EU ein Amtshilfeabkommen, was bei Verdacht von Steuerhinterziehung den gegenseitigen Informationsaustausch ermöglicht. Sprich, wenn jemand besonders viele Ausfuhrscheine abstempeln lässt oder eine hohe Summe auf diesen angegeben ist, wird der Schweizer Zoll informiert.

Auch in Österreich scheint diese Praxis üblich zu sein. Ein Leser berichtet gegenüber 20 Minuten Online, wie er einen solchen Vorgang persönlich am Zoll in Diepoldsau SG miterlebt hat. Als er bereits am Schalter des Schweizer Zolls stand, um seine in Deutschland gekaufte Ware einzuführen, habe sich ein Schweizer Zöllner bei seinem österreichischen Kollegen für den Anruf und die Informationen bedankt.

Aber woher konnte der Leser-Reporter wissen, mit wem der Zöllner telefoniert hat? Angestiftet von seiner Frau, die im Auto wartete, legte er nur drei seiner vier Ausfuhrzettel vor. Daraufhin habe ihn der Grenzwächter gefragt: «Und wo habe Sie den Vierten?»

Von den Zöllnern verfolgt

Ein weiterer Leser-Reporter berichtet, wie er vor einiger Zeit den Zoll in Kreuzlingen zu Fuss überquert habe. Dabei habe er «vergessen», seine Waren im Wert von ca. 500 Franken einzuführen. Etwa 200 Meter hinter der Grenze hätten ihm zwei Zöllner, die ihn anscheinend verfolgt hatten, auf die Schulter getippt und ihn gefragt, ob er nicht etwas vergessen hätte.

Nach Bezahlung einer Busse – doppelter Mehrwertsteuerbetrag – habe er einreisen dürfen. Schon damals habe er das Gefühl gehabt, dass die beiden Zöllner Bescheid wussten. Gefragt nach seiner Lehre aus dieser Begegnung, meint der Leser-Reporter: «Das war das letzte Mal, dass ich meine Waren nicht verzollt habe.»

«Flughafen-Zoll wusste vom Einkauf in der Karibik»

«Vergesst die Schmuggelstorys eurer Freunde, es kann sich dabei nur um Peanuts gehandelt haben», schreibt Leser-Reporter M. an 20 Minuten Online. Nachdem er vor fünf Jahren in einer Kontrolle hängengeblieben sei, habe er in den darauffolgenden Jahren alles verzollt - bis vergangenes Jahr an Weihnachten. Ermuntert von den erfolgreichen Schmuggelgeschichten seiner Kollegen, habe er sich vor drei Wochen wieder aufs Schmuggelkarussell gewagt.

In den Weihnachtsferien kaufte sich M. auf der zu den Niederlanden gehörenden Karibik-Insel St. Maartin zollfrei eine Uhr. Eine Woche später sei er über New York zurück nach Zürich geflogen. Dort sei die Falle mal wieder zugeschnappt. Noch bevor sich der diensthabende Zöllner das Gepäck genauer angeschaut hatte, fragte er: «Wo ist denn die Uhr?» Für M. ist klar, da er die Uhr zollfrei (ohne Mehrwertsteuer) gekauft hat, dass eine Meldung in die Niederlande einging und von dort nach Zürich. Der Zoll wusste von der Uhr aus der Karibik.

Schreiben Sie uns

20 Minuten Online will wissen, ob Ihnen auch schon etwas Ähnliches passiert ist. Hatten Sie auch schon das Gefühl, dass Sie nicht zufällig, sondern gezielt am Zoll kontrolliert wurden? Oder wurden Sie gar Zeuge, wie ein Zöllner die Informationen übermittelte? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen bei der Einreise: feedback@20minuten.ch

(hag)