Detailhändler

17. Juli 2017 15:16; Akt: 17.07.2017 17:19 Print

«Einkaufswägeli sind nicht für den Heimweg gedacht»

Bei Detailhändlern gibt es immer wieder Fälle von Einkaufswagen-Diebstahl. Bei den meisten ist es nicht einmal erlaubt, diesen auszuleihen.

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Einkaufswagen-Entwendung auf besondere Art: Bei einer Migros-Filiale im Kanton Thurgau beobachtete ein Leser-Reporter, wie zwei Mädchen ihrem Vater halfen, einen Einkaufwagen mitsamt den Anschaffungen in ein Auto zu laden. Laut der Migros-Sprecherin Martina Bosshard ist dies nicht erlaubt: «Die Einkaufswagen dürfen nur auf der Filialfläche benutzt werden.» Werde ein Kunde erwischt, wie er einen Einkaufwagen mitnimmt, werde er darauf aufmerksam gemacht, dass die Einkaufswagen für die Benutzung vor Ort vorgesehen sind. Die Migros gibt auf Anfrage keine konkrete Anzahl entwendeter Einkaufswagen an. Bosshard sagt aber: «Es ist ein Problem, wenn diese mitgenommen werden, da es sich um Diebstahl unseres Eigentums handelt. Zum Glück geschieht dies aber relativ selten.» Auch bei anderen Detailhändlern kommt es vor, dass Einkaufswagen verschwinden. Coop-Sprecherin Andrea Bergmann spricht von «Einzelfällen». Um der Entwendung vorzubeugen, greift Coop wie andere Detailhänder auf das System mit Pfandschlössern zurück. Etwas strenger handhabt man dies bei Denner. Sprecher Thomas Kaderli sagt: «Ein Einkaufswagen ist dafür gedacht, die Einkäufe innerhalb des Ladens und gegebenenfalls bis zum Fahrzeug zu transportieren.» Die Einkaufswagen seien Eigentum von Denner und nicht als Transportmittel für den Nachhauseweg gedacht. Aber auch bei Denner kommt es vor, dass Einkaufwagen mitgenommen werden. Kaderli: «Das Entwenden eines Einkaufswagens beobachten wir hauptsächlich in den urbanen Gegenden der grössten Schweizer Städte.» Auch Philippe Vetterli, Sprecher von Aldi Suisse, bestätigt: «Bei uns findet ein gewisser Schwund von Einkaufswagen über die Jahre in den meisten Filialen statt.» Um dem vorzubeugen, hat Aldi seit längerem in einzelnen Filialen und im Bedarfsfall ein technisches System im Einsatz, das beim Überfahren einer Schranke im Boden die Räder des Einkaufswagens automatisch blockiert.

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Bei einer Migros-Filiale im Kanton Thurgau beobachtete ein Leser-Reporter eine skurrile Szene: Zwei Mädchen halfen ihrem Vater, einen Einkaufwagen mitsamt den Anschaffungen in ein Auto zu laden.

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Laut der Migros-Sprecherin Martina Bosshard ist dies nicht erlaubt: «Die Einkaufswagen dürfen nur auf der Filialfläche benutzt werden.» Werde ein Kunde erwischt, wie er einen Einkaufwagen mitnimmt, werde er darauf aufmerksam gemacht, dass die Einkaufswagen für die Benutzung vor Ort vorgesehen sind.

Schaden von 400'000 Franken

Die Migros gibt auf Anfrage keine konkrete Anzahl entwendeter Einkaufswagen an. Bosshard sagt aber: «Es ist ein Problem, wenn diese mitgenommen werden, da es sich um Diebstahl unseres Eigentums handelt. Zum Glück geschieht dies aber relativ selten.»

2015 hiess es noch, dass rund 2500 Einkaufswagen jährlich aus den Migros-Filialen verschwinden würden. Das waren etwa 1,6 Prozent des schweizweiten Bestandes. Für die Migros dürfte dadurch ein Schaden von schätzungsweise 400'000 Franken entstanden sein.

Pfandschloss soll zur Rückgabe ermuntern

Auch bei anderen Detailhändler kommt es vor, dass Einkaufwagen verschwinden. Coop-Sprecherin Andrea Bergmann spricht von «Einzelfällen». Um der Entwendung vorzubeugen, greift Coop wie andere Detailhänder auf das System mit Pfandschlössern zurück. Bergmann: «Diese sollen die Kunden dazu ermuntern, die Einkaufswagen nach dem Einkauf wieder zum Wägeli-Bahnhof zurückbringen.»

Wie bei Migros ist es auch bei Coop grundsätzlich nicht erlaubt, einen Einkaufswagen auszuleihen. «Wir beurteilen das aber situativ», sagt Bergmann.

Entwendungen in urbanen Gegenden

Etwas strenger handhabt man dies bei Denner. Sprecher Thomas Kaderli sagt: «Die Einkaufswagen sind Eigentum von Denner und nicht als Transportmittel für den Nachhauseweg gedacht.»

