Genf

20. Januar 2017 11:47; Akt: 20.01.2017 11:47 Print

Parkieren auf Tramgleis wird für Autofahrerin teuer

Ausgerechnet auf einem Tramgleis hat eine Lenkerin in Genf ihr Auto abgestellt. Dafür bekommt sie nun eine gesalzene Rechnung präsentiert.

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Eine Frau hat am 19. Januar 2017 in Genf eine Tramlinie blockiert. Diese Parkplatzwahl wird sie teuer zu stehen kommen: Die Genfer Verkehrsbetriebe TPG werden ihr über 3000 Franken verrechnen. Zu ähnlichen Vorfällen kommt es in den Schweizer Städten immer wieder. Ein silbriger Audi war etwa im März 2014 am Talacker in Zürich so parkiert, dass die Trams nicht mehr vorbeifahren konnten: Die Linien 2 und 9 mussten umgeleitet werden. Auch in diesem Fall kamen auf die fehlbare Lenkerin hohe Kosten zu. Dieser Audi blockierte im Juni 2016 den Zürcher Paradeplatz, der eigentlich für Autos nicht befahrbar ist. Das wusste der deutsche Tourist, der am Steuer sass, offenbar nicht. Als er wenden wollte, blieb er am hohen Randstein hängen und musste von der Feuerwehr aus seiner misslichen Lage befreit werden. Auch er erhielt eine Busse. Ein Range Rover blockierte im Januar 2016 die Tramlinie 9 in Bern während 45 Minuten. Der Grund: Lenker und Beifahrer hatten an dieser Stelle die Plätze tauschen wollen und vergessen, den Schlüssel aus dem Auto zu nehmen. Daraufhin sperrte sich das Auto selber zu und konnte nicht mehr bewegt werden, bis ein Pannenservice eintraf. Für den Lenker hatte das Missgeschick keine Busse zur Folge, da er nicht mutwillig falsch parkiert hatte. Dieses Auto stand Ende Juli 2014 auf dem Bahngleis in Andermatt UR. Laut der Urner Kantonspolizei hatte Nebel dazu geführt, dass das Fahrzeug an dieser ungünstigen Stelle zum Stehen kam. Dieser Audi blockierte im März 2013 Tramschienen in Bern. Der 75-jährige Lenker war vorher in einen Signalpfosten und in parkierte Autos geprallt und hatte sich dabei Verletzungen zugezogen. Durch den Vorfall wurde die Berner Tramlinie 9 zwei Stunden lang blockiert. Dieses Auto blockierte zwar nicht den Verkehr, war aber auch äusserst eigenwillig parkiert worden: Ein Betrunkener stellte es im April 2016 in einem Gebüsch in St. Gallen ab und setzte seinen Weg zu Fuss fort, wie die Stadtpolizei St. Gallen damals mitteilte. Als die Polizei den 27-Jährigen zuhause aufsuchte, hatte er immer noch einen Wert von 1,48 Promille.

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Der Ort, den eine Frau am Donnerstagmorgen in Genf wählte, um ihr Auto abzustellen, dürfte sich als einer der teuersten Parkplätze der Welt herausstellen: Sie parkierte auf einem Tramgleis und legte damit den öffentlichen Verkehr lahm.

In solchen Fällen berechnen die Genfer Verkehrsbetriebe TPG den fehlbaren Lenkern 18 Franken pro Minute für die Trams und 8 Franken für die Busse, die nicht verkehren können. Im aktuellen Fall summiert sich die Rechnung laut den TPG auf 3124 Franken.

Hinzu kommen weitere Kosten: Die Rechnung für das Abschleppen des Fahrzeugs sowie die Busse von 120 Franken, die die Polizei in Genf für das Parkieren auf Tramgleisen ausstellt.

«Ich wollte nur für einen Augenblick dort parkieren»

Bevor das Auto abgeschleppt war, waren acht TPG-Fahrzeuge blockiert, 14 weitere mussten umgeleitet werden. Die fehlbare Lenkerin sagte zur «Tribune de Genève», sie habe das Auto «nur für einen Augenblick» an diesem Ort abstellen wollen. Danach habe sie aber so viel um die Ohren gehabt, dass sie vergessen habe, ihr Auto umzuparkieren. Dass sie es auf Tramschienen abgestellt habe, habe sie gar nicht bemerkt.

(20 minutes/lüs)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 20.01.2017 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, das

    passiert mir ständig. Schnell abstellen, nur für eine Minute, und nach zwei Stunden komme ich zurück und hey, meckert die Polizei rum, ich hätte auf den SBB-Schienen parkiert und das ginge gar nicht. Letztes Mal parkierte ich versehentlich auf der Landepiste in Kloten und legte den Luftverkehr für 3 Stunden lahm, obwohl ich nur kurz an den Bankomaten wollte.

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  • max62 am 20.01.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch.

    Da sieht man mal wieder wie unflexibel Tramfahrer sind. In der heutigen Zeit folgen sie ihren eingefahrenen Gleisen.

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  • Reto am 20.01.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas Verständnis für die Frau, bitte!

    Sie wollte doch nur "kurz" ihr 81. Paar Schuhe kaufen und es gab sooooo viel Auswahl im Laden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • BVBkusi am 20.01.2017 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vollkommen korrekt

    3000.-sind viel geld aber wer auf andere keine rücksicht nimmt ist voll selberschuld.ehrlich,ich hätte bei so viel faulheit korrekt zu parken der person noch den führerausweis entzogen.Tja wird mir nie passieren,ich fahre und parke immer so das andere noch vorbeikommen,ok andere,lücke muss so gross sein das ein LKW vorbei kommt dann reichts auch für ein PKW-ok ausser der PKW fahrer ist zu doof um autozufahren.aber eine T-linie blockieren auch faulheit,nein das geht def.nicht.

  • Wakka am 20.01.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorstellung

    "Hmm Tramgleis.. doch egal es fährt sicher kein Tram durch. ". Wie und was in manchen Köpfe vorgeht, bleibt für mich das grösste Rätsel überhaupt.

  • independer am 20.01.2017 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles recht, aber....

    ....wer verrechnet eigentlich den Vandalen unbewilligter 'Demos' und randalierenden 'Fussballfans' die Ausfälle von Trams, Buslinien und teils auch Bahn während ihrer Saubannerzüge?

    • Wakka am 20.01.2017 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @independer

      Steuern - wir alle. Durchsichtig , aber alle.

    • Xeno72 am 20.01.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @independer

      Unbekannte kannst Du nicht belangen. Das ist das Hauptproblem bei Vandalismen.

    • BVBkusi am 20.01.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @independer

      Genau da heists müssen zuerst schauen,hallo wenn die sicher sind das sie den richtigen haben-zack zur kasse mit dem-kein pardon.so hört das nie auf

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  • Roger Trozz am 20.01.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleiche Rechte für alle?

    und wieviel bekomme ich als ÖV-Benutzer für jede Minute Verspätung? Ich hoffe auf den gleichen Kostensatz wie bei den angesprochenen PW-Bussen.

  • Paraburdoo am 20.01.2017 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich

    Die gute Frau hätte das besser in Zürich so gemacht. Die Trams werden einfach umgeleitet. Bis der Abschleppwagen da ist, sind alle Einkäufe erledigt.

    • Spaniel am 20.01.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paraburdoo

      Da irren Sie sich aber - nix mit umleiten - die Stapo hat da ganz niedliche Abschleppwagen- die erledigen das..

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