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Unfall auf der A2 in BL

27. November 2012 23:55; Akt: 28.11.2012 11:20 Print

Schwerverletzter und 14'000 Liter Olivenöl

Bei einem spektakulären Unfall nach der Raststätte Pratteln BL wurde ein Lastwagenfahrer schwer verletzt. Die A2 blieb bis 7.30 Uhr morgens teilweise gesperrt – wegen Rutschgefahr.

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«Ein crazy Dienstag!», schnaubt Meinrad Stöcklin von der Kantonspolizei Baselland. Der Polizeisprecher steht auch noch um 23.30 Uhr im Regen auf der Autobahn A2 zwischen Pratteln und Basel. Ein spektakulärer Unfall hält ihn und die Einsatz- und Rettungskräfte auf Trab.

Am frühen Abend war ein Sattelschlepper mit italienischem Kennzeichen aus der Ausfahrt der Raststätte Pratteln Richtung Basel gefahren. Nach rund 400 Metern kommt der Lastwagen, der 22 000 Liter Olivenöl geladen hat, aus noch unbekannten Gründen ins Schlingern. Der Koloss kippt um, durchbricht die Leitplanke – und rutscht auf die Gegenfahrbahn der A2. Dort kollidiert er mit anderen Personenwagen.

Der Lastwagenfahrer wird schwer verletzt. Eine Frau kommt ebenfalls verletzt ins Spital. Insgesamt wurden nebst dem Lastwagen vier Fahrzeuge teils schwer beschädigt. Drei davon waren auf der Gegenfahrbahn unterwegs gewesen, eines war hinter dem Lastwagen Richtung Basel gefahren.

14 000 Liter Olivenöl auf A2

«Die ganze Leitplanke ist zerstört!», sagte Leserreporter Stephan. Er beobachtete die Aufräumarbeiten von der Autobahnbrücke bei der Kraftwerkstrasse aus. Es seien viele Einsatzwagen der Feuerwehr sowie die Chemiewehr vor Ort.

Die Aufräumarbeiten gestalten sich enorm aufwändig, denn bei dem Unfall sind von den 22 000 Litern Olivenöl 14 000 auf die Autobahn ausgelaufen. Die 8000 Liter Olivenöl,
welche im Sattelschlepper zurückblieben, wurden fachgerecht abgepumpt. «Das ist hier derzeit eine sehr rutschige Angelegenheit», sagt Polizeisprecher Stöcklin. «Dazu kommt der Regen. Dieses Öl-Wasser-Gemisch erschwert die Aufräumarbeiten enorm.»

A2 beidseitig bis fünf Uhr gesperrt

Die Folgen: Die A2 war über neun Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Einsatzkräfte bemühten sich, die glitschigen Fahrbahnen vor Einsetzen des Morgenverkehrs um sechs Uhr beseitigen zu können.

Das gelang ihnen teilweise. Gegen fünf Uhr morgens wurden in beiden Fahrtrichtungen zwei Fahrstreifen wieder eröffnet und für den Verkehr freigegeben, wie die Kantonspolizei BL auf Anfrage von 20 Minuten Online mitteilte. Zwei Fahrstreifen blieben bis 7.30 gesperrt, was zu starken Verkehrsbehinderungen im Morgenverkehr führte.

Der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. In der Anfangsphase sei es zu erheblichen Rückstaus und Wartezeiten gekommen, bis die Fahrbahnen geräumt waren, gibt die Polizei an. Der an den involvierten Fahrzeugen, der Mittelleitplanke und der Fahrbahn entstandene Sachschaden sei «enorm», lasse sich aber noch nicht abschliessend beziffern. Die Polizei schätzt ihn auf mehrere 100 000 Franken.

(gux/sda)