Nicht in jeder Filiale ist der Verlust an Wägeli gleich gross. Kaderli: «Das Entwenden eines Einkaufswagens beobachten wir hauptsächlich in den urbanen Gegenden der grössten Schweizer Städte.» Der daraus entstandene Schaden könne nicht genau beziffert werden. Jedoch gibt Denner an, dass ein Einkaufswagen etwas über 100 Franken kostet.

Aldi hat Schrankensystem im Einsatz

Auch Philippe Vetterli, Sprecher von Aldi Suisse, bestätigt: «Bei uns findet ein gewisser Schwund von Einkaufswagen über die Jahre in den meisten Filialen statt.» Um dem vorzubeugen, hat Aldi seit längerem in einzelnen Filialen und im Bedarfsfall ein technisches System im Einsatz, das beim Überfahren einer Schranke im Boden die Räder des Einkaufswagens automatisch blockiert.

«Die Wegfahrsperre haben wir vornehmlich bei Filialen in städtischer Lage sowie in Shopping-Centern im Einsatz», sagt Vetterli. Dies insbesondere dort, wo vereinzelt Beschwerden von Anwohnern eingegangen seien, dass Einkaufswagen im Quartier oder in Hauseingängen abgestellt wurden.

Stadtreinigung sammelt Einkaufswagen

Wenn ein Einkaufswagen in Zürich auf öffentlichem Grund steht, wird dies von Mitarbeiter von Entsorgung & Recycling der Stadt Zürich (ERZ) mitgenommen und in Werkhöfe gebracht. Dort können die Einkaufswagen vom Detailhändler abgeholt werden. Wie eine Sprecherin des ERZ sagt, werde das meist nicht gemacht, weil der Aufwand hoch sei.

(jen)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 17.07.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Ich sehe oft irgendwelche Herrenlose Einkaufswägeli herumstehen. Verstehe noch immer nicht, wie man so einen einfach mitnehmen kann! Der fährt bei mir maximal zum Auto und nachher wieder zurück..

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  • Beobachter 73 am 17.07.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Diebstahl

    Und sollte angezeigt werden.

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  • 20min-Leser am 17.07.2017 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Platz

    Ich wüsste zu Hause nicht mal wohin, mit einem solchen Wagen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • K.PAX am 18.07.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Tragen angehalten obwohl im Hause Parking

    Ein Kunde musste laut Informationen schon einen Ausweis zeigen kurz nach verlassen des Einkaufszentrums mit dem gefüllten Einkaufswagen als er ins Parkhaus des Flughafens gehen wollte. Es seie verboten, er solle die Einkaufstaschen hier rausnehmen und ins Parking tragen. Er glaubte sich verhört zu haben.

    • Gehört das Parking am 18.07.2017 22:33 Report Diesen Beitrag melden

      zum Flughafen oder zum Einkaufszentrum?

      Wenn es nur zum Flughafen gehört und nicht Teil des Einkaufszentrums ist, kann ich die Regel voll nachvollziehen und er sollte das Wägeli natürlich im EKZ lassen. Ist es aber Teil des Einkaufszentrums, kann er mit dem Wägeli bis zum Auto gehen (weil das Auto ja immer noch im EKZ - einfach im Parkhaus des EKZ - steht). In diesem Fall war es wohl ersteres: Parkhaus gehört zum Flugh., ist aber ausserhalb des EKZ, also ist Taschentragen angesagt.

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  • Leharfri am 18.07.2017 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transport im Ferienlager

    In einem Sommerlager haben wir nach einem grossen Einkauf den Filialleiter gefragt, ob wir den Wagen ausleihen können. Er hat zugestimmt. Nur die Lagerleiter waren etwas baff als wir mit einem Einkaufswagen vor dem Lagerhaus standen. Natürlich haben wir den Wagen nach dem Transport auch wieder zurück gebracht.

  • Ratz Fatz am 18.07.2017 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wie schön haben wir es doch.

    Was für ein glückliches Land, wo ein solch banales Thema über 500 Kommentare hervorbringt.

    • Pro Fessor am 18.07.2017 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Ratz Fatz,

      und schon sind Sie die Nummer 501. Und alle Kommentatoren sind 0,000065 % der Bevölkerung, also gar nicht so schlimm.

    • @Ratz Fatz am 18.07.2017 22:34 Report Diesen Beitrag melden

      Du liest die banalen Kommentare

      ja wohl, weil sie dich interessieren, oder? ;-) Also sind sie schon nicht mehr so ganz banal :D

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  • Ueli am 18.07.2017 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man darf nicht klauen

    Die Wagen eignen sich zum Grill, Blumentopf, etc... Aber solche Dinge kann man sich auch kaufen. TrGisch, dass alles in diesem Land geklaut wird

  • Phil Krill am 18.07.2017 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer wieder

    ... als ehemaliger Hausabwart hatte ich auch immer solche Einkaufswagen vor dem Hauseingang parkiert. Immer die gleiche Familie, vor über 20 Jahren in die Schweiz immigriert aber trotzdem noch nicht integriert. Nur die Kinder konnten Schweizerdeutsch, hat aber auch nichts genuzt - Familienhierarchie! ...